13
Aug
17

O Maria, hilf!!

Ja, es brodelt überall.

Zwei Halbaffen (ein amerikanischer und ein nordkoreanischer) brüllen sich über den pazifischen Ozean an, am liebsten wollte man ihnen ihr nukleares Spielzeug wegnehmen. Wo ist die Kindergärtnerin? O Maria, hilf!!

Über der gesamten islamischen Welt, von den Südphilippinen über Syrien bis Mauretanien, brauen sich die schwarzen Wolken des Islamismus zusammen. Sicher, viele Muslime wollen den Frieden. Aber wie kann jemals wahrer Friede einkehren, wenn man bedingungslos den Worten eines Mannes glaubt, der den Zorn heiligt? Der verkündet, dass Gott hassen könne?! O Maria, hilf!!

In Europa glaubt man nurmehr noch an die Nivellierung, die Toleranz und an das Geld. Dabei knirscht schon die Finanzblase, der Crash ist nah, lachen werden ein paar Ratten, die sich in den Kanälen der Hochfinanz tummeln. Die ganze Welt ist untertunnelt, bis die Tunnel einstürzen. O Maria, hilf!!

Und die Christen? Sie, die alles in der Hand hätten? Während die „Konservativen“ den Heiligen Geist in Gesetzestexten ersticken und zu fetten korrupten Kurienkardinälen und ihren versteinerten grauen Fettwulsten beten, schämen sich die „Liberalen“, überhaupt noch vom Heiland zu sprechen, und machen die Kirche zur Wellness- und Toleranzbude, mehr noch: wenn Sie hören, dass jemand vom Glauben spricht, speien sie einem ihr Komplexler-Gift ins Gesicht. O Maria, hilf!!

 

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29
Jul
17

denkhemmung

Die Grünen haben beim Thema „Islamismus“ eine ähnliche Denkhemmung wie 90-jährige Kurienkardinäle beim Thema Gruppensex.

Theoretisch wissen die Grünen schon, was das ist, aber mit Nachdenken darüber tun sie sich halt schwer. Es ist ihnen einfach unangenehm, die coolen großen Brüder der RAF im Nachhinein in ihrer Ehre zu beschneiden.

Kann man verstehen, ein jeder hat so seine Traditionen und Ideale.

Aber ganz ehrlich: Ist es nicht ein bisschen peinlich, noch als 40 Jähriger mit Transformers zu spielen? (Das waren diese Roboter, die sich verwandeln können)? Sogar den dümmsten Kindern wird das Spielzeug von gestern fad…

18
Jul
17

Conan der Barbar und Bischof

O Conan, edler Barbar!

Deine Zeit ist wieder angebrochen, hilf du uns mit deinem mannhaften Schwert!

 

Folgenden Satz hat der weise sandalige Eremit Chr. Yetulus gehört, oder nach selbst Gehörtem verdichtet und uns übermittelt:

Oida, ich sag‘ Dir. Mein Gott ist besser als Deiner. Der wird ihn fertig machen. Sag‘ ich “ – So der Satz.

Doch fraget nun Yetulus der Eremit, ob nicht auch dein Gott, o Conan, welcher Chrom ist, der Gott des Stahls (seltsamer weise nicht der Gott des Chroms), ein und der selbige ist mit allen andern Göttern, so dass nun nur EIN Gott sei und ob dies nicht Chrom erzürne?

 

So lies nun o Conan, die Fragen, welche ich mir hierzu stellte, und welche ich, einen Schreiber gebrauchend, auch dem weisen Yetulus cc. geschicket habe:

Es ist also eine Frage der Identität.

Glauben wir alle an den selben Gott, mit dem Unterschied, dass dieser eine Gott je nach Auffassung unterschiedliches gesagt und getan hat? (Hat Er nun einen Sohn gezeugt oder nicht?)

Oder glauben wir an einen anderen Gott? Wo endet die „Identität“ Gottes? Oder ist Gott so was wie ein Zahlenfeld, wo es mehrere „Wahrheiten“ gibt, die man verschieden einsetzen kann?

Ist der Satz „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ möglicherweise sogar illegal, weil er nicht die nötige mathematische Flexibilität aufweist? Weil er sozusagen „identitär“ ist?

Das sind so die Fragen.

