Autor Archive für novizeigor

14
Jun

Offener Brief an Omar Al-Rawi

Gratuliere zu Ihrer gelungenen Integration! Mit ihrem Interview im Falter 24/08 haben Sie sich als echter Österreicher erwiesen!

Waldheim wäre stolz auf Sie!

Als Thomas Bernhard sein Stück “Heldenplatz” veröffentlichte, hat es der typische Österreicher selbstverständlich nicht der Mühe wert befunden, das ganze Stück zu lesen, aber alle haben es “zitiert”. Worte wie “Kontext” sind dem klassischen Österreicher bis heute fremd. Ihnen offensichtlich auch. Wie viel angenehmer lebt es sich in kleinräumigen Gedanken, wie viel einfacher lassen sich Diskussionen mit Schlagwörtern erschlagen. Ein differenziertes Wechselwirkungskonstrukt zwischen beispielsweise Islam und Kultur? Brauch ma ned.

Es ist doch ganz einfach: Zwangsehen, Aggressivität, usw sind Auswirkungen der jeweiligen Kultur. Der Islam ist immer unschuldig! Super: An den Kreuzzügen war ja auch nur die germanische Kultur schuld, das hat doch REIN GAR NICHTS mit Christentum zu tun!

Riechen Sie den Fehler? Trotz Reinwaschung stinkts hier irgendwo!

Wer nicht verstehen will (das nicht-Wollen ist das Problem, sehr geehrter Herr Al-Rawi), wie Religion und Kultur wechselwirkt, wird Erstere immer von allen Fehlern reinwaschen und so niemals etwas zur Besserung -nämlich der Religionsausübung- beitragen. (über den religiösen Kern ist hierbei noch gar nichts gesagt, der zeigt sich nämlich im Gebet und in der Tat, und nicht im politischem Gebrüll.)

Symptomatisch ist also, dass Sie Schirrmacher sofort Islamfeindlichkeit vorwerfen, wo diese die negative Einwirkung einer Kultur auf den Islam (und nicht umgekehrt) kritisiert, und also am Islam Negatives verhaften bleibt. Selbstverstänlich werden wir nigerianische Mullahs finden, die für die weibliche Beschneidung eintreten, also tun sie es im Namen des Islam. Indem Sie nun Schirrmacher eben diese Aussage verbieten wollen, sie zumindest extrem aggressiv kontern, zeigen Sie ihr Unverständnis.

Über dem Islam herrscht ein Denkverbot, weil Sie (und viele andere) nicht in der Lage sind, zwischen dem tatsächlichen Kern der Religion, über den man - wie bei jeder Religion - nur schweigen kann, und dem Rand, der Ausübung mit all den schrecklichen politischen Verstrickungen, zu unterscheiden. Das aber macht den Unterschied zwischen primitver und aufgeklärt - mystischer Religionspraxis aus. Am Rand lässt sich eine Religion nicht von der zugehörigen Kultur unterscheiden. Wo Kulturkritik - und diese MUSS erlaubt sein! - und Reiligionskritik eins ist, muß sich die Religion den Vorwürfen stellen! Christen können sich bei den Hexenprozessen (siehe auch: Kreuzzüge) nicht darauf ausreden, dass das halt die Kultur war. Das Christentum hat ja die Kultur beeinflußt und muss daher auch Stellung beziehen. Dasselbe gilt für den Islam. Ihre rigide Trennung in “Islam” und “Kultur” ist daher erstens feig, es dient Ihnen dazu, sich aus der Diskussion zu flüchten, und zweitens totalitär und tatsächlich fundamentalistisch, weil Sie, in Vermischung der Dinge, ein Denkverbot fordern, wo es dringendst der Aufklärung bedürfte!

Ich gestehe Ihnen aber zu, dass Sie, in guter österreichischer Manier, diesen Ihren Fundamentalismus nicht erkennen. Man kann Ihnen keine Vorsätzlichkeit vorwerfen. Das Verdrängen ist aber des Übels genug.

