15
Nov
18

Toleranzinquisition

Eine ultratolerante Facebook-„Freundin“ hat nun 15 ihrer Kontakte gekappt, weil diese es gewagt haben, ihrerseits mit FPÖ-nahen Menschen befreundet zu sein. Ja, so ist das mit der Toleranz: Wer mit den falschen Menschen befreundet ist, wird als beschmutzt, sozusagen als verseucht, angesehen.

Freilich: so sagt sie das nicht. Sie handelt nur danach.

Als wären für unsere ultratolerante Freundin Menschen mit anderer politischer Anschauung keine Menschen mehr, sondern infektiöser Unrat. Selbst die indirekte Kontamination scheint ihr schon gefährlich! Als wären es Viren oder Bakterien.

Und ich habe noch in der Schule gelernt: Wer andere Menschen nicht als Menschen ansieht, trägt schon den Keim des Faschismus in sich.

Welch ein paradoxales Element!

Die Antifaschistin hat solche Angst, dass ihr Toleranzheiligenschein angepatzt und sie „unrein“ wird – dass sie lieber vorsorglich gleich selber zum Faschismus konvertiert.

Aber vielleicht hat unsere „ultratolerante Freundin“ recht? Vielleicht sind Burschenschaftler keine Menschen?

Wobei man dazu sagen muss, dass sie auch Christen mit Geifer verfolgt, Konservative sowieso, überhaupt alle Religiösen, aber auch Naturwissenschaftler hasst, soferne sie ihre Wissenschaft nicht der feministischen Ideologie unterordnen, dass sie am liebsten Mönchen oder Nonnen verbieten würde, mit anderen Menschen zu sprechen, dass sie überhaupt jeden hasst, der nicht so ist wie sie.

Sie ist nämlich tolerant.

Ich kenne sowohl linke Zecken als auch schlagende Burschenschafter. Ich teile weder die Meinung der einen noch die der anderen. Aber ich kann mich mit beiden unterhalten, ohne meine „Reinheit“ gefährdet zu sehen.

Eines jedenfalls weiß ich: alle Burschenschaftler, die ich kenne, haben weniger Probleme mit abweichenden Meinungen als diese ultratolerante Facebook-Freundin.

Ich hätte mehr Sorgen davor, dass Leute wie diese Dame an die Macht kommen, als vor irgendwelchen Burschenschaftlern.

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17
Okt
18

kleine Replik auf Daniele Ganser

Wer jetzt glaubt, ich würde in die Chöre jener einstimmen, die Dr. Daniele Ganser als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnen, irrt gewaltig.

Daniele Ganser

(siehe zb. https://www.youtube.com/watch?v=Axwcqy4vUW0 )

ist einer der profundesten, unangepasstesten Historiker unserer Zeit. Ich empfehle seine Beiträge uneingeschränkt.

Sein Konzept der „Menschheitsfamilie“, aber auch seine Forschungen zu 9/11 und zur eigentlichen Bedeutung dieses Datums, zu Syrien und Vietnam verdienen es, weiter verbreitet zu werden. Es beugt der „Standard“-„Profil“-„News“-Verblödung vor.

Der „Menschheitsfamilie“ gehören alle an; Menschen aller Völker und Sprachen; aller Hautfarben und Religionen. Es ist, so Ganser, absurd, dass wir uns den Schädel einschlagen; dass wir eine Waffenindustrie füttern, die uns dann gegenseitig einander umbringen lässt.

Wer könnte das nicht unterschreiben? Freilich beleuchtet Ganser noch viel mehr: die unrechtmäßigen Kriege (die vor allem von der NATO geführt werden), die Manipulation durch die Massenmedien, (https://www.youtube.com/watch?v=awq7ny8xA1k), die Verstrickung des Kapitals und des Ölhandels, usw.

Faszinierend -und zugleich erschreckend- zu sehen, wie die Massenmedien, darunter auch Wikipedia, Daniele Ganser in den Dreck ziehen, wie er seinen Posten an der ETH Zürich verloren hat……weil er „unbequeme“ Fragen gestellt hat. Aber er hält sich gut, und das wünsche ich ihm (und mir) auch weiterhin.

In einem Punkt jedoch erlaube ich mir, ihm zu widersprechen. In einer Sache sitzt er dem selben Denkfehler auf wie die meisten Menschen unser Zeit und Region.