Und bei den Antworten wird es noch vertrackter:

Joseph Goebbels wollte aus dem Nationalsozialismus eine Religion machen. Mit Hitler als „eingeborenen Sohn“. Ist also auch Gottvater Adolf ein und derselbe Gott? Deutscher als Deutsch? Arischer als arisch? Strenger als Streng?

Haben wir nicht schon genug Humanität und Gefühlsduselei in der Religion gehabt? Wird es nicht Zeit für mehr Würzigkeit?

Hmmm, denke ich mir, wenn alles derselbe Gott ist, dann bin ich ja wirklich intolerant, weil ich, sosehr ich meinen Geist deformiere, um diese neue Religion (des immer ein und desselben Gottes) schön zu finden, ich doch immer zum Ergebnis komme, dass ich diese Religion nicht mag.

Andererseits ist ja Intoleranz ein Markenzeichen der Nazis. Dh. ich bin wohl jetzt ein Nazi?

Oder, kurz gesagt: Bin ich ein Nazi, weil ich kein Nazi sein will?!

Mist, aus dieser paradoxen Falle komme ich so nicht heraus.

Kein Wunder: Der Ansatz, dass Gott eine Identität habe, und alle Götter gleich ein Gott seien ist eine logische Spielerei; und alle Logik endet (seit Gödel, meistens schon viel früher) im Paradox.

Diese Logik klammert das Herz aus und den Bauch -für mich die geistige Heimat- aber wer weiß, vielleicht reicht manchen das Gehirn?

Es ist zwar sehr schön, dass Götter wie jener Ron Hubbards oder Gott Kim Jong Un, etc etc…, alle in Wirklichkeit eh nur der eine Gott sind. Schön für einen Roboter. Doch so intolerant das von mir auch sein mag: ich hab da ein ungutes Gefühl.

Probieren wir das umgekehrte: Nur MEIN Gott ist der einzig wahre. ICH habe recht. MEIN, MEIN, ICH ICH.

funktioniert auch nicht, solange wir den 30jährigen Krieg oder den IS nicht als probates Lebensmodell betrachten.

Anscheinend prallen hier logische Extreme aufeinander.

Vielleicht ist es wieder die Zeit der Extreme, und wir merken es deshalb nicht, weil wir von einem anderen Extrem erfüllt sind, jenem der Gleichgültigkeit.”

Hier blicket nun Conan auf, der Unbesiegte, der weder herrschet noch sich beherrschen läßt, da die Besiedlungsdichte in der Barabarei enden wollend ist. Nachdenklich blickt er gen Himmel, wo nun im Dämmerlichte das Blau Chroms machtvoll herabstrahlt.

 

Da kommet ein barbarischer edler Ritter mit seiner goldnen Axt, er grüßet Conan mit vieler Ehre und trägt sein Anerbieten vor, sich am Lagerfeuer wärmen zu dürfen. Conan lädt ihn hierzu ein, und schneidet ihm auch ein Stück seiner Büffelkeule herunter, dass dieser sich am gegrillten Fleische labe.

 

So essen sie und trinken. Der Name des Ritters ist Dobrohost.

Nun fraget Dobrohost: “An welchen Gotte glaubest du? Oder sind es viele?” und Conan antwortet: “Ich glaube an Chrom, den Gott des Stahles. Chrom schätzet tapfre Krieger. Und an welchen Gott glaubest Du, mein Freund?”

Dobrohost antwortet: “Ich glaube an Hok, den Gott der Bohnen. Denn immer wenn ich Chili con Carne fresse aus meinem großen Topfe, so scheisse ich am Morgen das Feuer meines Gottes, dass ich ihn auf seinem Throne sitzen sehe.”

 

“Das ist gut”, sagt Conan, “das ist ein würdiger Gott”.

“So ist denn diese barbarische Einöde keine Barbarei”, sagt Dobrohost, “sondern Zivilisation, wo Menschen übereinander in Glaswürfeln hausen, viele Götter parallel haben und in Blechvögeln fliegen und dort von schönen Weibern bedienet werden!”

 

Da antwortet Conan: “Du redest Scheiße, edler Dobrohost, nicht aber solche, die von Hok, deinem Gott mit Feuer erfüllet ist, sondern solche, die nur stinket und trübe dampft! Die weiten Einöden der Barbarei sind es, die uns so gleichgültig gegenüber sitzen lassen, uns beide, mit unseren Göttern, die einander nicht einmal kennen! Doch gleichgültig ist uns der Widerspruch, so lang wir an dieser Keule fressen!”