Zurück zu ihrer ergfolgeichen Integration: Wie dem guten Österreicher eigen, gehen sie nicht in der argumentativ-Sachlichen Ebene auf Schirrmacher ein, sondern diskreditieren Sie persönlich. “Ich kann auch darauf hinweisen in welchen evangelikalen Netzwerken diese Frau steht” ( Zit: Omar Al-Rawi, Falter 24/08  ) Darf ich Sie darauf hinweisen, in welchen Netzwerken Sie stehen? Wie viele des Radikalismus Verdächtige sich im Umfeld der Islamischen Glaubensgemeinschaft befinden? Das ist Demagogik der billigsten Sorte, Herr Al-Rawi! Ich werde -im Gegensatz zu Ihnen- nur auf das tatsächlich von Ihnen Gesagte rekurrieren.

Sie sagen: “Hetzer wie FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache picken sich aus den Büchern dieser Leute ihre Argumente heraus.” Kurz zuvor im Interview sagten sie: “Ich muss nicht alles lesen. Ich habe ein paar Zitate.” (Falter, 24/08  )

Was machen Sie also? Sie picken sinnentfremdete Zitate aus Büchern heraus. Gratuliere nochmal zur gelungenen Integration!

Am besten aber haben Sie sich als wahrer Österreicher erwiesen, als Sie kundtaten: “Wir brauchen hier keine Zurufe von außen.” Genau! Mir san mir! De ganzen Experten brauch ma ned! (Vor allem dann nicht, wenn Sie Dinge sagen, die nicht so angenehm sind). Wir wählen, wen wir wollen! Zum Beispiel den Waldheim!

Sie wären 1988 der erste gewesen, der mit Geifer vor dem Mund gegen die Aufführung von Heldenplatz demonstriert hätte, am besten mit einer Marienstatue in der Hand! (Das sind dann nur kleine kulturelle Unterschiede).

Große österreichische Klasse: Ihr moralisches Gegenrechnen, nach dem Motto “Wieso berichten Sie nicht über christliche Religionslehrer, die gegen den Islam hetzen?” Richtig: Warum reden wir dauernd über den Hitler (einen Österreicher), wenn doch der Stalin genauso böse ist?

Lieber Herr Al Rawi: Nur weil es andere böse auch gibt, ist das noch lange kein Grund, die Bosheit in den eigenen Reihen zu ignorieren. Das muss ich meinen Landsleuten auch dauernd sagen.

Immer schön nach dem Motto: ‘Aber der hat angefangen!’ Hat Ihre Religion nicht auch mit Vergebung zu tun? Dann PRAKTIZIEREN Sie sie! Davon reden ist zuwenig.

Ich bin ein großer Freund des Sufismus. Umso mehr ärgern mich die mittelalterlich totalitären Einstellungen, die bornierte Engstirnigkeit, mit der wir durch offizielle Vertreter (nicht alle!) der Islamischen Glaubensgemeinschaft konfrontiert werden.

Ganz ehrlich, ich bin die Waldheim’s leid, ob sie nun aus dem christlichen oder dem islamischen Lager kommen. Ich pfeif auf echte Österreicher. Wir wissen, welche Ideologien sie zu verschleiern und in biedermännischer Manier schönzureden suchten.

Sehr geehrter Herr Al Rawi, ein Österreicher sind Sie schon. Jetzt versuchen Sie bitte noch, ein Mystiker zu werden. Denn auf Ihrem momentanen Niveau ist das, was Sie Dialog nennen, nicht möglich. Denn, um mit ihren eigenen Worten zu spechen: “Wir hatten vereinbart, dass dieses Gespräch nicht populistisch wird.”

Mit freundlichen Grüßen, Novize Igor

30
Apr

Helmut Preisenhammer - Austropop Mp3 Download

Heimat-Austropop vom allerfeinsten, mit viel Gefühl und echter Einfachheit! Dabei aber fröhlich und “mit beiden Beinen auf dem Boden” wie man so schön sagt.

