05
Feb
10

Professor Joachim Sauer – Du Lieber, Guter, Du!

Während unsere Politiker nur Lebensmenschen wie den Petzner zusammenbringen und Leute die sich nicht zu ihrem Mann-Sein bekennen können wie der Karl-Heinz Grasser,  haben die Deutschen ALLE Probleme
gelöst.

Denn sie haben PROFESSOR SAUER! Professor Joachim Sauer. Joachim Sauer. Sauer. Ach, Professor Sauer. Würde PROFESSOR SAUER nur einmal mir, dem Unwürdigen, zulächeln! Würde PROFESSOR SAUER, der huldvolle Mann Angela Merkels, mir nur einmal gestatten, seine Zehen zu küssen!

Doch weiß ich, dass das nicht geht. Sicherlich würde er es mir gestatten, doch getraue ich unwürdiger mich nicht. Er lädt uns zwar alle ein, doch schüchtern und nichtswürdig, wie wir sind, wagen wir nicht zu kommen.

PROFESSOR SAUER ist ja der von Strahlen umkränzte, liebreiche first Husband, ein Mann von Schrot und Korn, ehrlich und echt, hierbei auch weise, gut und gerecht, EIN ECHTER LEBENSMENSCH!

Deshalb hat er auch die Huldigungen von Obama entgegen genommen, deshalb verehrt die Präsidentengattin Michelle, sie durfte ihm schon seine Zehen küssen, während der Präsident selbst zusehen durfte, mit TRÄNEN DER FREUDE in den Augen.

Auch Carla Bruni, die ihren Mann sexuell begehrt, weil er über Atombomben bestimmen kann, weiß nun, dass der Pfad zur ECHTEN FREUDE NUR über ihn, Joachim SAUER, ja, nur über Dich, lieber PROFESSOR SAUER gehen kann! Demütig und geduldig schaut sich das geile Topmodel, das in der Nacht mit den roten Atombomben-Knöpfen spielt, gotische Dome und fade Museen an, nur um ein Lächeln, einen einzigen huldvollen Blick von Professor Sauer, welcher PROFESSOR ist und SAUER heißt, empfangen darf.

Denn er, PROFESSOR SAUER, ist von goldenen Nymphen umgeben, die KEUSCH und doch VON STRAHLEN UMKRÄNZT, gute Dokumente und auch Bücher lesen, um PROFESSOR SAUER, dem zweiten Parzifal, zu gefallen. Er ist jener, der bei aller MANNHAFTIGKEIT doch die Unschuld und Reinheit des ZARTEN KNABEN erhalten hat, um seiner Angela ein GUTER MANNE, aber auch TRÖSTER in der NOT sein kann, und als der DEMÜTIGSTE doch HERRSCHER ALLER HERREN ist: PROFESSOR SAUER, du Lieber, du Guter!

Du Braver! Du Edelrein-Tapferer, Du! PROFESSOR SAUER! Ich liebe dich! Millionen rufen Dir zu! Sie sehnen sich nach DIR! Sie wollen mit dir, liebster PROFESSOR SAUER, mit dir lesen und spazieren gehen!

Du von Blumen umwallter! Du gerechter Verwalter des Wissens! Du geheiligter Betrachter der KÜNSTE, BAUWERKE und EISENBAHNEN! Du Vorbild der Sparer! Du bester aller BAUSPARER! Du Bekehrer der Manager! Du guter EHEMANN! Du ZÜCHTIGER DER POLITIKER! Du edler Knabe der ROSEN!

Du VERSTEHER der PHILOSOPHEN! Du DURCHLESER der Beschlüsse! Du LIEBHABER der Gärten, Gehsteige und Verkehrsschilder!

PROFESSOR SAUER! LIEBER PROFESSOR SAUER!

Du Rose ohne Dornen!

Du DEUTSCHER ohne TADEL!

PROFESSOR SAUER! LIEBER JOACHIM! DU BIST DER BESTE!

Ich sage nur, und kann nur das sagen:

PROFESSOR JOACHIM SAUER:

PROFESSOR SAUER.

03
Feb
10

Auch ein paar Bauernregeln

da Crippled-sam-Bua hod a poar Bauanregln aufgstöllt, I ken a a poar!

Grüß Gott!

Bauernregeln:

Ist beim Banker alles famos,
sind wir bald das Ersparte los!

Geht es nur der Wirtschaft gut,
Gehts uns allen oasch und Fut!

Reguliert sich die Wirtschaft wieder selber,
werden geschlachtet die dümmsten Kälber!

Gibts zu Vollmond Börsencrash,
Gehts ein paar Ärschen gut und fesch!

Fliegen am Morgen die fetzen im Irak,
ist abends bald der Ölpreis stark!

Wird der Bauer Handyvertreter,
lernt er NLP früher oder später!

