29
Sep
17

Die totale Verdummung des „Standard“

Die Wiener Tageszeitung „Standard“ übt sich im Moment im Kurz-Bashing.

(Sebastian Kurz, Spitzenkandidat der konservativen ÖVP).

Einmal gibt es einen Artikel namens „Kurz der Führer„, dann wieder regen sie sich auf dass Kurz eine Werbung in der Zeitschrift „Woman“ (Huch! Parteiwerbungen schalten! Ohne von der SPÖ zu sein!! Verbrechen!!), dazwischen dutzende Kurz-Bashing Artikel auf miesestem Niveau.

Jetzt aber hat „derstandard“ den Vogel abgeschossen mit dem Artikel: „Kurz gegen Lunacek -monothematischer Seiltänzer„. https://derstandard.at/2000064994856/Kurz-gegen-Lunacek-Monothematischer-Seiltaenzer

Sinngemäß ist zu Lesen, dass, wenn man jedesmal einen Schnaps trinken würde, sobald Kurz das Thema „Islamismus“ anschneidet, man besoffen wäre. Also „monothematisch“.

Das eigentlich Lustige ist nun, dass in diesem Artikel, der eigentlich über die Diskussion Kurz gegen Lunacek (Grüne) berichten sollte, der Name „Lunacek“ kein einziges Mal vorkommt, geschweige denn, was sie gesagt hat.

Ein Poster hat daraufhin gemeint: „Würde man sich den fragwürdigen Spaß machen, ein Trinkspiel in diesem Wahlkampf zu veranstalten, bei dem je ein Schnaps getrunken werden muss jedesmal wenn der Standard „Kurz“ erwähnt wäre man sogar noch schneller sternhagelvoll. Was mich zurück zu dem Artikel bringt, saß Kurz eigentlich alleine in „Kurz gegen Lunacek“ oder kann es unter Umständen möglich sein dass wir es mit einer etwas „monothematischen“ Berichterstattung zu tun haben?“

Das umreißt das Problem ganz gut. Ja, nicht einmal der Strache kommt noch im Standard vor.

Warum hasst der „Standard“ den Kurz eigentlich so?

Weil er das ist, was es laut „Standard“ eigentlich gar nicht geben kann: ein intelligenter Rechter. Mehr noch: ein Rechter mit Kompetenz.

Das verzeihen sie ihm nicht. Jetzt haben sich „Standard“ und Konsorten jahrelang eingeredet, dass die Rechten dumm und ungebildet seien, alles nur Abschaum, und sowieso nur bei der FPÖ vorhanden, und dann das. Ein paradoxales Moment.

Der Grund für all das liegt natürlich darin, dass sich die Linke (zu denen der „Standard“ zu zählen ist) sich nicht mit dem Problem des Islamismus konfrontieren wollte. Dass es so etwas gibt, das, im Zusammenhang mit dem Islam, ungustiös und hochgefährlich ist, wollten sie ganz einfach nicht sehen.

Nun hatte aber die tatsächlich ochlokratische FPÖ diese Gefahr längst thematisiert, und unter der Hand gaben auch Nicht-Ochlokraten zu: „Die FPÖ ist zwar eine Horde von Schweinsproleten, aber in diesem Punkt haben sie recht.“

Für „Standard“ und Konsorten ging das natürlich gar nicht, denn da die FPÖ „böse“ war, durfte man ihnen nicht einmal in Teilaspekten die Wahrheit konzedieren. Da wäre ja ein Feindbild aufgeweicht worden!

Als nun die Gefahr des Islamismus einfach nicht mehr zu leugnen war und mit Statistiken gut unterlegt, mussten sie das aufstellen, was die Psychopathologie ein „Hilfskonstrukt“ nennt, um die Gefahr des Islamismus weiterhin verdrängen zu können.

Dieses Hilfskonstrukt lässt sich so skizzieren: Man musste die intellektuelle und moralische Relevanz derer untergraben, die dieses Thema ansprachen. Denn man kann sich gut einreden, dass ein Thema, das nur von intellektuell und moralisch irrelevanten Personen angesprochen wird, ganz einfach kein Thema sei.