Download:

http://www.4shared.com/file/45900175/9e6efa9f/Helmut_Preisenhammer.html

28
Mär

Hunde nach zehn Jahren in der Privatwirtschaft

Arbeit macht frei, das wissen wir alle. Besonders frei und schön macht Arbeit in der freien Wirtschaft. Darum heißt sie ja auch frei. Nur die Gesundheit wird durch die 16-stunden-Arbeitstage ein wenig angeknabbert. Auch diese Hunde arbeiteten für ein privates Unternehmen (mit Überstundenpauschale). Ergebnis siehe hier:

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19
Jan

Download Plankton LP “Banale Grande” 80’s

Extrem geile, sagen wir einmal feminismuskritische Musik hier zum downloaden! Plankton hätte schon in den 80ern berühmt werden sollen, sind aber von der Ö3-Trulla Nora Frey (kennt die noch wer?) boykottiert worden. DAS war ihr zu hart….. Extrem empfehlenswert: “Die Nina die sagt nie na”

DOWNLOAD:

http://www.4shared.com/file/33570943/fec47d99/Plankton.html

10
Dez

Was haben Datenüberwacher und Zuhälter gemeinsam?

Dass die sogenannten Christlichsozialen Parteien längst die Primärtugenden im eitrigen Arsche der Wirtschaftsanarchie entsorgt haben, darf als soweit bekannt vorausgesetzt werden. Neu allerdings ist, dass nun auch die persönlichliche Sicherheit zur Senkgrube umfunktioniert worden ist. Diese, in witrschaftlichen Belangen längst neutralisiert -  das Recht auf Überleben ist zugunsten unserer lieben Großunternehmer abgeschafft und durch Flexibilität ersetzt worden - feiert als Vorwand, noch den Rest an Grundrechten zu eliminieren, fröhliche Urständ. Sie, die leere Grube, ist einfach mit einem anderen Inhalt (Law-and Order- Jauche) gefüllt worden! Nun dient sie als Vorwand für Datenüberwacher, unsere letzten Geheimnisse und Intimität auf die Straße zu zerren.

