“Die Wirtschaft reguliert sich selbst”, ein Lieblingsspruch der so genannten Liberalen, eignet sich besonders gut als Emo-Satz für eine Ideologie, die ihre Pseudowissenschaftlichkeit durch Anleihen aus dem metaphysischen bzw. dem religiösen Gebiet kaschieren muss. Und wie definiere ich Wirtschaft? Ich muss nämlich erst einmal wissen, was sich da überhaupt selbst regulieren soll. Angebot und Nachfrage? Die damit zusammenhängende Welt- und Gesellschaftspolitik? Oder gleich die ganze Weltgeschichte? Dann kommt die Frage nach dem Wesen der Selbstregulation. Gemeint ist natürlich: Die Wirtschaft reguliert sich zum GUTEN. Wenn man den Satz “Die Wirtschaft reguliert sich selbst” aber ernst nimmt bedeutet das: Die Wirtschaft reguliert auch alles das, was sie von außen beeinflußt, wie z.b. Politik, Wissenschaft, Kultur, usw., denn sonst wäre die Wirtschaft ja fremd - und nicht selbstkontrolliert, logischerweise. Dann reguliert sie selbstverständlich auch das menschliche Denken, und die Wirtschaft definiert sich als Weltgeschichte. Ein paar Beispiele für Erfolgsstory Wirtschaft gefällig? Dreissigjähriger Krieg, erster Weltkrieg, Adolf Hitler, zweiter Weltkrieg, Vietnam, Irak, Joseph Stalin, und, jawoll, Kommunismus, alles ein Resultat für die grandiose Selbstregulierungsfähigkeit der Wirtschaft. Nur: Wenn die Wirtschaft uns, und nicht wir die Wirtschaft regulieren, was regen die Liberalen sich dann noch auf? Dann haben wir ohnedies keine Entscheidungsfreiheit, dann sind wir doch die Lämmer, und der Liberalismus unser guter Hirte, der uns von Zeit zu Zeit auf eine der oben genannten Schlachtbänke führt…..
Also gut, sagen die Liberalen, so haben wir das nicht gemeint, sondern: Wirtschaft definiert sich über Angebot und Nachfrage. Schööön. Und alles, das dieses beeinflusst, ist böse. Zum Beispiel Gesetze. Oder Sozialleistungen. Also weg mit Arbeitslosengeld, öffentlichen Schulen, weg mit den Pensionen, jawoll!, auch die verzerren die Wirtschaft, weg mit öffentlich finanzierter Forschung, weg mit öffentlicher Kranken- und Unfallversicherung, usf, und weg mit all jenen Gesetzen, die uns diesbezüglich zu irgend etwas zwingen wollen! Die sind sowieso pfuigack. Weil der Liberalismus ist keine Ideologie er ist die Wahrheit und die Freiheit und die Wirtschaft ist der liebe Gott, und der braucht keine Gesetze, und die Wahrheit braucht keine Regulierung. Regulierungen sind auch pfuigack. Weil: Gesetze sind nicht natürlich (wie auch Ideologien nicht natürlich sind), die Wirtschaft aber ist Natur pur. Jetzt wissen die Liberalen aber schon: Tun wir gar nichts, geschieht nicht Liberalismus, sondern Weltgeschichte. Also fordern sie Gesetze, wenn möglich im Verfassungsrang, die alles verbieten, was der Wirtschaft irgendwie in ihr göttliches, respektive natürliches Handwerk pfuschen könnte. Sie fordern künstliche Beeinflussung der Weltgeschichte, und Regulierungen, die ja eigentlich pfuigack sind, um eine Welt ohne pfuigack durchsetzen zu können. Nein, logisch ist das nicht. Sondern paradox. Und ein Paradoxon kann nur über ein übergeordnetes System erklärt werden. Dieses übergeordnete System ist halt idealerweise Gott. Nachdem aber der originale Gott solche wirtschaftsfeindlichen Sachen wie Nächstenliebe oder Menschenwürde verlangt, und weil er was dagegen hat, dass Leute auf der Straße verrecken, nur weil sie sich keine Sozialversicherung leisten können, und/oder keinen Job haben, weil sie drei Wochen krank waren, und die Firma sie, kein Gesetz hat sie daran gehindert, auf die Straße gesetzt hat, ja deshalb brauchen wir einen neuen Gott, und der heißt Wirtschaft. Und so ist auch der Satz “Die Wirtschaft reguliert sich selbst” zu verstehen: Als göttliches Attribut. Die Wirtschaft ist in sich perfekt, vollkommen, abgeschlossen. Der selben Bauart dann der unvergessliche Satz: “Geht´s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut” Aus real- wirtschaftlicher Sicht ist der Satz natürlich nonsens, warum soll es mir gut gehen, wenn EXXON oder PHILLIPS seinen Umsatz verdoppelt, während mein Gehalt gekürzt wird, und ich, mit einen schönen Überstundenpauschal- all you can work- Arbeitsvertrag ausgestattet, ausser Arbeit und Schlaf nichts mehr vom Leben habe? Aus religiöser Sicht hingegen erklärt sich der Satz ganz leicht: Gott wohnt in mir in und ich in Gott. Also geht mir gut, wenn es Gott gut geht. Gott Wirtschaft meint es freilich ein bisschen anders: Ob es dir, Mensch, gut geht, ist mir scheißegal, so lange es mir (und ein paar Karlheinz Grassers) gut geht, es ist mir sogar so dermaßen scheißegal, daß es dir, und wenn du hundertmal verreckst, gut geht, weil ich das so sage, ich, Gott Wirtschaft, Spruch des Herrn.