Und so folgte im „Standard“ ein Kapitel nach dem anderen, warum die FPÖ intellektuell minderwertig sei: „Die FPÖ wird nur von Arbeitern gewählt.“ „Wer FPÖ wählt, aht keine Bildung.“ „Studien zeigen: Akademiker bei der FPÖ unterrepräsentiert“  und natürlich: „Warum wählt das Proletariat FPÖ?“ mit der vom Standard selbst erdichteten Antwort: „Weil sie die intellektuelle Tiefe der SPÖ (und natürlich des „Standard“) nicht begreifen“ etc etc.

Natürlich war in diesen Artikeln nicht ein Wort über tatsächliche Probleme zu finden: Ghettobildung in den Großstädten, Salafisten, Muslimbrüder, sie in diesen Ghettos immer mächtiger werden, usw.

Aber die Autosuggestion hat funktioniert; der Verdrängungsmechanismus konnte aufrecht erhalten werden: „Wer über Islamismus redet, hat keine Bildung. Wer keine Bildung hat, über den sind wir hoch erhaben. Wir, die hoch Erhabenen, werden uns doch nicht herablassen, über die Themen des Abschaums zu sprechen!“ etc.

Ganz abgesehen davon, was das für „Linke“ sein sollen, die sich für die Probleme der „kleinen Leute“ nicht interessieren, kann man doch diesem Verdrängungsmechanismus eine gewisse Raffinesse nicht absprechen.

Und dann kommt der Kurz daher! Er spricht das Pfui-Thema an!! Und das macht er auch noch sachlich!! Er untergräbt das Fundament unserer Hilfskonstruktion, indem er das I-Thema intellektuell aufgreift,und, noch schlimmer, dabei sachlich bleibt, und, noch schlimmer,  sogar mit Studien fundiert!!! Ja ist er denn wahnsinnig geworden??

Mit Studien!! Das war doch immer eine linke Domäne!!! Links! Studie!! Inelleduell!!!! Wie kann der Kurz es wagen!!! Nur mathematisch grenzdebile Soziologen dürfen das Recht haben, Studien fehlzuinterpretieren!!! MERK DIR DAS, KURZ! DU ZERSTÖRER UNSERES GLÜCKS!!!!

Ja, so ungefähr rotiert der Standard nun. Was also tun? Na ja natürlich ein zweites Hilfskonstrukt bauen. Jetzt müssen sie sich einreden, dass auch der Kurz moralisch und intellektuell irrelevant ist. Nur, das wird schwierig. Bis jetzt erlaubt sich Kurz kaum Fehler. Das bedeutet, man muss untergriffig werden. So richtig mit Dreck um sich werfen.

Das bedeutet einerseits Arbeit. Schwere Arbeit. Und wer arbeitet schon gern?

Noch dazu an sich selbst? Noch dazu sinnlos?

Tja, und das ist der Grund, warum es im „Standard“ eben so zugeht, wie es zugeht.

 

 

 

 

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13
Aug
17

O Maria, hilf!!

Ja, es brodelt überall.

Zwei Halbaffen (ein amerikanischer und ein nordkoreanischer) brüllen sich über den pazifischen Ozean an, am liebsten wollte man ihnen ihr nukleares Spielzeug wegnehmen. Wo ist die Kindergärtnerin? O Maria, hilf!!

Über der gesamten islamischen Welt, von den Südphilippinen über Syrien bis Mauretanien, brauen sich die schwarzen Wolken des Islamismus zusammen. Sicher, viele Muslime wollen den Frieden. Aber wie kann jemals wahrer Friede einkehren, wenn man bedingungslos den Worten eines Mannes glaubt, der den Zorn heiligt? Der verkündet, dass Gott hassen könne?! O Maria, hilf!!

In Europa glaubt man nurmehr noch an die Nivellierung, die Toleranz und an das Geld. Dabei knirscht schon die Finanzblase, der Crash ist nah, lachen werden ein paar Ratten, die sich in den Kanälen der Hochfinanz tummeln. Die ganze Welt ist untertunnelt, bis die Tunnel einstürzen. O Maria, hilf!!