Datenschutz ist ein zaaches Thema, weil: wir haben keine Geheimnisse mehr, und die anderen sowieso nicht. Wir alle, die ganze Welt, sind ungefähr so spannend wie die Charts der deutschen Hitparade, unsere Individualität so einzigartig wie der Big Mäc. Unser Seelenleben erinnert an die hübschen Glasstahlbetonbauten minderbemittelter Architekten, und selbst unser Liebeskummer ist so spannend wie die Wellnessoase sowieso. Unsere politische Einstellung misst sich an den vollidiotischen Politikern, die, da zum Lügen zu dumm, nur noch lallen. Wozu Lügen? Wozu Wahrheit? Es ist, das können wir mit großer Bestimmtheit sagen, gleichgültig. Unsere Intimität kann sich mit der Innerlichkeit einer öffentlichen Latrine vergleichen, unsere ehrlichsten Geständnisse kommen nicht einmal mehr unter den Tiefsinn der neuesten raiffeisen-Werbung. Oder Lóreal. Oder eh wurscht. Weil ich es mir wert bin! Ich bin sowas von Kika! Anna den Kredit hamma! I  am from Austria! So tief und ehrlich samma, Puntigamer! Rapid! Rapid! Rapid is mei Religion! Nimm ein Sackerl für mein Gackerl, du kleine Plaudertasche! Jetzt kriegst Du mein Scheißen und in Farbe, nur 5 cent pro Minute! Also: Reinhard Fendrich ist unser größter Mystiker, weilst a Herz hast wie ein Opel mit dem Herz aus Österreich, mog i di! Die Kaiserin Sissi war ja so arm, die hat noch kein Handy gehabt und hat ihr Kokain alleine schnupfen müssen! Und der Gusenbauer und der Schüssel san so liab, weil die haben immer schon gewußt, was sie wollen haben! Das ist der Schlüssel des Erfolges! Tief in deiner Seele weißt du: Erfolg ist das wichtigste, lass dir deinen Liebeskummer Uniqua versichern! together forever now! Weil es ist der Mensch der zählt! Und Chiquita- Bananen! Und dann der von deinem Entertainment-Faktor, Infotainment-Neujahrskonzert, wenn dir von deinem Success, jawoll, von deiner Seele, deinem innersten schlecht wird! Kaum hast du dein Innerstes ausgekotzt, musst du schon wieder lächeln, weil: Man schaut dir zu! Lächeln erhöht die Quote, die Zuschauerzahlen! Dann können die Leute über dich weinen bei der Rosswurm, heute live-Übertragung aus dem Queens-Club! Vera live im Emotionsbordell! Und da sind wir schon bei den Zuhältern! Das sind nämlich wir alle, wir Arschwichser, wir Alfons-Haider Dauerouter, wir Dancing Stars! Wir, die Gemeinschaft! Wenn zwei oder drei in Veras Namen beisammen sind, ist Wüstenrot mitten unter ihnen! Wir sind in der Wüste vom Outen unsere Popos rot. Haben wir ein Geheimnis, lassen wir es schon einmal auf ebay schätzen. Und eben darum kann ich Plastikmensch, Buerlecthin, nicht darüber reden! Ich hab ja ein Doppelherz! Kurzum: Werte wie die Freiheit oder das Recht auf Leben sind werberesistent, wie der Vivaldi oder der Mozart! Du kannst sie nach Belieben verhunzen, sie nehmen keinen Schaden Rondo veneziano, schööön! Mit dem Recht auf Geheimnis ist es aber wie mit dem Haydn oder wie mit dem späten Beethoven: spielst du sie falsch, sind sie tot. Und da das Innere meiner und eurer Seele nur noch aus Werbeflächen besteht, und dahinter eine Glaswand, und dahinter ein Büro eines Telekommunikationsbetreibers, fällt alles über das Geheimnis zu Sagende ins Leere. Es ist das feinste und edelste unter allen Rechten. Schon darüber zu reden macht mich zum Zuhälter. Aber dazu werde ich gezwungen. Wir müssen Fendrich sein, ob wir wollen oder nicht! Erst wenn wir das Recht auf Geheimnis nicht über die Freiheit oder über das Leben herleiten, sondern aus sich selbst, ahnen (Scheisswort!) wir es. Wir können auch einen Schmetterlingsflügel nicht als Überlagerung von Schidkrötenpnzern begreifen. Vielleicht ist unter den Plakaten noch eine Kleisterspur oder eine rostige Schraube, die uns an uns erinnert, irgendetwas, das wir als nicht überwacht wissen, wenn wir mit dem Kotzen fertig sind.   

16
Okt

Lyrik-Gedichte

Nebelschwaden fragen

 

 Nebelschwaden fragen

Schwappen grau

Staub altes Wasser, kolloide

Tropfen und Kaulquappen

über Stiegen

träge Stiegen

Rinnen, worauf diese

Im Triefen liegend schliefen

 

Nebelschwaden fragen

Laub und Grab

Und Waldsaum trauern schizoide

Dort, ein Platz, im Knappen

unterm Frieden

schiefer Frieden 

Zwischen feuchten Stiefeln:

In diesen friert das Nieseln

 

Nebelschwaden fragen

 

(möglichst langsam vorzutragen)

31
Jul

DIE BESTE MUSIK DER WELT

 In Sanctus ist die Erleuchtung des Paulus skizziert. Diese interferiert negativ (sin (x-45)) mit der Anamnese Günther Paul Hogstätters, der die sexuelle Transfusion des ICH im DU des dritten Hermeneutikums perzepierte. Ewigkeit? Suprematie des Supra- Perennischen? Ja und Nein. Nur die Kürze des Werkes vermag die Spannung zu erhalten.