03
Feb
10

Noch einige Anmerkungen zum Thema “moderne Architektur”

Fahre ich neulich an einem mir wohlbekannten Plätzchen vorbei, und sehe, dass ein Gründerzeithaus, welches oftmals mein Auge erfreut hat, nicht mehr steht. Stattdessen hat man einen potz-hässlichen Betonkübel dort hochgezogen, der sich im Gesicht dieses Arrangements wie eine quer über die Augen gezogene Narbe ausmacht.

Wieder einmal ist also ein Haus, das vielleicht nicht zu den absoluten Highlights der Stadt gezählt hat, aber doch wenigstens unverwechselbar wienerisch war, durch einen freiheitsgrad- und charakterlosen Bunker ersetzt worden, der genausogut in Nowosibirsk, Amstetten oder in den Bukarester Vorstadtbezirken stehen könnte (Bild in Kürze).

Das hat mich an eine Diskussion erinnert. Ich frage einen eigentlich nicht unverständigen Architekten, warum denn Ornamente in der modernen Architektur so verhasst seien. Er sagt, dass er, für seine Person, Ornamente durchaus nicht hasse, aber sie seien eben viel zu teuer. Diese Arbeitssunden könne sich keiner mehr leisten.

Nach dem Motto: Es ist tatsächlich billig und hässlich gebaut, aber was soll man machen. Schön. Das sehe ich ein, dass man im Falle eines Falles billig bauen muß – dort, wo noch nichts steht. Aber warum, bitteschön, reißt man dann die alten Gründerzeithäuser nieder? Damit man an ihrer Stelle billige, schlechte und häßlich gebaute Klötze hochzieht?!

Eben jener Architekt hat mir auch bestätigt, dass die heute propagierte Bau-Ästhetik tatsächlich ein riesiger Beschiss ist, ein stumpfsinniges dogmatisches Konstrukt. Aber wehe dem, der dagegen Stellung bezieht! Er wird von einer Inquisition, die nichts anderes als ihren pseudo-Bauhaus-Stil als “wahre Lehre” gelten lässt, verfolgt und vernichtet werden. Aus diesem Grunde kann ich hier auch keine Namen nennen. Der arme Mann muß auch sein täglich Brot verdienen.

Nur wenige, mächtige Künstler wie z.b. Hundertwasser durften es wagen, sich gegen den “wahren Glauben” aufzulehnen (wobei hier auf die Qualtät seiner Arbeiten nicht weiter eingegangen werden soll).

In einem Interview im “Falter” war von einem selbsternannten Elite- Architekten zu hören – es war sein letzter Satz, nicht einmal ganz ausformuliert, sozusagen wirklich das Letzte vom Letzten – dass man über Gründerzeithäuser “nicht einmal diskutieren” müsse. Sinngemäß ergänzt, dass Gründerzeithäuser so scheisse sind, dass man sie, wo man sie trifft, abreissen sollte.

Woher kommt dieser Hass?

Liegt er darin begründet, dass es sich in Gründerzeithäusern gut wohnen lässt? Dass sie Wien zu einer unverwechselbaren Stadt machen? Ärgert sie die Qualität der Statik? Die schalldichte Dicke der Mauern, die es ermöglicht, in den eigenen vier Wänden zu musizieren, ohne die Nachbarn zu stören? Dass selbst die Stiegenhäuser ihren ganz eigenen Charakter haben? Oder sind sie ganz einfach sauer, weil sie nicht gleich ganz Wien einebnen, und zu einem riesigen, ihrem Größenwahn gehorchenden, Project-Building a la Alt-Erlaa umbauen dürfen?

Eines der Dogmen moderner Architektur lautet: “form follows function“.  Ein eigentlicher schöner Satz! Er lautet, dass sich die Form der Architektur den Bedürnissen der Menschen tatsächlich in demütiger Weise unterzuordnen hat.

Grauenvoll allerdings wird es, wenn dieser Satz -wie es der Fall ist- seine Umdrehung erfährt: Dass Architektur ausschließlich “funktionell” zu sein hat.

Als ob das Leben “funktionell” wäre! Als ob Kunst eine “Funktion” erfüllte! Es waren immer die Schwachsinnigsten, die sich diesem Kriterium untergeordnet haben. Stumpfgeistige, die leben, um zu arbeiten, statt umgekehrt. Die in jeder Literatur, in jeder Musik eine “Aussage”, also eine Funktion suchen, nach dem Motto: “Musik ist dazu da, mich zu unterhalten. Sie hat meiner Verdauung zu dienen”, etc.