Und die Christen? Sie, die alles in der Hand hätten? Während die „Konservativen“ den Heiligen Geist in Gesetzestexten ersticken und zu fetten korrupten Kurienkardinälen und ihren versteinerten grauen Fettwulsten beten, schämen sich die „Liberalen“, überhaupt noch vom Heiland zu sprechen, und machen die Kirche zur Wellness- und Toleranzbude, mehr noch: wenn Sie hören, dass jemand vom Glauben spricht, speien sie einem ihr Komplexler-Gift ins Gesicht. O Maria, hilf!!

 

29
Jul
17

denkhemmung

Die Grünen haben beim Thema „Islamismus“ eine ähnliche Denkhemmung wie 90-jährige Kurienkardinäle beim Thema Gruppensex.

Theoretisch wissen die Grünen schon, was das ist, aber mit Nachdenken darüber tun sie sich halt schwer. Es ist ihnen einfach unangenehm, die coolen großen Brüder der RAF im Nachhinein in ihrer Ehre zu beschneiden.

Kann man verstehen, ein jeder hat so seine Traditionen und Ideale.

Aber ganz ehrlich: Ist es nicht ein bisschen peinlich, noch als 40 Jähriger mit Transformers zu spielen? (Das waren diese Roboter, die sich verwandeln können)? Sogar den dümmsten Kindern wird das Spielzeug von gestern fad…

18
Jul
17

Conan der Barbar und Bischof

O Conan, edler Barbar!

Deine Zeit ist wieder angebrochen, hilf du uns mit deinem mannhaften Schwert!

 

Folgenden Satz hat der weise sandalige Eremit Chr. Yetulus gehört, oder nach selbst Gehörtem verdichtet und uns übermittelt:

Oida, ich sag‘ Dir. Mein Gott ist besser als Deiner. Der wird ihn fertig machen. Sag‘ ich “ – So der Satz.

Doch fraget nun Yetulus der Eremit, ob nicht auch dein Gott, o Conan, welcher Chrom ist, der Gott des Stahls (seltsamer weise nicht der Gott des Chroms), ein und der selbige ist mit allen andern Göttern, so dass nun nur EIN Gott sei und ob dies nicht Chrom erzürne?

 

So lies nun o Conan, die Fragen, welche ich mir hierzu stellte, und welche ich, einen Schreiber gebrauchend, auch dem weisen Yetulus cc. geschicket habe:

Es ist also eine Frage der Identität.

Glauben wir alle an den selben Gott, mit dem Unterschied, dass dieser eine Gott je nach Auffassung unterschiedliches gesagt und getan hat? (Hat Er nun einen Sohn gezeugt oder nicht?)

Oder glauben wir an einen anderen Gott? Wo endet die „Identität“ Gottes? Oder ist Gott so was wie ein Zahlenfeld, wo es mehrere „Wahrheiten“ gibt, die man verschieden einsetzen kann?

Ist der Satz „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ möglicherweise sogar illegal, weil er nicht die nötige mathematische Flexibilität aufweist? Weil er sozusagen „identitär“ ist?

Das sind so die Fragen.

Und bei den Antworten wird es noch vertrackter:

Joseph Goebbels wollte aus dem Nationalsozialismus eine Religion machen. Mit Hitler als „eingeborenen Sohn“. Ist also auch Gottvater Adolf ein und derselbe Gott? Deutscher als Deutsch? Arischer als arisch? Strenger als Streng?

Haben wir nicht schon genug Humanität und Gefühlsduselei in der Religion gehabt? Wird es nicht Zeit für mehr Würzigkeit?

Hmmm, denke ich mir, wenn alles derselbe Gott ist, dann bin ich ja wirklich intolerant, weil ich, sosehr ich meinen Geist deformiere, um diese neue Religion (des immer ein und desselben Gottes) schön zu finden, ich doch immer zum Ergebnis komme, dass ich diese Religion nicht mag.

Andererseits ist ja Intoleranz ein Markenzeichen der Nazis. Dh. ich bin wohl jetzt ein Nazi?

Oder, kurz gesagt: Bin ich ein Nazi, weil ich kein Nazi sein will?!

Mist, aus dieser paradoxen Falle komme ich so nicht heraus.

Kein Wunder: Der Ansatz, dass Gott eine Identität habe, und alle Götter gleich ein Gott seien ist eine logische Spielerei; und alle Logik endet (seit Gödel, meistens schon viel früher) im Paradox.