Zum Download (im DRM-freien Mp3-Format) hier klicken:

 http://www.uploading.com/files/M92EUKGV/Sanctus___Kardinal_Novize_Igor.mp3.html

Ein Jungbauer aus Ollersbach (Gemeinde Böheimkirchen) fährt im angetrunkenen Zustande nach Kirchstetten. Er verliert die Kontrolle über den Wagen und landet im Acker (Maisfeld). Er bleibt unverletzt, der Wagen jedoch erleidet einen Totalschaden. Die Atmosphäre der Ortschaften, der Haarschnitt des Jungbauers und die Architektur Böheimkirchens sind auf das Genaueste wiedergegeben.

Zum Download (DRM- freies mp3 Format) hier klicken:

http://www.uploading.com/files/4W84XHHP/Hypefolk___Kardinal_Novize_Igor.mp3.html

Wie stirbt ein Mensch am Lande, dessen Frau die Zeit als Witwe herbeisehnt, dessen Kinder die Erbschaft und der Pfarrer in der letzten Ölung einen Beamtendienst versieht? Die somnambule Stimmung des Volksfestes vermengt sich in narrativ- elementarer Weise zu einer linearen Transformation isolierter Elemente. Die Katharsis des Verlöschens am äußersten Rande der Banalität wird durch die extreme Komplexität der musikalischen Umsetzung auf das Meisterhafteste konterkarriert. Der Musikkritiker Jürgen Maria Kropp: “Das aller- allerbeste Werk der Musikgeschichte. Von Palestrina über Mozart zieht Kardinal Novize Igor eine Linie in das absolute Nichts, in die Verlöschung. Er hat den gesamten Schatz der zeitgenössischen Musik, ja aller Kunst schlechthin, in seinem Meisterwerk aufgenommen, erhöht, transsubstituiert und bestattet. Es ist das Größte, allen Emotionen gegenüber erhaben.” 

 Zum Download (DRM- freies mp3- Format) hier klicken:

http://www.uploading.com/files/KV3FKM0H/Der_Tod___Kardinal_Novize_Igor.mp3.html

28
Jul

waldmüller

vorankündigung!
der beste maler, zeichner und cartoonist der welt, die absolute nummer 1 in sachen fun und entertainment, hat sich bereit erklärt, seine besten cartoons auf dieser page zu veröffentlichen! wofür andere tausende euro zu bezahlen bereit wären, gibt es hier gratis. ihr habt sicher schon erraten, von wem die rede ist: franz josef waldmüller, besser bekannt als j. p. breughel! seine zeichnungen sind schonungslos und mit einem narrativen einschlag, doch verweisen sie auf die abgründe des rassismus sexismus knoiophrastismus und faschismus in anti-imperialistisch-somnambulem duktus, der auch zum schmunzeln verführen will. es ist aber ein humor zum nachdenken, provokation und betroffenheit stehen in diesen zeichnungen in hyposomem dialog. sie rufen zu engagement auf. wir freuen uns schon!

02
Jul

der feminismus meiner tante

sie haben ganz recht, manche männer reagieren unrund auf manche feministische äußerungen. zum beispiel, dass machos böse sind. was können wir männer dafür, dass frauen auf kasperln mit schönen hüten hereinfallen, zum beispiel mit hüten mit schönen blumen auf der krempe? aber da fangts schon an: was frauen ihr macho, ist unser kasperl! (das sind erfahrungswerte)

wir haben eine andere kommunikation. und entgegen landläufiger meinung ist männliche kommunikation nicht besser oder schlechter als die weibliche, sondern schlicht anders. beispiel: männer grüßen einander gerne mit seavas, arschloch! (wahlweise anderes schimpfwort)

bei frauen hab ich das noch nie erlebt. würde ich so bei einer frau vorstellig werden, hätte ich links und rechts eine picken. sind männer also böse? halten sie ihre besten freunde für arschlöcher?

mitnichten. vielmehr drücken sie aus, dass der gegrüßte ein so guter freund ist, dass die beschimpfung die freundschaft in keiner weise erschüttert.