Das Leben zu einer “Funktionalität” zu verstümmeln, erweckt in jedem sensiblen Menschen Lächerlichkeit und die Vorstellung blanken Horrors. Es ist dies die Ideologie reinster Menschenverachtung. Es entspricht aber genau dem Stumpfsinn moderner architektonischer Dogmatik. Wo das Leben des Menschen auf “Funktion” reduziert wird, da verliert der Mensch sein Geheimnis und mit ihm seine Würde. Daher hat folgerichtig in der modernen Architektur das Glas, nämlich das Durchsichtig-Geheimnislose, die Vorherrschaft einzunehmen. Daher sind alle unfunktionellen Elemente, die man gemeinhin “Charakter” nennt, schnellstmöglich zu eliminieren. Da ist die Architektur einmal mehr ein Spiegel der Zeit, die Mystik durch Marktwirtschaft ersetzt, Charakterstärke durch schleimige Angepaßtheit und die Intimität des Menschen durch den Nacktscanner. Alles möglichst durchsichtig, eh klar. Wir haben ja nichts zu verbergen! (Ein Satz, der zum Dümmsten gehört, was jemals ein stinkendes Maul verlassen hat.)

Kurzum: Wollte sich Architektur in ihrer Funktionalität tatsächlich dem Menschen anpassen, müsste es sich dem nicht-Funktionellen menschlichen Lebens anschmiegen, und, ganz im Sinne von “form follows function“, die lächerlich-schreckliche Pose  technischer Funktionalität aufgeben. Das Leben ist nicht “funktionell”, wie soll es da gute Architektur sein?

Mehr zu dem Thema hier

20
Jan
10

HÄSSLICHE HUNDE II

Hallo ihr da aus Berlin, Hamburg und München!

Ich tue gerne HUNDEN nichts zu essen geben, bis sie ausshen wie
DIE DA:

Ich tue die Hunde NIE in Ruhe lassen, damit sie nicht schlafen können. Weil das macht sie HÄSSLICH. Ich bin nämlich ein böser FABRIKSDIREKTOR von der bösen WIRTSCHAFT.

WIRTSCHAFT ist so böse wie ich.

Willst Du wissen, wer ich bin?
Willst Du wissen, wie ich heisse?
Willst Du MEINEN NAMEN WISSEN?

Ich heisse KARL HEINZ GRASSER. ICH BIN SEHR BÖSE.


ICH TUE GELD STEHLEN, WAS DEN HUNDEN GEHÖRT HAT. ICH TUE DIE ARMEN HUNDE SCHLAGEN. DAS MACHT MIR SPASS. WEIL ICH BÖSE BIN.

ICH MACHE DAS MIT DEN LIEBEN HUNDEN, WEIL ES SEHR SEHR LUSTIG IST. HA! HA!

ICH LACHE DIE HUNDE GERNE AUS! HA! HA!

ICH MACHE AUS LIEBEN HUNDEN ARME HUNDE, DIE SEHR HÄSSLICH SIND.

WEIL ICH GEMEIN BIN.

Das mache ich auch mit lieben Ponys, mit Kätzchen, Miau Miau,

mit Meerschweinchen, mit lieben Kaninchen, und mit lieben Vögelchen. WEIL ICH, KARL HEINZ GRASSER, BIN SEHR BÖSE.

Wenn ich solche bösen Dinge nicht mehr machen soll,
DANN SCHREIBT MIR HIER!

15
Jan
10

Der Klotz als Riesenschnörkel oder: Die dogmatische Erstarrung der architektonischen Moderne

Warum müssen aus dem Gesicht eines schönen Mädchens, wenn es nach der Dogmatik moderner Architektur geht, Wimpern, Nase und Lippen entfernt werden? Weil es sich um Ornamente handelt. Sie dienen zu nichts, außer das Gesicht ihrer Trägerin zu schmücken. Und bloßer Schmuck, also Ornament, ist “Verbrechen”, hat Adolf Loos, einer der Urväter moderner Architektur, gesagt. Funktionell muß alles sein! Also halten wir alle schönen Mädchen mit ihrem Gesicht über z.b. über eine heiße Herdflamme, einen Bunsenbrenner, ein Lagerfeuer, einen Grillrost, usw, bis alle diese schrecklichen Ornamente aus dem weiblichen herausgebrannt sind und ein haarloser Narbenkopf verbleibt.

Wie? Das gefällt Ihnen nicht? Haben Sie denn gar keinen Feinsinn? Keine Sensibilität und kein Verständnis für die großen, uns von der modernen Archtektur offenbarten Zusammenhänge? Sind Sie denn wirklich ein solch unsensibler Klotz, dass Ihnen die uns von der Moderne geschenkten Betonklötze nicht gefallen? Schließlich ist auch ein Gesicht ein architektonisches Gebilde, also müssen die Dogmen moderner Architektur auch hier gelten.

