Archiv für November 2009

21
Nov
09

Einen Blauwal haben

Ich scheiß auf Politik. Ich hätte gerne einen Blauwal. Das ist besser. Einen Blauwal haben. Am Morgen aufstehen, die Vöglein zwitschern (im Sommer), das Laub raschelt (im Herbst) oder der Schnee knirscht (im Winter), und mit dem Blauwal Gassi gehen, „ums Eck“.

Einen Blauwal haben, den mir nicht einmal ein UFO wegnehmen kann. Ja, so ein Blauwal, so ein Blauwal. Einen Blauwal mit vier Buchenstamm dicken Stampfern. Weil: Er muß auch gehen können. Das mit dem ums Eck biegen könnte ein Problem werden, weil ein Blauwal einen großen Kurvenradius hat.  Es könnte passieren, dass er große Tiere zertritt, wie Rottweiler, Doggen, Dachse oder Adler, auch Menschen, wenn sie nicht laut rufen.

Darum würde ich mit meinem Blauwal aufs Land ziehen, da kann weniger passiren, da tobt sich der Blauwal auf den Feldern aus, da hat er Auslauf. Dort spielt er dann mit Bäumen und Felsen.

So ein Blauwal ist der beste Gesprächspartner. Stundenlang kann man mit ihm beim Kaminfeuer in einer kalten Winternacht sitzen,  Adventkranz flechten, und sich seine Geschichten über den Frieden des blauen Meeres anhören, das in den Tiefen nach Zitronenlimonade schmeckt. Im Grund erzählen Blauwale immer nur dasselbe: Vom Meer, von Zitronenlimonade, von Urzeitkrebschen, vom Raiffeisensilo, und vom Acker, auf dem sie spielen. Aber man kann es immer wieder hören.  Zum einen haben sie eine angenehme Stimme,  zum anderen sind sie gute Entertainer, aber mehr im Sinne der arabischen Geschichtenerzähler. Ein bisschen sind sie auch mit dem thomas Gottschalk geistesverwandt: Der erzählt auch immer das selbe, aber das macht nichts. Ein Blauwal würde auf einen Vorwurf diesbezüglich höchstens antworten: Die wichtigen Dinge bleiben immer gleich. Und dann würde er weiter Adventkranz binden, und hie und da ein paar tausend Liter Punsch trinken (den hausgemachten).

Der Blauwal ist genügsam und ernährt sich Ackerschollen, nur hin und wieder soll man ihm sein Augenlid streicheln, das mag er. Im Philosophieren sind Blauwale nicht so gut, auch Mathematik liegt ihnen nicht, sie sind eher Epiker: Tolstoi, Dostojewski, das mögen sie.

Am Abend legen sie sich im RAIFFEISEN-Silo der entsprechenden NÖ-Marktgemeinde schlafen, den Kopf nach oben. Da träumt er dann von Eisbären.

Am Morgen geh ich dann wieder mit ihm Gassi.

07
Nov
09

Deutfe Kameraden!

Kameraden, wir die wir füchtig find nach dem gehorfam: feid alletfeit drogenfüchtig nach dem Gehorfam, nach ftarker Treu, nach beftändiger Ehr, aufdauernder Tfucht! Auch fport und allerlei Übungen find fehr tfu empfehlen. Meiner feel’!

 

deutsche-leibeszucht

waf hat die Jugend nicht allef an fcham auf fich geladen! fie ordnen ihre fchuhe nicht! unordentlich ftehen die fchuhe herum! Die Jugenf find ungehorfam, launifch, und ohne Treu im Hertfen. fie widerfprechen, ohne daff man ef ihnen erlaubt hätte, fie find nicht brav, fie haben keine kurtfen Haare und fie haben einen Bart, obwohl dief nur den höchften und führendften Perfönlichkeiten geftattet ift!