ähnlich verhält es sich mit den sexwitzen. in der weiblichen kommunikation bedeuten sie was anderes als in der männlichen, sind deswegen aber eben nicht automatisch frauenfeindlich. wir lieben halt das spiel mit worten und das imaginieren von extremsituationen. es ist ja auch nicht jeder krimiautor ein mörder.

Natürlich hat jede Kommunikationsebene Vor- und Nachteile. Die männliche führt bei unintelligenter Anwendung zu Abstumpfung (Die weibliche hingegen so scheint es, widerum bei unintelligentem Gebrauch, zu Untergriffigkeit. Das gehört noch näher analysiert) Und, logischerweise, bei intelligenter Anwendung verschmelzen die Ebenen oder bieten schnittpunkte.

Wichtig aber erscheint mir dass beide Ebenen in Koexistenz leben dürfen. Hier ist gegenseitiges Erdulden gefragt… Also lassts uns Männern unsere Sprachnester und Abendrunden! Nicht alles ist böse, was unkorrekt klingt! (Das ist wichtig zu sagen, da ich die weibliche Kommunikatinsebene für die stärkere halte (dazu später, siehe meine Tante))

Um ein Bild zu gebrauchen: Anderen die eigene Sprache aufzuoktruieren, ist auch eine Form der Unterdrückung! Siehe Deutsche gegen Tschechen, Polen gegen Russen, usw. (Mit einem unterschied: die männliche sprache ist zudem genetisch bedingt und weder an- noch ablernbar!)

22
Jun

Die Wirtschaft reguliert sich selbst oder der neue Götzenkult

“Die Wirtschaft reguliert sich selbst”, ein Lieblingsspruch der so genannten Liberalen, eignet sich besonders gut als Emo-Satz für eine Ideologie, die ihre Pseudowissenschaftlichkeit durch Anleihen aus dem metaphysischen bzw. dem religiösen Gebiet kaschieren muss. Und wie definiere ich Wirtschaft? Ich muss nämlich erst einmal wissen, was sich da überhaupt selbst regulieren soll. Angebot und Nachfrage? Die damit zusammenhängende Welt- und Gesellschaftspolitik? Oder gleich die ganze Weltgeschichte? Dann kommt die Frage nach dem Wesen der Selbstregulation. Gemeint ist natürlich: Die Wirtschaft reguliert sich zum GUTEN. Wenn man den Satz “Die Wirtschaft reguliert sich selbst” aber ernst nimmt bedeutet das: Die Wirtschaft reguliert auch alles das, was sie von außen beeinflußt, wie z.b. Politik, Wissenschaft, Kultur, usw., denn sonst wäre die Wirtschaft ja fremd - und nicht selbstkontrolliert, logischerweise. Dann reguliert sie selbstverständlich auch das menschliche Denken, und die Wirtschaft definiert sich als Weltgeschichte. Ein paar Beispiele für Erfolgsstory Wirtschaft gefällig? Dreissigjähriger Krieg, erster Weltkrieg, Adolf Hitler, zweiter Weltkrieg, Vietnam, Irak, Joseph Stalin, und, jawoll, Kommunismus, alles ein Resultat für die grandiose Selbstregulierungsfähigkeit der Wirtschaft. Nur: Wenn die Wirtschaft uns, und nicht wir die Wirtschaft regulieren, was regen die Liberalen sich dann noch auf? Dann haben wir ohnedies keine Entscheidungsfreiheit,  dann sind wir doch die Lämmer, und der Liberalismus unser guter Hirte, der uns von Zeit zu Zeit auf eine der oben genannten Schlachtbänke führt…..

