Kalt liegt liegt der Schnee und starrt, die Kälte liegt im Kälteloch, Mariä Lichtmeß ist auch vorbei, aus der Trost der Weihnachtszeit.
Und ähnlich kalt das Wirtschaftwetter. Wieder freuen sich die “Märkte” und frohlocken, es jauchzet die Hochfinanz, denn mit billigem Gelde ist die Welt überschwemmt. Geld der Nationalbanken, versteht sich. Unser Geld ist entwertet, damit die Hochfinanz, unsere Moral- und Leistungsträger, verdienen kann, was sie nicht erarbeitet hat. Munter wird von unten nach oben umverteilt, und vermutlich werden die Schuldigen dafür auch noch Orden erhalten, die sie dann in den Opernball oder ins Puff, wo sich unsere moralkapazitiven Hochexperten an liebsten aufhalten, stolz mitnehmen werden.
Keine Angst, unsere hochkonservativen Herren Wirtschaftsjournalisten werden uns das schon zu legitimieren wissen: Leistungsgesellschaft, böser Sozialismus, und überhaupt sind ja die unregulierten freien Märkte Quell des Wohlstands und Heiles.
Beweis: Wer nicht daran glaubt, ist Kommunist. Was zu beweisen war.
Zweiter Beweis: Die goldene USA! Die Slums dort, in Detroit und Flint, sind nämlich in Wirklichkeit mit Color-TVs ausgestattet! Echt! Wir, im kommunistischen Europa, kennen so was nicht!
Für einen frommen Anhänger des Neoliberalismustäufers Hayek sind Tautologien und Wirtschaftsmantras die schönsten Beweise überhaupt.
Und ist nicht die Welt ein kommunistisches Loch, in dem sich eine geknechtete Minderheit (arme Minderheiten!) von Diktatoren, heroischen Hedgefonds-Managern und Investmentbankern föhnlockengestählt an die Umsetzung der Freiheit wagen, der wahren Freiheit, wohlgemerkt, nämlich jedem Schwächeren wegzunehmen, was er ihm nur wegnehmen kann.
Freiheit ist nämlich, zumindest für einen Neoliberalisten, wie Krieg: total oder gar nicht.
Was sagt die Heilige Schrift dazu?
“Die Frevler aber holen winkend und rufend den Tod herbei (und sagen):
Lasst uns den Gerechten unterdrücken, der in Armut lebt, die Witwe nicht schonen und das graue Haar des betagten Greises nicht scheuen!
Unsere Stärke soll bestimmen, was Gerechtigkeit ist, denn das Schwache erweist sich als unnütz.
Last uns den Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg.” (Buch der Weisheit.)
Ja, die falschen Propheten und Ungerechten und durch Raub, den sie heute “Freiheit” nennen, reich Gewordenen, die hat es damals schon gegeben.
Und wir stehen, da, in der Wüste der Sinnlosigkeit, und suchen nach einem Gegenkonzept.
Einem Gegenkonzept zum scheinbar unbesiegbaren Prinzip von Geld, Macht und Habgier.
Nach allen Richtungen Ausschau haltend, türmt sich ein Berg in dieser Wüste auf, ein schwarzer Berg, das gesamte Entsetzen der Menschheit ist auf ihm getürmt. Der Name des Berges ist Golgatha.
Und oben, auf dem Berg, ein Kreuz, dessen Schwärze kein Mensch ermessen kann. Für diese Grässlichkeit findet sich kein Wort. Darüber muss man schweigen.
“...er (Jesus) erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle Menschen erhöht ,
und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
Damit alle im Himmel,
auf der Erde
und unter der Erde
ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt: “Jesus Christus ist der Herr” -
Zur Ehre Gottes, des Vaters.” (Phil, 2, 8-11).
Das Prinzip des Gehorsam also. Gehorsam gegen Gott und Seinen Heiligen Willen.
Gehorsam, “die höchste der Tugenden”.
Aber: Ist diese Tugend nicht unlebbar geworden? Gehorsam- wo ist Gott? Was ist Sein Wille?