Er sagt: Im Grunde hätten alle Glaubensrichtungen einen „moralischen Kern“, der gleich sei. Hier stellt sich aber die Frage: Was ist dieser „Kern“? Etwa die grundlegenden Schriften? Hat sich nicht auch der Nationalsozialismus als Religion verstanden -und etabliert? Ist es nicht das selbe mit dem Stalinismus? Haben die auch alle „den gleichen moralischen Kern“?

Oder meint Daniele Ganser die „anerkannten Religionen“? Nun gut, aber wer erkennt diese an?

–Wir sehen, in dieser seiner indifferenten Sicht irrt Ganser, und wir halten fest, dass es eben auch unter „anerkannten“ Religionen, und gerade in deren grundlegenden Schriften, solche mit massiven spirituellen und moralischen Defiziten gibt. Ich meine damit natürlich jene Lehre, die mit I anfängt und mit m aufhört.

Was ist nun die Konsequenz?

Dass die Menschheitsfamilie doch keine so gute Idee ist?

Dass wir uns doch besser die Schädel einschlagen sollen?

Nein, das ist nicht die Konsequenz.

Sondern: gerade heute ist man als Christ aufgefordert, Irrlehren als solche zu benennen und, wie Paulus sagt: „sich freimütig zum Evangelium zu bekennen„. Da aber hapert es oft. Wir sind zu feig, aber auch der äußere Druck ist groß.

Irrlehren„: Damit meine ich die des Geldes (Kapitalismus); die des Neides auf das Geld (Kommunismus), Irrlehren, die den Zorn und die Rache vor den Frieden stellen (das können nun irgendwelche privat zusammengeschusterten Glauben sein, oder ein Glaube der mit I anfängt und…ehschowissen). Und so weiter.

Die Konsequenz lautet also, jenen Spannungsraum zu ertragen, dass wir nicht die Menschen verachten, die einer Irrlehre aufsitzen und also brainwashed sind, sondern nur die ihnen innewohnende Verblendung, und diese, die Verblendung, mit aller Entschlossenheit  bekämpfen. Das ebenso leichte wie schwere Prinzip hiezu ist bekannt, es lautet: „liebet eure Feinde!

Oder vielleicht kann man es so sagen:

Nicht die Menschen wollen wir bekämpfen, wohl aber ihre Verirrung!

Es geht also um Mut, um Glaubensstärke, um Prinzipienfestigkeit und um einen geistigen Kampf gegen die Verwirrung und Verirrung, nach außen hin, aber auch in sich selbst.

Ja, letzteres ist wohl das wichtigste.

…und das passt recht gut in das Konzept der Menschheitsfamilie. Denn welcher Familienvater oder welche Mutter, welcher Bruder oder welche Schwester würde ein Familienmitglied, das aufgrund einer Mitgliedschaft in einer Sekte, in der Gosse gelandet ist, dort liegen lassen?

Und welche verantwortungsvolle Mutter oder Vater, Schwester oder Bruder würde dem Gestrandeten nicht den Wahnsinn solcher Sekten vor Augen halten und versuchen, dass es ihm wieder besser geht?

 

04
Okt
18

spiegelverkehrt

Wenn man über die Radikalisierung des orientalischen Raumes im Namen des Islam nachsinnt, über Gründe der dort um sich greifenden wissenschaftlichen, geistigen und moralischen Retardierung und Barbarisierung, denkt man sich zwangsläufig:  Barbarisierung hat es auch im christlichen Raum gegeben.

Das ist ganz unbezweifelbar. Das gängige Narrativ, es handle sich um Analogien, sozusagen um bloße Parallelentwicklungen, die jeder Religion zu eigen ist, kommt natürlich der aktuellen atheistischen Hegemonie zupaß, die daraus folgert, dass alle Religionen gleich schlecht seien.

Abgesehen davon, dass Atheismus auch nichts anderes als ein unbewiesener Glaube ist, und dessen Auswirkungen noch viel grausamer waren, als die aller großen Weltreligionen zusammen, (man denke an den Stalinismus, den Maoismus, den Faschismus, den Kapitalismus…), ist die obige Folgerung natürlich die denkbar falscheste.

(Natürlich weist die gängige atheistische Diktion jeglichen Zusammenhang zu diesen totalitären Ideologien zurück, übersieht dabei aber, dass eben die metaphysische, ethische und moralische Verarmung (und Verdummung) erst den Boden für solche -stets materialistischen – Ideologien bereitet. Das zu diskutieren, wäre einen eigenen Beitrag wert.)