Diese Logik klammert das Herz aus und den Bauch -für mich die geistige Heimat- aber wer weiß, vielleicht reicht manchen das Gehirn?

Es ist zwar sehr schön, dass Götter wie jener Ron Hubbards oder Gott Kim Jong Un, etc etc…, alle in Wirklichkeit eh nur der eine Gott sind. Schön für einen Roboter. Doch so intolerant das von mir auch sein mag: ich hab da ein ungutes Gefühl.

Probieren wir das umgekehrte: Nur MEIN Gott ist der einzig wahre. ICH habe recht. MEIN, MEIN, ICH ICH.

funktioniert auch nicht, solange wir den 30jährigen Krieg oder den IS nicht als probates Lebensmodell betrachten.

Anscheinend prallen hier logische Extreme aufeinander.

Vielleicht ist es wieder die Zeit der Extreme, und wir merken es deshalb nicht, weil wir von einem anderen Extrem erfüllt sind, jenem der Gleichgültigkeit.”

Hier blicket nun Conan auf, der Unbesiegte, der weder herrschet noch sich beherrschen läßt, da die Besiedlungsdichte in der Barabarei enden wollend ist. Nachdenklich blickt er gen Himmel, wo nun im Dämmerlichte das Blau Chroms machtvoll herabstrahlt.

 

Da kommet ein barbarischer edler Ritter mit seiner goldnen Axt, er grüßet Conan mit vieler Ehre und trägt sein Anerbieten vor, sich am Lagerfeuer wärmen zu dürfen. Conan lädt ihn hierzu ein, und schneidet ihm auch ein Stück seiner Büffelkeule herunter, dass dieser sich am gegrillten Fleische labe.

 

So essen sie und trinken. Der Name des Ritters ist Dobrohost.

Nun fraget Dobrohost: “An welchen Gotte glaubest du? Oder sind es viele?” und Conan antwortet: “Ich glaube an Chrom, den Gott des Stahles. Chrom schätzet tapfre Krieger. Und an welchen Gott glaubest Du, mein Freund?”

Dobrohost antwortet: “Ich glaube an Hok, den Gott der Bohnen. Denn immer wenn ich Chili con Carne fresse aus meinem großen Topfe, so scheisse ich am Morgen das Feuer meines Gottes, dass ich ihn auf seinem Throne sitzen sehe.”

 

“Das ist gut”, sagt Conan, “das ist ein würdiger Gott”.

“So ist denn diese barbarische Einöde keine Barbarei”, sagt Dobrohost, “sondern Zivilisation, wo Menschen übereinander in Glaswürfeln hausen, viele Götter parallel haben und in Blechvögeln fliegen und dort von schönen Weibern bedienet werden!”

 

Da antwortet Conan: “Du redest Scheiße, edler Dobrohost, nicht aber solche, die von Hok, deinem Gott mit Feuer erfüllet ist, sondern solche, die nur stinket und trübe dampft! Die weiten Einöden der Barbarei sind es, die uns so gleichgültig gegenüber sitzen lassen, uns beide, mit unseren Göttern, die einander nicht einmal kennen! Doch gleichgültig ist uns der Widerspruch, so lang wir an dieser Keule fressen!”

“Doch wenn ich nun sagte, Hok und Chrom und alle anderen wären dieselben, so beleidigte ich beide und alle anderen”, sagt Dobrohost, “und ich beleidigte dich, edler Conan, da ich versuchen würde, deinen Herzensgrund zu stehlen”.

 

“Es wäre die größte Hurerei”, sagt Chrom, “schlimmer als dreckigste Beischlaf mit den Warzendirnen von Ftlow-Nahrck!”

Und Conan weiter: “Wenn nun aber alle Götter und noch viel mehr, nämlich der oberste Gott, der keinen Namen hat, sich vereinigen wollten und EINEN Sohn zeugten, der von der Wahrheit Kunde bringen würde, dann….dann…

dann würden sich die Götter zu einem allmächtigen Gott vereinigen!”

“Sie würden den Sohn hassen”, sagt Dobrohost, “und in hunderten Jahren später zu einem der vielen Götter machen, die der eine verehrt, der andere nicht!”