Aber gut, vielleicht haben wir Loos mißverstanden. Vielleicht sind Ornamente dann erlaubt, wenn sie einem höheren Zweck, also (auch) einer höheren Ästhetik, dienen. Oder sagen wir es so (wie nämlich Aristoteles), dass “das Ganze mehr sein muß als die Summe der (schnörkeligen) Einzelteile.” So glaube ich es eher, denn Loos war keineswegs schwachgeistig, und der hochverschnörkelte und hochverzierte Innenraum des Stephansdoms hat ihn zu Begeisterungsstürmen hingerissen.

Aber das ist nicht die Frage. Sondern, wie die moderne Architektur die Lehrsätze ihrer Urväter versteht. Um sich das zu beantworten, fahre man in irgendein niederösterreichisches Kaff, und sehe sich an, was dort, an den Ortsrändern gebaut wird: Voilette, sich periodisch wiederholende Land-Betonklötze, die so häßlich sind, dass ich lieber die Zehen eines direkt von der Arbeit kommenden bulgarischen Bauarbeiters lutschen würde, als fünf Sekunden auf so ein Ding zu schauen.  Fertigteilreihenhäuser, gegen die die alten Eternit-Bruchbuden aus den 1970ern den Charme eines französischen Renaissanceschlößchens aufweisen, Betonkübel, gegen die jede Depression Erlösung bedeutet.

so was gibt es auch in violett

Auf die Entegegnung, das seien eben einfache Unterkünfte, da könne man nicht zuviel investieren usw., frage ich mich allerdings, wieso es dann früheren Generationen gelungen ist, zwar einfache, vielleicht auch spießige, aber durchaus nicht abstoßende Bauten zu errichten, zumindest solche Dinger, in denen man gerne Weihnachten feiern würde…..

Auch habe ich schon oft gehört, dass die einfache Landbauweise die künstlerische Intention moderner Architektur nicht zu verwirklichen imstande sei, sie sei quasi in jener Einfachheit verschüttet. Von der Frage abgesehen, wie sich eine Architektur rechtfertigen will, die sich nur in Mammut-Projekten auszudrücken versteht, ist doch das Ergebnis durchschnittlicher moderner Stadtarchitektur ebenso zum Kotzen, als gutes Beispiel dient das St. Pöltener Landhausviertel:

Riesige grüne Glasstahlbetonklötze, denen die glatte Fassade zum Fetisch geworden ist. Auf die Frage, dass dieses Ding potthäßlich sei, kommt dann meistens die Antwort, dass ja die Schönheit in der Funktionaltät liege. Also sehen wir uns die Funktionalität an: In den riesigen widerlichen alptraumhaften Glasfassadenschluchten wird der Wind derartig kanalisiert, dass die kleinste Brise den stärksten Mann umhaut. Ein durchschnittlicher Winterwind verursacht subjektive Temperaturen von -40°C.  So ein Zufall auch, dass keiner dort gehen, wohnen, leben will. Übrig bleiben riesige geisterhaft leere Häuserschluchten, die einfach nicht nach der Computeranimation aussehen wollen, die man für jenes Projekt erstellt hat: Irgendwie fehlen die 2000 jungen Mädchen und schnieken Anzugträger, die sich auf den sommerlich-windstillen Flächen tummeln. Scheiße aber auch.

Oder, anderes Beispiel, irgend so ein Project-Building in Wien-Donaustadt: Dort gehen zwar (zwangsläufigerweise) genügend Leute herum (aber auch nur, weil sie zu ihrem Auto müssen, um möglichst schnell abzuhauen), aber alles drumherum ist auf so ekelerregende Weise steril und in dieser Sterilität tatsächlich größenwahnsinnig, dass man sich dort tatsächlich zur Puppe in einem überdimensionalen architektonischen Modell degradiert fühlt, eben zu einer dieser computeranimierten Figuren.

Hier wie da kann von “Funktionalität” keine Rede sein: Die in den Wandschluchten des St. Pöltener Regierungsviertels kanalisierten Winde können ihre Stärke überhaupt erst aufgrund der Glätte, sprich: der Ornamentfreiheit der Wandschluchten entfalten; Ornamente verursachen nämlich Wirbelbildung und brechen den Windstrom auf. Mit den Ornamenten muß tatsächliche Funktionalität einer schwachsinnigen architektonischen Dogmatik Platz machen. In den Donaustädter Project-buildings spiegelt sich wiederum der Größenwahn, ein ganzes Stadtviertel in Eigenregie ohne Rücksicht auf die sich dort erst langsam bildenden Bedürfnisse aus dem Boden stampfen zu können; tatsächlich bilden sich einige Architekten ein, die Menschen, auch als wechselwirkende Menge, so gut begreifen zu können, dass sie alle Bedürfnisse der Anwohner antizipieren, sie glauben tatsächlich, zu wissen, wie sich die Menge vom größten bis ins kleinste Detail verhält. Sie bilden sich ein, solcherart den Menschen zu einem IN ALLEM berechenbaren Vieh degradieren zu dürfen. Tatsächlich ist ja der Mensch in vielem berechnbar, aber niemals in allem, wie es diese größenwahnsinnigen Stadtviertel, von größenwahnsinnigen Planern erbaut, implizieren.