Man könnte nun die positiven Aspekte dieser beiden Weltreligionen, die ja ebenso unbezweifelbar sind, bedenken: Die Omajjaden-Moschee, die orientalischen Leistungen auf dem Gebiete der frühmittelalterlichen Algebra und Chemie hier, die gotischen Dome, die Mystik, die Aufklärung (jawohl! Kant schrieb seine „Kritk der reinen Vernunft“ auch, um „die Irrlehre des Atheismus“ zu widerlegen), oder ganz einfach Beethovens Missa solemnis oder J.S. Bachs Messe in h-moll, etc, etc.

Und daraus den Schluß ziehen, alle Religionen seien „gleich gut“. Das stimmt aber auch nicht.

Man vergleiche die Evangelien mit dem Koran: Ich traute meinen Augen nicht, als ich las, dass Mohammed seinen Anhängern sagte, die Gesetze Gottes gelten nur für sie, aber nicht für ihn, er sei (frei zitiert) etwas besseres. Jedes 5-jährige Kind spürt die Unechtheit und Giftigkeit solchen Redens, über dem schon der Schatten der Barbarei liegt.

Wie anders  ist Jesus! Er hat sich dem Gesetz unterstellt und es gelebt; Er war wahrhaftig. Er hat sich sogar unter die Menschen gestellt, denn: „Wer der erste sein will, der soll unter Euch der Letzte sein!“ – also der Bescheidenste, der Demütigste, nicht der, der herrscht, sondern der, der dient.

Man kann Dutzende solcher Vergleiche aufstellen, und sie fallen alle ähnlich aus.

Der orientalische Raum hat sich immer dann gut entwickelt, wenn er den Koran nicht so ganz ernst genommen hat, und er verfiel immer dann der Retardierung, wenn er „glaubensstreng“ geworden ist.

Genau umgekehrt verhält es sich mit christlichen Kulturen: Sie waren dann stark und menschenfreundlich und friedliebend, wenn sie sich an das Evangelium gehalten haben, finster wurde es, wenn sie die Evangelien vergessen haben. Siehe: heute. Siehe: Kapitalismus. Siehe: moralische Verdummung. Siehe: Indifferentismus.

Wir erkennen also eine gewisse Analogie zwischen Morgen- und Abendland: Aber sie ist spiegelverkehrt.

16
Aug
18

neue Unschuld?

 

Die Kolonialzeit ist vorbei.

Die meisten Europäer versuchen aber in ihrer Halbbildung der ganzen Welt immer noch ihr Denken überzustülpen. Das ist natürlich ein Kolonialismus in anderer Form…

Ich denke da zb. an den „arabischen Frühling“, der, wie könnte es anders sein, als eine „demokratische Revolution“ missdeutet wurde. Siehe zb. Robert Misik, ein Ober-Missdeuter.
Das europäische Denken hat sich selbst kastriert und resultiert nunmehr in grenzenloser Naivität.

Dass andererseits diese Naivität mit Gift und Galle verteidigt und allen aufoktrouyiert werden soll, zeigt, dass man sich eine Art „neuer Unschuld“ herbei sehnt.

Siehe natürlich auch „Toleranz“: eine rein äußerliche Tugend soll das Innenleben, die Würde, aber auch die Verantwortung der Entscheidungskraft über Gut und Böse, ersetzen.

Sozusagen Adam und Eva vor dem Sündenfall.
Vor der Erkenntnis von Gut und Böse.
Ein Neuanfang, eine Neu-Skalierung.

Aber so funktioniert das nicht.

Man kann weder politische noch historische noch persönliche Schuld tilgen, indem man sich unschuldig stellt.

Das Gegenteil von Schuld ist nicht Unschuld, sondern Vergebung.

Und Vergebung kommt nicht vom Menschen.
Wie auch die Gnade nicht vom Menschen kommt, sondern von Gott.

Nun hat man Vergebung zu erlangen versucht durch „Trauerarbeit“.

Meister Eckehart schreibt aber, dass Vergebung und Heilung der seelischen Wunden nicht durch künstlich aufrecht erhaltene Reue, sondern durch erneutes Aufschauen zum Herrn kommt.

Und tatsächlich ist unsere Kultur der Trauerarbeit überdrüssig.

Nachdem aber Geld, Wohlstand, Komfort und spät-neuzeitliche, auf den Naturwissenschaften basierende Magie – wobei hier nicht der Naturwissenschaft selbst gemeint ist – ein Aufschauen zum Herrn unbequem gemacht haben, tut man lieber unschuldig.