Nach dem Nationalsozialismus, dem Stalinismus, dem Leninismus und dem Faschismus, haben wir nun den Liberalismus, unter dem es uns gut geht, weil er uns sagt : IHR HABT MICH, EUCH GEHT ES GUT!
Wie du so schön sagtest:
“Gehts der Wirtschaft gut - gehts uns allen gut!”
UND -
mach mir ja nicht den Führer schlecht - hörst du!
an chief 2 Big Balls
Mausischatzi! Ich führ dich wohin du willst! zum beispiel ins savoy!
Ich denke, eine Ideologie kann man nur dann aufbauen, wenn man sich selbst vergisst.
Wenn man aber bedenkt, dass der Mensch ein Mensch ist und eben kein Tier, dann muss man wohl zu einem würdigeren Weltbild kommen.
Aber eine Frage habe ich: Was ist der positive Ansatz, den Du dem liberalistischen Ideologismus entgegenstellst.
Oder, noch direkter gefragt: woran glaubst Du?
(auch wenn ich Dich jetzt in kitschiges Fahrwasser bringe mit dieser Frage
)
Früher hat das Wirtschaftsministerium noch “Handelsministerium” geheißen, und damals haben die NLWW (NeoLiberalenWirtschaftsWichser) noch nicht die Macht übernommen. (Zumindest nicht so arg wie heute, mit Hedgefonds und anderen Heuschrecken)
Gegen den Handel an sich habe ich ja nichts - Lassts mir die Händlerkaste in Ruh. Handel - in Maßen - ist eh OK. Es kann ja nicht jeder aus der Brahmanenkaste kommen. Aber die, die jetzt in der Händlerkaste sitzen, sind aller-unterste Shudras. Das sind die NLWW, Wiedergeburten von Heuschrecken und Shrimps.
Ein Echter Händler macht nämlich folgendes:
1. Er verarscht seine Kunden nicht. Ein Kunde kommt nämlich nicht nur einmal. Ein NLWW hat dafür: “Support-Centers”, “24h - Hotlines”, wo man niemals mit einem menschlichen Wesen spricht, “FAQ’s”, um Kundschaft einfach so abzuschaseln usw usw usf.
2. Ein Händler besitzt eine Ethik. Seine Angestellten dürfen frei haben usw. Ein NLWW aber redet dir ein, daß es cool ist, und “noch viel einfacher” und “Schneller”, in der Freizeit zu Arbeiten. Beispiel: “Donauinsel: Ideal zum Arbeiten” - Eine Handywerbung. Wenn ich auf der Donauinsel sitze, will ich ja eben NICHT scheiß E-Mails schreiben, sondern saufen, schwimmen und tanzen.
3. Ein Händler stiehlt dir nicht dein Geld. Seine Preise sind angemessen. Die NLWW aber ……. usw. usf.(Stichwort: DRM-Freie Mp3’s)
4. Ein Händler stiehlt dir keine Zeit. Ein NLWW schickt dich von Adam nach Eva, wenn er dir ein schadhaftes Produkt verkauft hat. Erst heute habe ich beim Niedermeier ein Pärchen gesehen, das eine Reklamation hatte. “4 Wochen” dauere es, “er müsse es selbst einschicken” usw., worauf das Pärchen beschloß, in ihrer Freienzeit selbst zum “Support Center” am Arsch der Welt zu fahren. Warum?
5. Ein Händler weiß, daß sowohl der Lieferant als auch der Kunde leben will. Ein NLWW hat Dumping-Preise und läßt seine Lieferanten verhungern (Afrika, Südamerika, usw.)