Da wird Gott gespielt.

Von langsam gewachsenen Stadtvierteln will man nichts wissen, vielleicht, weil sie diesen Pseudogöttern zu individuell sind. Während die Altstädte von Paris, London, Barcelona, Wien…mehr oder weniger unverwechselbar sind, könnten die modernen Grindbauten überall stehen, anonym, austauschbar. Dabei kann eben nur das langsame Wachstum eine sensible Entwicklung garantieren, und die Bescheidenheit des Architekten, EBEN NICHT alles imVorhinein wissen zu können, und derethalben Freiheitsgrade offen zu lassen. Jawoll, Anarchie! Freie Entwicklung!

Wie dem auch sei, von Funktionalität kann keine Rede sein.

Diskussionen mit (den meisten Architekten) laufen darob immer gleich ab: Sagt man, das Gebaute sei potthässlich, erwidert der Architekt: “aber dafür funktionell.” Erläutert man, dass das Gegenteil der Fall sei, dass die gebäude nicht im Mindesten Funktionell seien, geht die Ablenkung weiter, der Architekt sagt: “Dafür sind sie schön”. Und so fort.

Irgendwie erinnert mich die moderne Architektur darob an die Pret -a Porter-Szene: Was von den Modefuzzis kommt, ist meistens weder schön, noch originell, noch steckt eine intelligente Idee dahinter, dafür ist es eitel, dämlich, Kunst zweiter Klasse, die aber das eigentliche Geld bringt (hier wie da natürlich Ausnahmen, aber wie viele?)

Mag sein, dass diese eitle Dämlichkeit als der eigentliche Geist dieser Zeit in die Geschichte eingeht, was weiß ich.

Da baut ein seniler Gustav Peichl seinen Millenium-Phallus, und ist unfassbar stolz darauf, dass das Ding im Grundriss nicht rund, sondern oval ist. Wahnsinns-Idee! Und eine schiefe Dachebene hat es auch! Toll! Mehr steckt zwar nicht dahinter, aber macht ja nichts. Zwei winzigkleine primitive Ideen sind immerhin besser als gar keine. Und Geld lässt sich auch damit verdienen. Siehe: Modeszene.

Und dann hört man oft: “Architektur muss ja häßlich sein, die Wahrheit und die Schönheit liegt ja im Hässlichen, und das Hässliche ist ja eine höhere Form der Schönheit, und Philosophie muß ja auch häßlich sein”, und so fort.

Dazu kann man einfach und kompliziert antworten.

Die einfache Antwort lautet: ICH WILL NICHT IN EINEM HÄSSLICHEN KLOTZ LEBEN!

Die kompliziertere Antwort lautet: Ja, Häßlichkeit in der Kunst ist notwendig. Aber wer sagt, dass dieser Architektur-Schas Kunst ist? Die Kunst weist, egal ob, was weiß ich, Beethovens op 95, Werner Koflers “Kalte Herberge”, oder -ja- die Beschreibungen Handkes von trostloser Architektur,  auch die notwendige Abstraktion Diffizilität auf, um die Häßlichkeit zu transzendieren, sie aus höherer Ebene zu durchleuchten.

Wo aber soll diese Abstraktion in den gegenwärtigen Klötzen Platz greifen? Jetzt die neueste Mode : Auf einen Hochhausklotz einen anderen leicht verdrehten Klotz setzen. Na und? Oder soll jetzt die große Kunst darin bestehen, dass der obere Klotz nicht um 45, sondern um 48 Grad verdreht wird?! Kurzum, der modernen Architektur fehlt es an Freiheitsgraden, um überhaupt irgendetwas auszudrücken. Ich kann mit zwei Buchstaben A B keinen Roman schreiben, es gibt nur vier Möglichkeiten: A, B, A B und B A. das ist Kombinatorik, aber keine Kunst. Es gibt keine Möglichkeit zur Transzendierung des Häßlichen.

Außerdem: Ein grimmiges Buch kann ich, wenn ich es nicht mehr lesen will, weglegen, ein grindiges Haus nicht. Ich lebe ja darin. Daraus ergibt sich, und diese Folgerung scheint sowieso allen Architekten fremd zu sein, dass jede Art von Kunst einen bestimmten höchstmöglichen Abstraktionsgrad aufweist. Je näher die Kunst mit elementaren Lebensbedürfnissen zusammenhängt, desto weniger darf sie sich Abstraktion erlauben.