“Doch wenn ich nun sagte, Hok und Chrom und alle anderen wären dieselben, so beleidigte ich beide und alle anderen”, sagt Dobrohost, “und ich beleidigte dich, edler Conan, da ich versuchen würde, deinen Herzensgrund zu stehlen”.

 

“Es wäre die größte Hurerei”, sagt Chrom, “schlimmer als dreckigste Beischlaf mit den Warzendirnen von Ftlow-Nahrck!”

Und Conan weiter: “Wenn nun aber alle Götter und noch viel mehr, nämlich der oberste Gott, der keinen Namen hat, sich vereinigen wollten und EINEN Sohn zeugten, der von der Wahrheit Kunde bringen würde, dann….dann…

dann würden sich die Götter zu einem allmächtigen Gott vereinigen!”

“Sie würden den Sohn hassen”, sagt Dobrohost, “und in hunderten Jahren später zu einem der vielen Götter machen, die der eine verehrt, der andere nicht!”

“Wir sind in der Barbarei”, sagt Conan, “und doch: wenn dieser eine der Weg, die Wahrheit und das Leben ist…”

….”werden es die finsteren Geister doch nicht zulassen, dass sich seine Erinerung in unserm fauligen Fleische hält!”, lacht Dobrohost, “wir sind Barbaren und werden es immer bleiben, da hast du, edler Conan, mich überzeugt!”

 

Anmerkung: ich schickte Conan einen weiteren Brief des Inhalts, dass mein Schreiber sich bei der Abschrift geirrt haben müsse und jener dem Yetulus zugekommene Brief sich von dem seinen unterscheide. Conan war, ich später erfuhr, gerade nach Ftlow-Nahrck unterwegs. Was er dort wollte, wusste ich nicht, ebensowenig, ob der edle Conan dieses Postsciptum erhalten hat…

 

 

 

12
Mrz
17

österreichisch-türkisches feingefühl

Der Türke mit zwei Pässen wählt

in der Türkei: AKP. Weil er ein Patriot ist.

Und in Österreich: Die Grünen.

Weil er für Toleranz ist…..

13
Feb
17

das grundrauschen des individualismus

Im 19. Jahrhundert bestand die Wissenschaft aus Katalogisieren und einordnen. Geordnet wurde von Würmern bis Schmetterlingen, von Moosen bis zu Gesteinen, alles was sich irgendwie nummerieren ließ. Man wollte Tendenzen herausfinden und daraus Schlussfolgerungen ziehen.

Heute sind diese Mappen mit getrockneten Insekten, die staubigen Kästen mit den nummerierten Steinchen lustig bis unheimlich anzusehen.

Auch auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften fand eine solche Einordnung statt. Man katalogisierte in geschichtlichen Zeitaltern, in Philosophien, in Religionen, in „Rassen“, man suchte nach Analogien und Tendenzen. So etwa Spengler, der freilich schon im 20.Jahrhundert arbeitete, aber das läßt sich durchaus als „Nachhall“ verstehen, während in den Naturwissenschaften mit Quantenphysik, Relativitätstheorie etc. ein neues Zeitalter sich anbahnte.

Das 20. Jahrhundert ging den Dingen -in den Naturwissenschaften- tiefer auf den Grund: Aus Katalogisieren wurde die Simulation, aus bloßem Ordnen die Vorhersage der Dinge und ihrer Eigenschaften. Heute können Eigenschaften von Materialien (und nicht bloß die mechanischen), das Wetter und das Universum (in Ansätzen) errechnet werden.

Logisch, dass da auch die Geisteswissenschaften nachziehen wollten und die Einordnung verpönten.

So ist denn das Wort „Rasse“ nicht bloß wegen seinen amoralischen Implikationen stigmatisiert, sondern, weil es auch dem naturwissenschaftlischen Denken einer vergangen Zeit entspricht.

So gut das auch für manche Aspekte sein mag – kein Vollsinniger wird die absolute Unsinnigkeit einer „rassistischen Theorie“ bezweifeln –

-fragt man sich dennoch, wie nun ein Welt- und Menschenbild aufgestellt werden soll,

in dem es keine geschichtlichen Zeitalter mehr gibt, sondern nur „Fortschritt“, und damit jede Möglichkeit des Irrtums a priori ausgeschlossen werden soll. Können wir uns denn nicht irren? Ist das Irren-dürfen nicht einer unserer tiefsten und humansten Wesenzüge?

