Misik schreibt im letzten”Falter” über die Wechselwirkungen zwischen 9/11 und Religion.
Richtigerweise verwendet er dort das Wort “Frömmler”, und unterscheidet dadurch zwischen jenen, die eine Religion (welche auch immer) für niedrige Zwecke (derer gibt es wohl auch mehrere, dazu später) missbrauchen, und ernsthaften Gläubigen
Das ist gut, denn dadurch brauchen sich seriöse Gläubige nicht angesprochen fühlen.
Wodurch zeichnen sich, meiner Meinung nach, Frömmler aus? Erstens daurch, aus ihrer Religiom politischen Profit schlagen zu wollen.
Zweitens dadurch, dass er aus der inneren Gemeinschaft Profit schlagen will. Der Frömmler löst sich persönlichkeitslos in seiner Gemeinschaft auf, und genießt die “Stallwärme”. Das ist zwar per se nicht verwerflich. Jeder, auch der intellektuelle Anarchist, wärmt sich des Abends kuschlig am Geistesbruder, mag die Pose auch noch so eine harte sein. Wer aber in dieser Pose verharrt, wird weder sich, noch andere weiterbringen.
Drittens dadurch, dass der Frömmler aus seinem Glauben sentimentalen Profit schlagen will.
Jeder Anfänger der Mystik und der Kontemplation kennt es, wenn sich die Freude über ihn ergießt. Es mag sein, dass ein Mensch den Auftrag hat, zeit seines Lebens nur jene Freude und jenes Licht zu genießen. Wer aber den Auftrag erhält, die schrecklichen Abgründe aufzudecken, und dies nicht tut, wird wohl der Sentimantalität verfallen. Wie sich Rosamunde Pilcher zu Samuel Beckett verhält, so verhält sich das Verharren in jener ersten Freude zu jenem Aufdecken der Abgründe, welche der hl. Johannes vom Kreuz “die dunkle Nacht” nennt. Wobei aber, wie gesagt, jenes Durchmessen des Abgrunds und der äußersten, eisigen Enden, eine Frage des Auftrags ist, den nicht jeder empfangen muß. Wer ihn aber empfängt, wird erleben, wie der Herr in der äußersten Finsternis strahlt, und das ist ja das Entscheidende: Das Leid nicht zu verdrängen, sondern in der Finsternis die Freude zu finden!
Wer nun jenes Ergießen der Freude nicht kennt, geschweige denn, ie “dunkle Nacht”, möge sich durch dieses Schreiben nicht nicht bekümmern. Für jene, die sich näher interessieren, und wissen, was gemeint ist, darf ich “die dunle Nacht” vom hl. Johannes vom Kreuz empfehlen.
Zurück zu Misik: Dass 9/11, wie er glaubt, die absterbenden Religionen wieder belebt habe, scheint mir doch eine etwas oberflächliche Sicht der Dinge. Tatsächlich hat sich bereits in den 90ern eine Rückkehr zu Mystik und Spiritualtät abgezeichnet. Mir scheint eher, dass Misik dieser Entwicklung ratlos gegenüber steht, und, um Erklärungen ringend, selbige in 9/11 gefunden zu haben glaubt.
Da gleicht er lustigerweise den US.-Republikanern, die für das Elend der Welt, irgendwelche hanebüchenen Gründe anführen, zum Beispiel, dass Marylin Manson für die moralische Verlotterung der USA verantwortlich seien. Also ich mag Marilyn Manson, aber die Reps offensichtlich nicht, also muss er schuld sein. Logisch. Genauso logisch ist es für Misik, so jedenfalls liest es sich heraus, dass 9/11 an der Renaissance der Religionen schuld sei.
Insofern dient ihm 9/11 wohl als Projektions fläche, die ihm Religion als rein soziologisches Phänomen zu interpretieren gestattet. Als Soziologe und Seismograph gesellschaftlich-wirtschaftlicher Entwicklungen ist er ja durchaus kompetent, da lese ich seine Artikel gerne, vielleicht wäre es gerade deshalb eine für ihn lohnende Aufgabe,die wissenschaftliche Grenze der Soziologie zu definieren.
Der Theologie zb hat es gut getan, den Physikern und Biologen nicht mehr dreinzureden, und umgekehrt wärs auch nicht schlecht.
ja, und man sollte sich als religiöser Mensch auch von den Theologen nicht allzuviel dreinreden lassen
stimmt!
statt “Theologie” hätte ich eher Mystik-Kontemplation-Reliogion verwenden können…
LG KNI
Ich finde sonst keinen Platz, daher schick ich dir hier einen Link, der genau das widergibt, was ich gestern anzusprechen versucht habe.
100% Zustimmung, der Herr triffts exaktestens auf den Punkt, könnte von mir sein:
http://derstandard.at/1315005672346/Wolfgang-Schuessel-und-der-Geist-aus-den-Flaschen
So eine Punktlandung hab ich selten gelesen.
Und Misik mog i ned
@Martin
Danke für den Link!
Mir kommt vor, dass man das Wesen Schüssels vielleicht doch besser verstehen kann…….
……mit 18 Matura, und die Weisheit mitm Löffel gefressen haben. Elitekaderschule.
Dann in einen geschützten Bereich gehen, aber hauptsache, über “freie Wirtschaft” schwadronieren……
und nichts dazulernen, vor allem: menschlich nicht.
eine einfache, klare Zweiteilung der Welt: böser Kommunismus, guter Kapitalismus. Also ist das beste System das der Wirtschafts-Anarchie.
Und auf Heiratsschwindler ((c) Maurer) wie den Grasser hereinfallen. Das ist für mich recht logisch. Und immer noch keine Ahnung vom Leben haben, nach dem Motto: “Wer es nicht geschafft hat, ist selber schuld.”
Eine Schwäche für die “Schlauen, Geschickten” haben, und wie gerne wäre er selber ein solcher gewesen! Dass es einen Unterschied zwischen “Schläue” und “Weisheit” gibt, scheint sich ihm nie so recht erschlossen zu haben.
Ob er jetzt was dazugelernt hat, weiß ich nicht.
Zu wünschen wärs ihm.
lg KNI