Beispiel: Die Kochkunst hat mit einem der elementarsten Bedürfnisse, nämlich essen zu tun, daher kann Kochkunst keinen hohen Abstraktionsgrad aufweisen. Ein Essen kann nicht, um der Kunst willen, giftig sein. Giftiges Essen fällt nicht mehr unter Kochkunst, weil man es nicht essen kann. Es muß unter einer abstrakteren Kunstsparte eingeordnet werden, aber kein Mensch darf erwarten, dass ich es esse. So wäre es auch mit kunstvoll häßlichen Wohnungen: Sie mögen Kunst sein, aber es darf doch in Gottes Namen keiner erwarten, dass jemand darin wohnt!!!! Als eine die Häßlichkeit verkörpernde Skulptur: Ja. Aber als tatsächliche Wohnungen,  mit deren Anblick man Tag für Tag konfrontiert ist? JA SIND DIE DENN DEPPERT WOREN?!

Und selbst als Skulpturen solcher Art taugt das jetzt gebaute Zeug nicht, weil es einfach in keiner Weise Kunst ist.

Und jetzt dämmert es schon den Architekten, dass ihr Zeug zu primitiv ist, dass es ohne Ornamente nicht geht, und tun verschämt irgendwelche rechteckigen Pseudomuster an ihre Hütten. Das macht die Sache freilich nur noch lächerlicher, der Platz um das Brandenburger z.b. sieht aus wie eine zu groß geratene Jugendherberge.

Nicht, dass wir auf diesen bauten tatsächliche Ornamente sehen würden. Verlogen, wie sich diese Dogmatik ausnimmt, wird die Absicht getarnt. Alles andere wäre ein Eingeständnis eigenen Versagens. Vielmehr wird das ganze Bauwerk zu einem einzigen riesigen Schnörkel, der beziehungslos in der Landschaft steht. Das ganze Bauwerk als ein einziger peinlich-verschämter Riesenschnörkel, und doch als ganzes nur ein Klotz.

Ein anderes Beispiel dieses Elends liefern die so genannten katholischen Künstler: Stellen einen Altar mit zwölf Beinen hin, und sagen dann, das ist ein Symbol für die zwölf Apostel. Na super! Und weiter? ” Das ist ein Symbol für das, und das ist ein Symbol für das.” Welchen Sinn hat das, wenn ich aus diesen Symbolen keinen Mehrwert, keine Mehr-Aussage gewinne?

Ich hoffe nur, das Abreißen von schönen alten Zinshäusern hat bald ein Ende. Denn was danach kommt, sind pseudo-zeitlose Bauten, die in ihrem seit hundert Jahren dauernd und dogmatisch aufrecht erhaltenen Reduktionismus schon ein Jahrzehnt später der Lächerlichkeit anheim gefallen sind. Während sich die bildende Kunst längst von jenem Reduktionismus, der nur das Malen blauer und roter Quadrate erlaubt, verabschiedet hat, (wobei angemerkt werden soll, dass dies als Ausformulierung einer künstlerischen Konsequenz legitim ist), ist die Architektur auf diesem Stadium seit hundert Jahren hängen geblieben und belästigt das Auge  seitdem mit ihren kulturhistorisch retardierten Klötzen.

Nur einigen wenigen Architekturgenies kann es gelingen, in diesem Stil tatsächlich Bedeutendes zu schaffen. Nur dem Genie ist Stillosigkeit erlaubt. Der großen Mehrheit der harmlos-braven Architekten muß jedoch ein einfach erfassbares Stilistisches Element zur Verfügung gestellt werden, um ihnen Stilistik zu ermöglichen. Das mögen Architekten nicht gerne hören. Nur waren es immer diese Stilelemente, die die Städte vor Anonymität bewahrt haben, denn natürlich waren Baumeister zu keiner Zeit genialer oder weniger genial als heute.

Freilich, in einer Zeit, in der Modefuzzis als Philosophen gelten, mag sich jeder minderbemittelte Architekt für einen zweiten Loos halten?

Oder war das schon der Anfang der Irrung?

02
Dez
09

Der Bundespräsident der Herzen

Mir wird schlecht auf Politik.

Der Präsident der Herzen!

Das ist ja nicht mehr einfach nur debil, das stinkt schon. Nach Latrine, oder Senkgrube.

Die bürgerliche (!) ÖVP will Hermann Maier als Bundespräsidenten(!!!). Wunderbar. Das kann man nicht mehr verarschen. Das geht nicht mehr.