Gehorsam einem Menschen gegenüber? Aber welchem? Dem Papst? Da hats auch sehr schlechte Gestalten gegeben.
Zu oft ist der Gehorsam missbraucht worden, gerade hier, die Nationalsozialisten haben aus ihm, dem Gehorsam, die gräßlichste aller Untugenden gemacht, und auch die Kirche ist alles andere als unschuldig, dass das Wort “Gehorsam” heute einen schlechten Beigeschmack hat……
Zu oft haben manche Manager, alle Diktatoren, und auch manche machtgierige Bischöfe und andere, den Gehorsam beschworen aus eitler Lust. Sie haben diese Tugend missbraucht. Sie haben die Menschen missbraucht.
Andererseits: Zeigt nicht gerade die Macht des missbrauchten Gehorsams, wie mächtig ein richtiger Gehorsam, also die Tugend des Gehorsams ist (oder sein könnte)? Denn: Ist die Untugend des Gehorsams schon so mächtig, wie mächtig sollte dann erst die Tugend des Gehorsams sein! Und in der Tat: Sie ist es. Die mystischen Meister sagen, es gibt keine mächtigere Tugend.
Wer die Tugend des Gehorsams üben will, braucht erst mal einen, dem man auch vertrauen kann. Gehorsam und Vertrauen – das gehört zusammen. Wie aber finde ich eine(n), dem ich vertrauen kann?
Hierzu muss meine Menschenkenntnis und mein Gewissen und meine eigene Tugend so weit ausgebildet sein, dass ich einen guten Menschen von einem falschen Proheten zu unterscheiden verstehe.
Diese Kenntnis erlange ich doch nur, wenn ich selbst schon alle Tugenden einigermaßen beherrsche. Nur dann kann ich einen Menschen richtig beurteilen.
Ich muss also, und das habe ich erst sehr spät verstanden, alle Tugenden beherrschen, um dann zum Gehorsam zu kommen.
Das ist wohl der erste Grund, warum Gehorsam die höchste aller Tugenden ist. Habe ich keine Tugend, folge ich den falschen Propheten, weil mir die Gabe der Unterscheidung fehlt. Und falscher Gehorsam, ist, wie gesagt, das schrecklichste.
Wenn ich aber die Tugenden ausgebildet habe, werde ich auch den richtigen Meister und Seelenführer finden. Ich werde erkennen, dass so ein Mensch Gutes und Wahres spricht. Dann wird dieser Mensch Dinge sprechen, die ich nicht verstehe. Ich werde den Sinn aber erahnen. Dann wieder wird ein solcher Mensch meinen innersten Willen erraten, bevor ich ihn selber weiß. Er wird diesen inneren Willen zum Guten führen, ohne ihn zu verzerren. Er wird einfach ein lieber Mensch sein, und ich kann es, aufgrund meiner bisher erworbenen Tugenden auch erkennen.
Und dieser Meister wird mich Dinge lehren, die ich noch nicht einmal im Traum geahnt habe. Er wird mich meiner eigenen Würde zuführen, die ich als Mensch besitze.
Und so wächst der Mensch im Gehorsam weit über sich hinaus. Das ist der zweite Grund, warum Gehorsam die höchste aller Tugenden ist.
Der größte Meister aber ist Gott. Er führt mich, da ich Ihm gehorchen darf, der unendlichen Würde zu, die ich und wir alle, als Menschen besitzen.
Dies führt zur zweiten Art der Tugend des Gehorsams: Gott zu gehorchen im Gebet, in welcher Form auch immer dieses Gebet verrichtet wird. Damit sind auch Atheisten und Agnostiker nicht ausgeschlossen: Sie können dieses Gebet unbewusst verrichten. Dazu, über diese “zweite Art”, werde ich jetzt aber nichts weiteres schreiben, ich schreib eh schon zu lang
, vielleicht ein anderes Mal….
Der Gehorsam ist insofern nicht der Anfang, sondern eher das Ende, oder die Vollendung.
“Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte ich nicht, denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten.” (Joh. 12, 46,47)