Wie soll ein Zeitalter bestand haben, dass sich selber nicht mehr einordnen kann, weil es keine Einordnung mehr gibt? Ist die Selbstpositionierung -wo stehen wir?-wo stehen die anderen?- nicht eine unbedingt notwendige Voraussetzung für psychologische Selbstreflexion?

Bilden wir uns das wirklich nur ein, dass die Zeit kälter, dümmer, und damit restriktiver wird?

Was bleibt von den Menschen übrig, wenn wir alle einordnenden Kriterien subtrahieren?

Das „Individuum“? Der „Individualist“?

Die ganze Welt als ein Produkt von lauter „Einzelfällen“?

Da stimmt doch was nicht.

Wie „individuell“ kann denn jemand sein, der sich nicht als ein Kind seiner Zeit betrachten kann, weil er über das eigene Zeitalter nicht reflektieren kann? Da es dieses „ja gar nicht gibt“?

Ein Hintergrundgeräusch wabert im Zeitalter unserer Abklärungen: das chaotische Rauschen des Individualismus, das Bildschirmflimmern der Milliarden Einzelfälle, die wir uns nicht erklären können. Es verschluckt leisen Zwischentöne.

Gerade diese Zwischentöne würden uns aber ein räumliches Gefühl vermitteln, eine, sagen wir mal, „Orientierung“. Dieses Rauschen macht uns unfähig, Tendenzen zu erkennen, unfähig, in langen Zeiträumen zu denken.

Die Ideologie des Rauschens lässt nur mehr „Zufälle“ zu.

Glauben wir allen Ernstes, die Menschen des Barock hätten „zufällig“ alle zur selben Zeit Perücken getragen?

Glauben wir allen Ernstes, die Menschen zukünftiger Zeiten würden sich nicht über manche unserer Einstellungen totlachen oder empören? Dass wir un-peinlich wären?

Oder, dass in Europa rein zufällig zur selben Zeit solche seltsamen Steingebilde aus dem Boden schossen, die man heute „gotische Dome“ nennt?

Glauben wir allen Ernstes, dass die Barbarisierung  der islamischen Welt ganz einfach nur zufällig jetzt, im Jahr 1385 n. M., stattfindet?

(Hoppla, jetzt verstoße ich gegen die Einzelfallideologie, also schnell korrigiert: Ich meine natürlich NICHT alle Individuen, wohl aber eine überproportional große Zahl derselben, siehe natürlich Statistiken, siehe Internet, alles außer Statistiken ist ja auch verboten…)

Wir sehen: dieses Grundrauschen des Individualismus gibt es gar nicht, das bilden wir uns nur ein. Auch wir folgen mehr oder weniger blind unserem Zeitalter, und nein, nicht alle Zeitalter sind gleich gut.

Drehen wir die Vorstellung des Grundrauschens leiser, hören wir etwas anderes. Manches davon wird uns nicht gefallen. Möglicherweise hören manche aber auch eine ganz leise Musik; aber die ist nicht von hier, sie kommt von der anderen Seite, die wir noch nicht kennen….

 

 

31
Jan
17

ein echter Wiener geht jetzt unter

Im Prinzip hat sich Kultur immer schon aus der Subkultur entwickelt. Neu ist allerdings, dass sich die Kultur nun auf dem subkulturellen Stand der 90er Jahre (ungefähr) „einfrieren“ will.

Wir haben es also mit extremem Konservatismus zu tun (der sich „postmodern“ nennt).

Beispiel: In Ö gab es eine Fernsehserie aus den 70ern namens „Ein echter Wiener geht nicht unter“. Damals ein Skandal, da man es wagte, den echten, „roten“ Wiener Proleten darzustellen.

Heute ist diese Serie Kult. Ja, diese Serie war ein Skandal, man hat sie trotzdem gemacht!

Heute müsste man diesen Wiener Proleten als „blauen“, also als rechten FPÖ-Wähler darstellen. Das traut sich freilich keiner. Zum einen, weil die Gesellschaft wirklich neues nicht ertragen würde, zum anderen, weil ein Schauspieler, der wenn auch nur komödienhaft, auf den Islam schimpft, seines Lebens nicht mehr sicher wäre……

……bekanntlich hat es ein Sequel gegeben. Das war erstens unglaublich schwach, weil: nostalgisch und aufgewärmt,

und zweitens hat sich der „Mundl“ (Hauptrolle) „politisch korrekt“ verhalten: anstatt die Wahrheit unkommentiert aufzuzeigen, wollte man nun „belehren“: so verhält sich ein braver Prolet!