Daher von mir ein paar ERNST GEMEINTE Alternativvorschläge – for President:

1. Markus ROGAN, Schwimmstar.

2. Barbara STÖCKL, Moderatorin.

3. Andi WOYTA, Spitzenkoch (13.00 Uhr, ORF2, sehr lustig, HAHA!)

4. Anna NETREBKO. Ist zwar Russin, aber auch wurscht.

5. Sascha WUSSOW, Schauspieler.

6. Albert FORTELL, auch Schauspieler(?).

7.  Richard LUGNER, der Klassiker.

8. Alfons HAIDER, Multitalent.

9.  Julius MEINL V, Finanzexperte.

10. Ivica VASTIC, Jahrhundertfussballer.

und

11. DIE WIENER SÄNGERKNABEN.

21
Nov
09

Einen Blauwal haben

Ich scheiß auf Politik. Ich hätte gerne einen Blauwal. Das ist besser. Einen Blauwal haben. Am Morgen aufstehen, die Vöglein zwitschern (im Sommer), das Laub raschelt (im Herbst) oder der Schnee knirscht (im Winter), und mit dem Blauwal Gassi gehen, “ums Eck”.

Einen Blauwal haben, den mir nicht einmal ein UFO wegnehmen kann. Ja, so ein Blauwal, so ein Blauwal. Einen Blauwal mit vier Buchenstamm dicken Stampfern. Weil: Er muß auch gehen können. Das mit dem ums Eck biegen könnte ein Problem werden, weil ein Blauwal einen großen Kurvenradius hat.  Es könnte passieren, dass er große Tiere zertritt, wie Rottweiler, Doggen, Dachse oder Adler, auch Menschen, wenn sie nicht laut rufen.

Darum würde ich mit meinem Blauwal aufs Land ziehen, da kann weniger passiren, da tobt sich der Blauwal auf den Feldern aus, da hat er Auslauf. Dort spielt er dann mit Bäumen und Felsen.

So ein Blauwal ist der beste Gesprächspartner. Stundenlang kann man mit ihm beim Kaminfeuer in einer kalten Winternacht sitzen,  Adventkranz flechten, und sich seine Geschichten über den Frieden des blauen Meeres anhören, das in den Tiefen nach Zitronenlimonade schmeckt. Im Grund erzählen Blauwale immer nur dasselbe: Vom Meer, von Zitronenlimonade, von Urzeitkrebschen, vom Raiffeisensilo, und vom Acker, auf dem sie spielen. Aber man kann es immer wieder hören.  Zum einen haben sie eine angenehme Stimme,  zum anderen sind sie gute Entertainer, aber mehr im Sinne der arabischen Geschichtenerzähler. Ein bisschen sind sie auch mit dem thomas Gottschalk geistesverwandt: Der erzählt auch immer das selbe, aber das macht nichts. Ein Blauwal würde auf einen Vorwurf diesbezüglich höchstens antworten: Die wichtigen Dinge bleiben immer gleich. Und dann würde er weiter Adventkranz binden, und hie und da ein paar tausend Liter Punsch trinken (den hausgemachten).

Der Blauwal ist genügsam und ernährt sich Ackerschollen, nur hin und wieder soll man ihm sein Augenlid streicheln, das mag er. Im Philosophieren sind Blauwale nicht so gut, auch Mathematik liegt ihnen nicht, sie sind eher Epiker: Tolstoi, Dostojewski, das mögen sie.

Am Abend legen sie sich im RAIFFEISEN-Silo der entsprechenden NÖ-Marktgemeinde schlafen, den Kopf nach oben. Da träumt er dann von Eisbären.

Am Morgen geh ich dann wieder mit ihm Gassi.

07
Nov
09

Deutfe Kameraden!

Kameraden, wir die wir füchtig find nach dem gehorfam: feid alletfeit drogenfüchtig nach dem Gehorfam, nach ftarker Treu, nach beftändiger Ehr, aufdauernder Tfucht! Auch fport und allerlei Übungen find fehr tfu empfehlen. Meiner feel’!

 

deutsche-leibeszucht

waf hat die Jugend nicht allef an fcham auf fich geladen! fie ordnen ihre fchuhe nicht! unordentlich ftehen die fchuhe herum! Die Jugenf find ungehorfam, launifch, und ohne Treu im Hertfen. fie widerfprechen, ohne daff man ef ihnen erlaubt hätte, fie find nicht brav, fie haben keine kurtfen Haare und fie haben einen Bart, obwohl dief nur den höchften und führendften Perfönlichkeiten geftattet ift!

fie folgen dem Lehramte nicht mehr, fondern gehen Tag und Nacht in Mufik-Reftaurants, fo genannte “Difkotheken” wo fie abfeuliche, moderne amerikanifche Oftküften-Mufik hören, auch “Jazz”  genannt (daf fpricht man “Jäff” auf.) Diefe Mufik bewirkt den fchwund aller treudeutfen Tugenden, fie erweicht daf Rückgrat und bewirkt dauernde Mafturbation. Die Jungenf werden fo fehr unfauber, ja, fie werden fogar tfu Linkfhändern. Auferdem konfumieren fie Drogen, wie tfum Beifpiel lfd. waf follen WIR dagegen tun wo wir doch wiffen, daf die eintfige wahre Droge der bedingungslofe Gehorfam ift? fchwere Frage. Wir müffen, Kameraden, felber tfu Gehorfamsverkäufern werden, tfu Drogendealern. Kameraden, wir werden von Jahr tfu jahr weniger! lange fchon find wir durch die fefchen Karl Heintf Graffer Raffe abgelöft worden! Daf fchmertft. Erft geftern haben wir den h.s.g.l.m. Oberfturmbannführer Ulrich fiegfried HEMPEL tfu Grabe tragen müffen. aber wir geben niemalf auf!