FAZIT: Händler
NLWW
YouRs SinCereLy CrippLeD SaM
Download Hanuman Chalisa, Gayatri & Hanuman Aarti and other Bhajan Mp3’s at:
http://hanumanji.wordpress.com
hehe naja versteh den großteil nicht…. kann aba auch daran liegen dass ich noch alk von gestern in meinem blut habe….
naja vll scheib ich irgendwann mal was sinvolles!
lg Wolfi
W.Fischer Ukulelen
http://ukefreak.wordpress.com
ich denke das mit dem liberalismus viel schundlider getrieben wird, trotz desto nichts halte ich die wirklich freiheitlichen aspekte des liberalismus für wichtig und hervorhebenswert
auch miteinander handeln heist etwas zu tun, und man könnte den liberalismus auch auf
“die freiheit des einen hört auf wo die freiheit des anderem anfängt” reduzieren
und aus dieser sicht ist es einfach illegitim wenn wenn sich jemand (der staat) in etwas einmischt womit alle beteiligten einverstanden sind..
blos blöd das darin die funktion des staates besteht: das gewaltmonopol, der große erpresser
das was mich von radikal liberalen unterscheidet ist die frage des eigentums
eigentum kann nicht einfach ein grundrecht sein
gleiches gilt für ‘demokratie’, oder genauer gesagt das mehrheitsrecht
und zu sachen wie sozialsystemen: tejk ä lukk ät dis
ich hoffe meine hingeworfene meinung kann eine diskussion verursachen
@marti
Ich bin ja eh auch für den Liberalismus, aber für den sich auf die Freiheit der Individuen beziehenden, im Gegensatz zu dem, der die Freiheit der Firmen meint, den Einzelnen nach Belieben auszunützen, auszuquetschen, ausbluten zu lassen und das versklavte Wrack dann weghauen zu dürfen - Ich halte es ganz nach deinem Motto “die freiheit des einen hört auf wo die freiheit des anderem anfängt”.
Und da bin ich schon dafür, dass wir (=die nicht-Firmenbesitzer) uns zusammentun, und für unsere Freiheitsrechte eintreten! Wenn wir uns dann weiters mit den Besitzern zusammenraufen (wie das im Detail auch ausschauen mag) und wir zu einer Lösung kommen, mit der alle Leben können, so nenne ich das Staat. Es ist halt dann ein ideales Gebilde, die Wirklichkeit sieht schon anders aus, ehschowissen. Jetzt wissen wir aber: Es gibt Aasgeier (z.b. unter den Firmenbesitzern) die sich nicht an die Übereinkommen halten werden, wenn man sie nicht dazu zwingt. Ich denke, dass sich ein idealer Staat eben dadurch definiert, ein Maximum an Freiheit zu gewährleisten. Das bedeutet: Ein Mensch gewinnt verhältnismäßig wenig Freiheit dadurch, dass er die Freiheit hat, andere zu versklaven (Fall 1) (als Beispiel). Der Versklavte hingegen gewinnt enorm viel Freiheit, wenn er aus der Knechtschaft entlassen wird (Fall 2). Die Summe der Freiheit ist also für Fall 2 größer und dieser daher zu bevorzugen.
Die Frage die sich stellt, lautet (meiner Ansicht nach) also: Wie lautet das Gleichgewicht zwischen Gesetz und Anarchie, welches die größtmögliche Freiheit bringt?
P.S. Ich werde dich auf die Blogroll bringen zwecks besseren Gedankenaustauschs. Nachdem ich leider ein unfähiger Blogmaster bin, bitte ich um Geduld, bis mir da der Herr erstersein hilft.
hallo Igor
ja für mich heist die größtmögliche freiheit für alle schlicht anarchie
und anarchie heist für mich der friedliche wiederstand gegen gewalt und herrschaft
es mag leute geben di darunter etwas ganz anderes sehen, aber ich finde der begriff beschreibt das was ich will am nächsten
vielleicht könnte man es auch konsens-anarchie nennen: legitim ist das mit dem sich alle abfinden können, frei ist das was aus eigenem interesse entsteht
alles was über gewaltfreiheit und selbstbestimmung hinaus geht erwächst aus verträgen: eigentum und mehrheitsentscheidungen sind sicherlich immer kompromisse, aber wenn sie auf freiwilliger basis entstehenist es fast unmöglich das dadurch lange jemand unterdrückt wird
und ich denke was dem am meinsten im wege steht sind chefs und staaten, bzw alle die sich anmaßen für andere zu denken
fahnenflucht, steuerhinterziehung, demonstrationen, antiautoritäre erziehung, aufklärung und streiks sind die legitimen mittel dagegen
das ist der link den ich dir im letzen kommetar schicken eigentlich wollte: http://zine.paxx.tv/?p=20