fie folgen dem Lehramte nicht mehr, fondern gehen Tag und Nacht in Mufik-Reftaurants, fo genannte „Difkotheken“ wo fie abfeuliche, moderne amerikanifche Oftküften-Mufik hören, auch „Jazz“  genannt (daf fpricht man „Jäff“ auf.) Diefe Mufik bewirkt den fchwund aller treudeutfen Tugenden, fie erweicht daf Rückgrat und bewirkt dauernde Mafturbation. Die Jungenf werden fo fehr unfauber, ja, fie werden fogar tfu Linkfhändern. Auferdem konfumieren fie Drogen, wie tfum Beifpiel lfd. waf follen WIR dagegen tun wo wir doch wiffen, daf die eintfige wahre Droge der bedingungslofe Gehorfam ift? fchwere Frage. Wir müffen, Kameraden, felber tfu Gehorfamsverkäufern werden, tfu Drogendealern. Kameraden, wir werden von Jahr tfu jahr weniger! lange fchon find wir durch die fefchen Karl Heintf Graffer Raffe abgelöft worden! Daf fchmertft. Erft geftern haben wir den h.s.g.l.m. Oberfturmbannführer Ulrich fiegfried HEMPEL tfu Grabe tragen müffen. aber wir geben niemalf auf!

02
Nov
09

Karl Heinz Grasser – unschuldig!

 

Karl Heinz Grasser ist UNSCHULDIG!

Es ist alles eine Unterstellung.

Erstens: Karl-Heinz Grasser war NIE Finanzminister. Diese Unterstellung ist eine Frechheit! Man wird sie ihm nie beweisen können. Vielmehr war Karl Heinz Grasser Zeit seines Lebens in der Privatwirtschaft tätig. Einem Erfolgsmenschen wie KHG käme es doch nie in den Sinn, für so etwas Böses wie den Staat zu arbeiten! Wo wir doch alle wissen: Mehr Privat-weniger Staat!

Zweitens: Karl-Heinz Grasser war NIE bei der FPÖ! Ein Freigeist wie er KANN es doch gar nicht bei nur einer Partei aushalten! Sein starker Charakter würde es niemals zulassen, sich nur des Geldes wegen einer Ideologie zu unterwerfen.

Drittens: Karl-Heinz Grasser war NIEMALS Neoliberaler! Weil: Karl-Heinz Grasser ist ein Erfolgsmensch. Erfolgsmensch, das heißt: Selber anpacken! Keine Sozialhilfe! Keine Schwäche! Na und kann es ein Erfolgsmensch gutheißen, dass Großbanken, die Immofinanz, Rüstungskonzerne etc. von Steuergeldern finanziert werden? Kann ein Erfolgsmensch wie KHG diesen Sozialtransfer, diesen Neid der Großkonzerne auf die brave Mittelschicht mittragen? Na eben! Ausserdem hat KHG lange Haare. DAS IST DER BESTE BEWEIS! Er war nicht dabei! Wenn überhaupt, dann hat man ihn zu etwas gezwungen, was er nicht wollte!

Viertens: Karl Heinz Grasser kann überhaupt keine Freunderlwirtschaft unterhalten haben, weil er gar keine Freunde hat! Ein so kompromissloser Idealist wie er kann sein Leben nur alleine leben, wie Jesus oder Buddha.

Fünftens: Man wird ihm NIE etwas beweisen können! Denn KHG ist schneller als das Licht. Er ist das Licht. Sobald sich die Staatsanwaltschaft in die Nähe seines Aktes begibt, tritt die Lorenz-Dilatation ein. Das heisst, die Zeit vergeht so langsam (siehe Relativitätstheorie), dass die Staatsanwälte den Akt niemals aufschlagen, geschweige denn bearbeiten können. Ausserdem sind die Akten gar nicht mehr da. Alle Filmaufzeichnungen sind gefälscht. Das waren die KOMMUNISTEN, die ROTARIER und die CARITAS! Und natürlich die BILDERBERGER, die FREIMAURER und die ROSENKREUZER! Das musste einmal gesagt werden.