“Wir sind in der Barbarei”, sagt Conan, “und doch: wenn dieser eine der Weg, die Wahrheit und das Leben ist…”

….”werden es die finsteren Geister doch nicht zulassen, dass sich seine Erinerung in unserm fauligen Fleische hält!”, lacht Dobrohost, “wir sind Barbaren und werden es immer bleiben, da hast du, edler Conan, mich überzeugt!”

 

Anmerkung: ich schickte Conan einen weiteren Brief des Inhalts, dass mein Schreiber sich bei der Abschrift geirrt haben müsse und jener dem Yetulus zugekommene Brief sich von dem seinen unterscheide. Conan war, ich später erfuhr, gerade nach Ftlow-Nahrck unterwegs. Was er dort wollte, wusste ich nicht, ebensowenig, ob der edle Conan dieses Postsciptum erhalten hat…

 

 

 

12
Mrz
17

österreichisch-türkisches feingefühl

Der Türke mit zwei Pässen wählt

in der Türkei: AKP. Weil er ein Patriot ist.

Und in Österreich: Die Grünen.

Weil er für Toleranz ist…..

13
Feb
17

das grundrauschen des individualismus

Im 19. Jahrhundert bestand die Wissenschaft aus Katalogisieren und einordnen. Geordnet wurde von Würmern bis Schmetterlingen, von Moosen bis zu Gesteinen, alles was sich irgendwie nummerieren ließ. Man wollte Tendenzen herausfinden und daraus Schlussfolgerungen ziehen.

Heute sind diese Mappen mit getrockneten Insekten, die staubigen Kästen mit den nummerierten Steinchen lustig bis unheimlich anzusehen.

Auch auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften fand eine solche Einordnung statt. Man katalogisierte in geschichtlichen Zeitaltern, in Philosophien, in Religionen, in „Rassen“, man suchte nach Analogien und Tendenzen. So etwa Spengler, der freilich schon im 20.Jahrhundert arbeitete, aber das läßt sich durchaus als „Nachhall“ verstehen, während in den Naturwissenschaften mit Quantenphysik, Relativitätstheorie etc. ein neues Zeitalter sich anbahnte.

Das 20. Jahrhundert ging den Dingen -in den Naturwissenschaften- tiefer auf den Grund: Aus Katalogisieren wurde die Simulation, aus bloßem Ordnen die Vorhersage der Dinge und ihrer Eigenschaften. Heute können Eigenschaften von Materialien (und nicht bloß die mechanischen), das Wetter und das Universum (in Ansätzen) errechnet werden.

Logisch, dass da auch die Geisteswissenschaften nachziehen wollten und die Einordnung verpönten.

So ist denn das Wort „Rasse“ nicht bloß wegen seinen amoralischen Implikationen stigmatisiert, sondern, weil es auch dem naturwissenschaftlischen Denken einer vergangen Zeit entspricht.

So gut das auch für manche Aspekte sein mag – kein Vollsinniger wird die absolute Unsinnigkeit einer „rassistischen Theorie“ bezweifeln –

-fragt man sich dennoch, wie nun ein Welt- und Menschenbild aufgestellt werden soll,

in dem es keine geschichtlichen Zeitalter mehr gibt, sondern nur „Fortschritt“, und damit jede Möglichkeit des Irrtums a priori ausgeschlossen werden soll. Können wir uns denn nicht irren? Ist das Irren-dürfen nicht einer unserer tiefsten und humansten Wesenzüge?

Wie soll ein Zeitalter bestand haben, dass sich selber nicht mehr einordnen kann, weil es keine Einordnung mehr gibt? Ist die Selbstpositionierung -wo stehen wir?-wo stehen die anderen?- nicht eine unbedingt notwendige Voraussetzung für psychologische Selbstreflexion?

Bilden wir uns das wirklich nur ein, dass die Zeit kälter, dümmer, und damit restriktiver wird?

Was bleibt von den Menschen übrig, wenn wir alle einordnenden Kriterien subtrahieren?

Das „Individuum“? Der „Individualist“?

Die ganze Welt als ein Produkt von lauter „Einzelfällen“?

Da stimmt doch was nicht.