…Wir leben in einer „pädagogischen“ Zeit: lauter selbsternannte Fräulein Rottenmeiers und Gott Kupfers.

Jetzt stecken sie ihren belehrenden Zeigefinger in jede Körperöffnung. Ach könnten sie sich auf nur Schüler beschränken, und bitte nicht einmal da….!

 

 

31
Jan
17

die schicke Elite des Establishments- die Mäßigung

Den allgemein bekannten, von Karl Popper formulierten Satz, dass die Grenzen der Toleranz dort enden müssten, wo die Intoleranz einer anderen Ideologie anfängt, hat unsere Gesellschaft insofern gut inkorporiert, als sie etwa dem Nationalsozialismus und dem Faschismus mit der ihm gebührenden kämpferischen Ablehnung begegnet.

Hier funktioniert der Schutzmechanismus gut.

Nun lässt sich zwar nicht gerade behaupten, dass es keine faschistoiden Grauzonen in unserer Gesellschaft gäbe, aber diese Schichten werden als außerhalb unserer kulturellen Konvention stehend, geächtet, nämlich als Manifestation, dass diese eben nicht „Teil der Gesellschaft“ seien. Siehe: die Reaktionen auf Trump, Orban, Strache, AfD, etc. Hier will ein kulturelles, ja pseudoreligiöses Erbe bewahrt werden (siehe Toleranz als Religion).

Und wenn es um die Religion geht, das wissen wir, können Gesellschaften so richtig unangenehm werden…..

Umgekehrt wundert man sich, dass Faschismus nicht als solcher erkannt wird, wenn er sich das Deckmäntelchen einer fremden Religion umhängt. Interessant, wie sich Erkenntnisse insofern nur unter den größten Krämpfen und Wehen entwickeln; wie eigentlich ganz selbstverständliche Dinge, nur unter den schrecklichsten Geburtsschmerzen der Dummheit, in den Gehirnen der Menschen ihren rechtmäßigen Platz einnehmen (oder auch nicht).

Interessant, aber nicht verwunderlich.

Beides ist ein Produkt des Nachnazi-Denkens.

Der Faschismus nationalsozialistischer Prägung stellt das Paradigma der Intoleranz schlechthin dar; deshalb wird der Poppersche Satz auf diesen richtig angewendet: dass man den Faschismus abzulehnen, zu bekämpfen, nicht zu tolerieren hat, kurz gesagt: ihn unter dem Gesichtspunkt der Intoleranz zu behandeln hat.

Derselbe Faschismus hat bekanntermaßen auch zur grauenvollsten Verfolgung einer fremden Religion, nämlich dem Judentum, geführt. Deshalb wurde es zum kulturellen Paradigma des Westens, auf dass so etwas nie wieder passieren könne, dass jeder fremden Religion mit der größtmöglichen Achtung und Toleranz zu begegnen, also unter dem Gesichtspunkt der höchstmöglichen Toleranz zu begegnen sei.

Wenn sich nun aber Faschismus und fremde Religion ununterscheidbar zu einem neuen Ding verbinden, so hat man also etwas vor sich, das man, nach den Vorgaben unserer Gesellschaft, zugleich unter dem Gesichtspunkt der höchsten Toleranz und der höchsten Intoleranz zu behandeln hat.

Das geht aber nicht, weil es sich widerspricht.

Ein Ding, das Widersprüche miteinander verbindet, nennt man Paradox.

Nun sind bereits rein logische Paradoxien zum Haare-Raufen wie zb: Ein Kreter sagt, alle Kreter lügen immer.

Hier aber haben wir es mit etwas weitaus schlimmerem zu tun: einem emotionalen Paradox!

Wen wundern da noch die geistigen Krämpfe?

Nun gibt es zur Lösung eines Paradoxons prinzipiell zwei Möglichkeiten. Möglichkeit 1: Man geht in die Tiefe und trennt es „von innen“ her auf, indem man „Religion“ und „Faschismus“ voneinander separiert. Dazu müsste man aber erst einmal die Verbings-Stränge kennen.