Man tut so, als hätte man noch nichts erlebt, keinen Frieden und keine Kriege, keinen Zweifel und keine Siege keine Höhen und keinen Abgrund. Als gäbe es keinen freien Willen; als gäbe es kein Gut und Böse. Man will das künstliche Paradies.

Was wird wohl der Apfel neuer Erkenntnis sein?

LG KNI

31
Jul
18

Seele -an Yeti

Ich habe es doch noch einmal zusammengeschrieben (letzte gültige Version):

Das ist jetzt einiger Diskussionsstoff.

Zuerst möchte ich mein Bild erläutern, anscheinend verwende ich die Pfeile andersrum.

Also:

Gott => Mensch (Körper)

Erläuterung: Der physische Aspekt des Menschen -der Körper- ist Teil der Schöpfung und kommt, nach meinem Glauben, von Gott. Daher zeigt der Pfeil von Gott zum Menschen. Jedenfalls ist das meine Notation.

Gott => Mensch(Seele)

Erläuterung: Die Seele betrachte ich als das, was ein Wesen lebend macht. Es ist mein Glaube, dass das Leben mehr ist als eine biologische Wechselwirkung. Dieses Zusätzliche ist im Begriff „Seele“ ausgedrückt.

Auch die Seele kommt von Gott; wird von ihm geschaffen (jeweils meinem Glauben gemäß, aber das werde ich jetzt nicht immer extra dazuschreiben.)

Daher macht -für mich- der Ausdruck „Dingseele“ keinen Sinn, da Dinge kein Leben in sich haben. Ich glaube zwar, dass die Dinge „in Gott leben“, aber das würde ich keiner eigenen Seele zuordnen.

Mensch(Körper) => Geist .

Mensch(Seele) => Geist .

Erläuterung: Ich betrachte den Geist als Schnittstelle zwischen Körper und Seele. Er resultiert aus beidem. Es gibt auch mystische Meister, die es umgekehrt sehen und Seele mit Geist vertauschen, zb Hl. Johannes v Kreuz. Daher halte ich die Begrifflichkeiten für nicht so wichtig. Es geht mir aber um die Schnittstelle.

In diesem Leben kommen wir nie über diese Schnittstelle hinaus: Wir „kennen“ unsere Seele nicht. Wir glauben nur an sie (zumindest ich). Man könnte es so sagen: Wer der Schnittstelle inne wird, ist sich auch der Seele inne.

Also: Mensch(Körper) => Geist <= Mensch(Seele)

Alles aber resultiert aus Gott.

Also:

Gott => Mensch(Körper) => Geist <= Mensch(Seele) <= Gott

Gott, das Alpha und das Omega.

LG KNI

03
Jun
18

nach dem Gemetzel

Nach dem schrecklichen, vom IS verübten Terroranschlag auf den life ball in Wien wurde nun das Motiv des Attentäters bekannt.

Er sagte, ihm sei der brennende Hass gekommen, als er hörte, dass dort Religionen verspottet werden sollten. Nicht, dass ihm das Christentum sonderlich wichtig sei, aber wer den einen Glauben in den Dreck ziehe, werde auch nicht zögern, den wahren Glauben zu beleidigen. Der Anschlag sei als Drohung zu verstehen gewesen, sagte der verhaftete dringend tatverdächtige Abdullah S., denn wenn man das mit dem Islam mache, werde es noch ganz andere Folgen haben…

Inzwischen sind auch Reaktionen auf den Anschlag und dessen Motiv bekannt geworden. Der Bürgermeister zeigte sich „zutiefst erschüttert“ und ordnete an, das Riesenrad rosa zu beleuchten.

Der Soziologe Wolfram T. meint: „Wir haben es hier mit einer offensichtlich fehlenden Integration zu tun. Denn sonst hätte Abdullah S. gewusst, dass der life ball ein Fest für Toleranz ist. Und toleranten Gesellschaften kann es nicht in den Sinn kommen, irgendeinen Glauben abzuwerten. Es sei denn, freilich, es handelt sich um so etwas Intolerantes wie das Christentum. Da ist es geradezu Pflicht. Aber das hat ja mit dem Islam nichts zu tun.“

Dagmar Koller, die den Anschlag unverletzt überlebte, zündete bei sich zu Hause eine Kerze an. Das Gut Aiderbichl schloss sich der Aktion an.