Also gut, sagen die Liberalen, so haben wir das nicht gemeint, sondern: Wirtschaft definiert sich über Angebot und Nachfrage. Schööön. Und alles, das dieses beeinflusst, ist böse. Zum Beispiel Gesetze. Oder Sozialleistungen. Also weg mit Arbeitslosengeld, öffentlichen Schulen, weg mit den Pensionen, jawoll!, auch die verzerren die Wirtschaft, weg mit öffentlich finanzierter Forschung, weg mit öffentlicher Kranken- und Unfallversicherung, usf, und weg mit all jenen Gesetzen, die uns diesbezüglich zu irgend etwas zwingen wollen! Die sind sowieso pfuigack. Weil der Liberalismus ist keine Ideologie er ist die Wahrheit und die Freiheit und die Wirtschaft ist der liebe Gott, und der braucht keine Gesetze, und die Wahrheit braucht keine Regulierung. Regulierungen sind auch pfuigack.  Weil: Gesetze sind nicht natürlich (wie auch Ideologien nicht natürlich sind), die Wirtschaft aber ist Natur pur. Jetzt wissen die Liberalen aber schon: Tun wir gar nichts, geschieht nicht Liberalismus, sondern Weltgeschichte. Also fordern sie Gesetze, wenn möglich im Verfassungsrang, die alles verbieten, was der Wirtschaft irgendwie in ihr göttliches, respektive natürliches Handwerk pfuschen könnte. Sie fordern künstliche Beeinflussung der Weltgeschichte, und Regulierungen, die ja eigentlich pfuigack sind, um eine Welt ohne pfuigack durchsetzen zu können. Nein, logisch ist das nicht. Sondern paradox. Und ein Paradoxon kann nur über ein übergeordnetes System erklärt werden. Dieses übergeordnete System ist halt idealerweise Gott. Nachdem aber der originale Gott solche wirtschaftsfeindlichen Sachen wie Nächstenliebe oder Menschenwürde verlangt, und weil er was dagegen hat, dass Leute auf der Straße verrecken, nur weil sie sich keine Sozialversicherung leisten können, und/oder keinen Job haben, weil sie drei Wochen krank waren, und die Firma sie, kein Gesetz hat sie daran gehindert, auf die Straße gesetzt hat,  ja deshalb brauchen wir einen neuen Gott, und der heißt Wirtschaft. Und so ist auch der Satz “Die Wirtschaft reguliert sich selbst” zu verstehen: Als göttliches Attribut. Die Wirtschaft ist in sich perfekt, vollkommen, abgeschlossen. Der selben Bauart dann der unvergessliche Satz: “Geht´s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut” Aus real- wirtschaftlicher Sicht ist der Satz natürlich nonsens, warum soll es mir gut gehen, wenn EXXON oder PHILLIPS seinen Umsatz verdoppelt, während mein Gehalt gekürzt wird, und ich, mit einen schönen Überstundenpauschal- all you can work- Arbeitsvertrag ausgestattet, ausser Arbeit und Schlaf nichts mehr vom Leben habe? Aus religiöser Sicht hingegen erklärt sich der Satz ganz leicht: Gott wohnt in mir in und ich in Gott. Also geht mir gut, wenn es Gott gut geht. Gott Wirtschaft meint es freilich ein bisschen anders: Ob es dir, Mensch, gut geht, ist mir scheißegal, so lange es mir (und ein paar Karlheinz Grassers) gut geht, es ist mir sogar so dermaßen scheißegal, daß es dir, und wenn du hundertmal verreckst, gut geht, weil ich das so sage, ich, Gott Wirtschaft, Spruch des Herrn.

Nach dem Nationalsozialismus, dem Stalinismus, dem Leninismus und dem Faschismus, haben wir nun den Liberalismus, unter dem es uns gut geht, weil er uns sagt : IHR HABT MICH, EUCH GEHT ES GUT!