02
Nov
09

Karl Heinz Grasser – unschuldig!

 

Karl Heinz Grasser ist UNSCHULDIG!

Es ist alles eine Unterstellung.

Erstens: Karl-Heinz Grasser war NIE Finanzminister. Diese Unterstellung ist eine Frechheit! Man wird sie ihm nie beweisen können. Vielmehr war Karl Heinz Grasser Zeit seines Lebens in der Privatwirtschaft tätig. Einem Erfolgsmenschen wie KHG käme es doch nie in den Sinn, für so etwas Böses wie den Staat zu arbeiten! Wo wir doch alle wissen: Mehr Privat-weniger Staat!

Zweitens: Karl-Heinz Grasser war NIE bei der FPÖ! Ein Freigeist wie er KANN es doch gar nicht bei nur einer Partei aushalten! Sein starker Charakter würde es niemals zulassen, sich nur des Geldes wegen einer Ideologie zu unterwerfen.

Drittens: Karl-Heinz Grasser war NIEMALS Neoliberaler! Weil: Karl-Heinz Grasser ist ein Erfolgsmensch. Erfolgsmensch, das heißt: Selber anpacken! Keine Sozialhilfe! Keine Schwäche! Na und kann es ein Erfolgsmensch gutheißen, dass Großbanken, die Immofinanz, Rüstungskonzerne etc. von Steuergeldern finanziert werden? Kann ein Erfolgsmensch wie KHG diesen Sozialtransfer, diesen Neid der Großkonzerne auf die brave Mittelschicht mittragen? Na eben! Ausserdem hat KHG lange Haare. DAS IST DER BESTE BEWEIS! Er war nicht dabei! Wenn überhaupt, dann hat man ihn zu etwas gezwungen, was er nicht wollte!

Viertens: Karl Heinz Grasser kann überhaupt keine Freunderlwirtschaft unterhalten haben, weil er gar keine Freunde hat! Ein so kompromissloser Idealist wie er kann sein Leben nur alleine leben, wie Jesus oder Buddha.

Fünftens: Man wird ihm NIE etwas beweisen können! Denn KHG ist schneller als das Licht. Er ist das Licht. Sobald sich die Staatsanwaltschaft in die Nähe seines Aktes begibt, tritt die Lorenz-Dilatation ein. Das heisst, die Zeit vergeht so langsam (siehe Relativitätstheorie), dass die Staatsanwälte den Akt niemals aufschlagen, geschweige denn bearbeiten können. Ausserdem sind die Akten gar nicht mehr da. Alle Filmaufzeichnungen sind gefälscht. Das waren die KOMMUNISTEN, die ROTARIER und die CARITAS! Und natürlich die BILDERBERGER, die FREIMAURER und die ROSENKREUZER! Das musste einmal gesagt werden.

22
Okt
09

Karl Heinz Grasser: Ich freue mich für ihn!

Die Zeit im Gefängnis wird ihm gut tun.

Er wird dort Gehorsam, Einfachheit und Demut lernen.

Er wird dort erkennen dürfen, dass auch arme Menschen ein Recht auf Leben haben. Zumal er selber bald zu ihnen gehören wird.

Er wird dort kurze Haare tragen, wie es sich für anständige Menschen gehört.

In niedrigen Diensten wie Latrinenputzen oder Gang-Kehren wird er seinen Nutzen für die Gesellschaft erkennen lernen. Er wird verstehen, wie erfüllend es sein kann, nützliche Arbeit zu leisten.

Er wird so, ganz langsam, zu einem brauchbaren Glied der Gesellschaft werden. Freilich wird man ihm, solange er selber noch nicht weiß, wie man sinnvoll arbeitet, die Arbeit von anderen zugewiesen bekommen.

Und dann wird man ihm, auch das muß sehr lang- und behutsam erfolgen, die erste Verantwortung übertragen: Man wird ihm einen kleinen Geldbetrag, sagen wir, 10 Euro, in die Hand geben, und ihm sagen, “Mach etwas damit!”

Das wird eine interessante Erfahrung für ihn werden.

Und langsam wird er erkennen, dass auch er eine Menschenwürde hat, ja, dass auch er, sogar er, der so viele Menschen ins Unglück gestürt hat, ein Mensch ist. Und langsam wird es Licht werden.