Wie „individuell“ kann denn jemand sein, der sich nicht als ein Kind seiner Zeit betrachten kann, weil er über das eigene Zeitalter nicht reflektieren kann? Da es dieses „ja gar nicht gibt“?

Ein Hintergrundgeräusch wabert im Zeitalter unserer Abklärungen: das chaotische Rauschen des Individualismus, das Bildschirmflimmern der Milliarden Einzelfälle, die wir uns nicht erklären können. Es verschluckt leisen Zwischentöne.

Gerade diese Zwischentöne würden uns aber ein räumliches Gefühl vermitteln, eine, sagen wir mal, „Orientierung“. Dieses Rauschen macht uns unfähig, Tendenzen zu erkennen, unfähig, in langen Zeiträumen zu denken.

Die Ideologie des Rauschens lässt nur mehr „Zufälle“ zu.

Glauben wir allen Ernstes, die Menschen des Barock hätten „zufällig“ alle zur selben Zeit Perücken getragen?

Glauben wir allen Ernstes, die Menschen zukünftiger Zeiten würden sich nicht über manche unserer Einstellungen totlachen oder empören? Dass wir un-peinlich wären?

Oder, dass in Europa rein zufällig zur selben Zeit solche seltsamen Steingebilde aus dem Boden schossen, die man heute „gotische Dome“ nennt?

Glauben wir allen Ernstes, dass die Barbarisierung  der islamischen Welt ganz einfach nur zufällig jetzt, im Jahr 1385 n. M., stattfindet?

(Hoppla, jetzt verstoße ich gegen die Einzelfallideologie, also schnell korrigiert: Ich meine natürlich NICHT alle Individuen, wohl aber eine überproportional große Zahl derselben, siehe natürlich Statistiken, siehe Internet, alles außer Statistiken ist ja auch verboten…)

Wir sehen: dieses Grundrauschen des Individualismus gibt es gar nicht, das bilden wir uns nur ein. Auch wir folgen mehr oder weniger blind unserem Zeitalter, und nein, nicht alle Zeitalter sind gleich gut.

Drehen wir die Vorstellung des Grundrauschens leiser, hören wir etwas anderes. Manches davon wird uns nicht gefallen. Möglicherweise hören manche aber auch eine ganz leise Musik; aber die ist nicht von hier, sie kommt von der anderen Seite, die wir noch nicht kennen….

 

 

31
Jan
17

ein echter Wiener geht jetzt unter

Im Prinzip hat sich Kultur immer schon aus der Subkultur entwickelt. Neu ist allerdings, dass sich die Kultur nun auf dem subkulturellen Stand der 90er Jahre (ungefähr) „einfrieren“ will.

Wir haben es also mit extremem Konservatismus zu tun (der sich „postmodern“ nennt).

Beispiel: In Ö gab es eine Fernsehserie aus den 70ern namens „Ein echter Wiener geht nicht unter“. Damals ein Skandal, da man es wagte, den echten, „roten“ Wiener Proleten darzustellen.

Heute ist diese Serie Kult. Ja, diese Serie war ein Skandal, man hat sie trotzdem gemacht!

Heute müsste man diesen Wiener Proleten als „blauen“, also als rechten FPÖ-Wähler darstellen. Das traut sich freilich keiner. Zum einen, weil die Gesellschaft wirklich neues nicht ertragen würde, zum anderen, weil ein Schauspieler, der wenn auch nur komödienhaft, auf den Islam schimpft, seines Lebens nicht mehr sicher wäre……

……bekanntlich hat es ein Sequel gegeben. Das war erstens unglaublich schwach, weil: nostalgisch und aufgewärmt,

und zweitens hat sich der „Mundl“ (Hauptrolle) „politisch korrekt“ verhalten: anstatt die Wahrheit unkommentiert aufzuzeigen, wollte man nun „belehren“: so verhält sich ein braver Prolet!

…Wir leben in einer „pädagogischen“ Zeit: lauter selbsternannte Fräulein Rottenmeiers und Gott Kupfers.

Jetzt stecken sie ihren belehrenden Zeigefinger in jede Körperöffnung. Ach könnten sie sich auf nur Schüler beschränken, und bitte nicht einmal da….!