Sogar Vertreter des Stammtisches zeigten Betroffenheit: „Jo mei, de vom life ball haben sich gsagt,  `veraosch‘ ma de Kirchn! Wö da kann eh nix passiern. Mach ma hoit de Nonnen und de Christen lächerlich, sing ma hoit de Kirchnliada (etwa das „Kyrie“, Anm. d. Red.), wö wann ma den Mohammed auftretn lossn mitm aussa hängenden Beidl, dann samma olle tot!`- und jetzt sans erst recht hin! Obwohls eh ka Risiko eingangen san! De tuan ma vom Herzen leid!“

Differenzierter äußert sich freilich die intellektuelle Elite. So fragt Heiko W., Publizist, Genderforscher und freier Miterbeiter der TAZ: „Wann wird die Blutspur, die die Kirche durch die Weltgeschichte zieht, endlich verebben?“

Und weiter: „Nun könnte der einfache Mann von der Straße glauben, dieser Anschlag sei ja nicht von der Kirche ausgegangen. Als Intellektueller reicht mir diese billige Antwort nicht. Wer hat denn die kirchliche Tracht erfunden, die am life ball persilfliert wurde? Eben: die Kirche! Und was hat das Empfinden des Attentäters gestört? Die Persiflierung der kirchlichen Tracht! Also ist die kirchliche Tracht an dem schrecklichen Anschlag schuld. Ich folgere: ein weiteres Verbrechen der Kirche! Leider ist abzusehen, dass rechtsradikale Elemente nicht ausbleiben werden, die dieses Verbrechen dem Islam in die Schuhe schieben werden. Aufgrund meiner Fachkompetenz als elitärer Intellektueller bin ich schon jetzt in der Lage, diese Entwicklung zu prognostizieren!“

Die ORF-Journalistin Annette-Sibylle K, die nach dem Anschlag vor Ort war, meint: „Das ist wieder Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen!“

Auch ein esoterisches Medium, genannt „Madame Ambrosia“ meldete sich zu Wort. Sie will die Meinung des Filmregisseurs Frederico Fellini aus dem Jenseits vernommen haben. Laut Madame Ambrosia habe der Regisseur folgendes gesagt:

„Die Seelen der Toten sind längst im Himmel. Grüße soll ich ausrichten an Mama, Pappa und Horst, wer immer das ist. Das wäre hiermit erledigt.

Jetzt aber rede ich in eigener Sache. „, so Fellini,  „Und ich sage: Plagiat! Die Idee mit der Sakralkleider-Modenschau ist von mir, ihr Wichser! Schauts euch den Film „Roma“ an, und ihr werdet wissen, was ich meine. Ob mich die Blasphemie stört? Nö. Sonst hätte ich ja meinen Film nicht gedreht. Warum aber ist mein Film gut und eure Show Scheisse?

Weil auch Blasphemie Niveau haben muss. Weil es auch in der Blasphemie um die letzten Dinge geht. Auch Blasphemie ist ein tiefes, mitunter persönliches Ringen mit Gott. Euer Zeug ist aber nur ein dümmlicher Reflex. Ihr kopiert eure Eltern und haltet euch für originell. Ihr macht einen auf Provokation, und seid doch nichts als Spießer. Ihr seid Schnösel, die Subkultur imitieren.

Nicht die Blasphemie mache ich euch zum Vorwurf, sondern die Vertrottelung der Blasphemie. Nicht die Revolte mache ich euch zum Vorwurf, sondern eure aus euren Nasenlöchern triefende Selbstgefälligkeit. Nicht die Toleranz mache ich euch zum Vorwurf, sondern dass ihr in Wirklichkeit auf andere herabschaut. Euer Fluch ist, dass ihr eure Gegner, sei es Gott, die Kirche oder sonstwen, für so belanglos haltet, wie ihr es selber seid. Diese Belanglosigkeit ansehen zu müssen, ist die eigentliche Zumutung.

Ihr seid nicht mehr oder weniger „blasphemisch“ wie die neoliberalen Ärsche, wie die Karl-Heinz Grassers, wie die lächerlichsten Snobs, wie alle billigen Kopien des Lebens. Ihr glaubt, ihr könntet euch das, was man „Geist“ nennt, auf die Billigsberger-Masche aneignen, und ihr könnt es nicht. Ihr klaut anderen die liturgischen Versatzstücke und seid doch unfähig, eine eigene Liturgie zu bilden.  Ihr seid nichts als geistig impotente Lahmärsche, ihr seid die Eunuchen der Kunst, mit einem Wort: Flachwichser.