Möglichkeit 2: Man ignoriert ganz einfach die faschistischen Elemente der Auswüchse der fremden Religion, und sagt: „die gibt es nicht“. „Das hat nichts damit zu tun.“ „Das kommt doch bei uns auch alles vor.“ „Einzelfälle.“ Man schiebt es auf psychologische Ursachen: „die sind kriegstraumatisiert„; oder man euphemisiert es: „anderer Wertekanon„, etc.

Offensichtlich hat sich unsere Gesellschaft für Möglichkeit 2 entschieden. Sie macht sich damit mit-schuldig an dem, was sie unbedingt verhindern wollte: dem Aufkommen eines neuen Faschismus.

Möglichkeit 1 wäre nämlich um einiges unbequemer: Da käme man nämlich darauf, dass eine so scharfe Trennung in fremde Religion einerseits und Faschismus andererseits nicht so ohne weiteres funktioniert – wenn nämlich faschistoide Tendenzen in der, nennen wir es mal „Primärliteratur“, zu finden sind…

….dabei wäre gerade das befreiend: Ehrlichkeit, Wahrheit, und jawohl, Aufklärung! Gerade diese Wahrheitsliebe würde nämlich wieder das rechte Maß (womit wir beim Thema wären) in die Diskussion und in uns selbst einbringen. Dass etwa gegen einen Gottglauben überhaupt nichts zu sagen ist, aber ein hasserfüllter Gott, der aufruft, seine eigenen Kinder umzubringen, einfach nur ein Monster ist, eine contradictio in adjectio. Dass man durchaus was mit Dichtern wie Omar Khajam, Hafis und was mit Mystikern wie Avicenna anfangen kann, dass diese aber, mal ganz ehrlich, meilenweit über ihrem „Primärliteraten“ stehen.

Die Wahrheit macht einen nämlich nicht nur frei, sondern sie gibt auch das richtige Maß: Wer aber Widersprüche in sich selber niederschreien muss, um auf diese nicht aufmerksam werden zu müssen, kann dieses Maß nicht finden.

In den vorhergehenden Artikeln die schicke Elite des Establishments… wurde gesagt, dass wir im Grunde die Religion der Unschuld pflegen und die einzige Tugend dieser „Religion“ die Toleranz ist.

Und weiter, dass aber eine einzige Tugend niemals alle Tugenden ersetzen kann. Nun aber haben alle Religionen etwas maßloses. In diesem Falle also: die Toleranz in maßlose Höhen zu treiben. Da liegt die unbewusste Hoffnung darin, solche wie oben geschilderten Widersprüchlichkeiten gleichsam in unendlicher Toleranz in Wohlgefallen aufzulösen. Das aber nicht funktioniert, weil es dem Popperschen Satz zuwider läuft.

(Da stellt sich freilich die Frage, warum die Religion der Toleranz nicht auch gleich den hierzulande geläufigen Faschismus durch unendliche Toleranz zu Nichts auflösen will. Die Antwort ist wohl aus den Ausführungen oben herzuleiten. Eine primitive Religion ist immer auch stark manichäisch und braucht ihren „Teufel“. Den braucht man nicht aufzulösen, weil er sowieso böse ist. Daher sind FPÖler, AfDler etc. nicht bloß geächtet, sondern tatsächlich „gebannt“, also exkommuniziert unter der Androhung, das Paradies der Toleranz für immer zu verlieren.)

Blöderweise versteht die Religion der Toleranz aber die Sache mit der Maßlosigkeit falsch: In intelligenten Religionen bezieht sich die Maßlosigkeit auf das geistliche, das über-Irdische: Unendlich ist die innere Würde jedes Menschen (unabhängig vom Erleuchtungsgrad), die Liebe, der ewige Friede.

Tugenden sind aber irdische Dinge, und hierzu zählt die Mäßigung und die Toleranz.

Angenommen also, ein Vater liebt sein Kind unendlich (d.h. maßlos).

Angenommen nun, das Kind mag Schokolade.

So wird nun der Vater sein Kind dennoch nicht mit unendlichen Mengen Schokolade füttern, da das Kind dadurch Schaden nehmen würde.

Er wird vielmehr dem Kind in Maßen Schokolade geben, dass sich das Kind zwar freut, aber dennoch gesund bleibt.

Gerade durch diese Mäßigung (die sicher nicht immer das Gefallen des Kindes finden wird), lebt der Vater die Liebe.

Und liegen wir nun falsch, wenn wir statt „Schokolade“ nun das Wort „Toleranz“ schreiben?