Dass ihr ferngesteuerten Lemuren in der Verblendung lebt, geistig selbstständig zu sein, sei euch verziehen. Aber dass ihr meinen Film zu einer Art Pony-Gala mit Nonnenkostümen verunstaltet habt, verzeihe ich euch NICHT.“

So weit die Botschaft Frederico Fellinis aus dem Jenseits.

Die Grün-Abgeordnete Manuela R. meinte, als sie von der Fellini-Botschaft hörte: „Das ist  Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen.“

Der Zen-Meister Dr. Gua Hong-Li sagt: „Für die Opfer des Anschlags war die Phase des Schmerzes nur ein kurzer. Wenigstens war ihnen da nicht fad. Nachdem sie den Himmel nicht wollten, werden die sie wieder geboren werden, die meisten als Moslems, vermutlich in Bosnien. Sie müssen noch üben.“

Pfarrer Ignatius Helmut W. sagt auf die Frage, ob er denn den life ball als Provokation gesehen hätte: „Na jo, gegen die Kirche rebellieren ist ungefähr so, als würde man eine offene Tür einzurennen versuchen. Mir is des wurscht. Ausserdem hab ich jetzt andere Probleme. Etliche von denen, die da gstorben sind, waren meine Pfarrkinder, auch wenn ich die bei der Erstkommunion des letzte Mal gsehen hab. Jetzt muss ich sie begraben…“

Theologin Prof.Dr. Inge T. meint hierzu: „Mit-einander ist immer besser als das Gegen-einander, aber auch sehr gut ist das für-einander in Berücksichtigung des Einander-einander. Man sieht an dem life ball, wie sehr die Sehnsucht nach Höherem gegeben ist.“

Darauf wieder Pfarrer Ignatius Helmut W. : „Ich wunder mich nur. Da kommens nimmer in die Kirche, und dann glaubens, sie sind Revoluzzer, wenn sie sich  a halberte Messe am Rathausplatz anhören…und ich muss sie begraben…“

Publizist Werner U. hierzu: „Das ist wieder Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen!“

 

 

 

 

23
Mai
18

Terminators Kontemplation

 

Egon Friedell prognostiziert nach der auf (mehr oder weniger plattem) Rationalismus und Sensualismus basierenden Neuzeit ein spirituelles Zeitalter.

Ob Friedell damit recht hat, weiß ich nicht.

Eines aber weiß ich: Wenn unsere Welt nicht untergehen will, kann es keinen anderen Weg geben.

Weder Kommunismus noch Liberalismus noch sonst irgend eine materialistische Theorie hat Zukunft. Deren Kollaps ist ja gerade eben zu beobachten.

Auch der abstruse Glaube an die Naturwissenschaft, der gerade von jenen mit höchster Inbrunst praktiziert wird, die von Naturwissenschaften keine Ahnung haben, wird nicht helfen. Wenngleich, das muss man sagen, die Autoritätshörigkeit dieser Gläubigen selbst einem spanischen Großinquisitor gut anstehen würde. Nur betet diese neue Konfession zu weißen Mänteln, da fühlen sie sich dann intelligent.

Dann fangen sie an, über Hirnforschung, Hexenverbrennung und über sich selber, also über die Inquisition zu reden, und merken gar nicht, dass sie sich ex negativo ebenfalls über die Kirche definieren.

Diese braven Schäfchen machen ihren Glauben von nichts anderem abhängig als von den Fehlern des (zweifelsohne fehlerhaften) kirchlichen Bodenpersonals und sind damit genau so einfach steuerbar wie die, die sie zu bekämpfen vorgeben.

Alles das wird nichts helfen, nichts lösen, nichts klären.

Aber warum, frage ich mich, soll ich immerzu in diesem Schlamm herumstochern, aus dem es doch nichts zu gewinnen gibt?

Wo es doch schöne und inspirierende mystische Beiträge gibt wie:

https://letztersein.wordpress.com/2018/05/23/die-goettliche-hemisphaere-kann-es-sie-geben/

Also auf, verhelfen wir dem neuen Zeitalter zu seinem Recht!

In dem Artikel von „letztersein“ geht es um „oben“ und „unten„, um die immaterielle Welt.

Er schreibt:

„Oft habe ich über meinen Freund gelächelt, der in der Meditation ganz deutlich die beiden Richtungen „Oben“ und „Unten“ zu spüren vermochte.

Und ich habe gelächelt, weil ich mir dachte, dass „Oben“ und „Unten“ sich ganz natürlich als die beiden wichtigsten Richtungen des Menschen ergeben. Gut geeignet für eine Metapher also.“

Ein guter Diskussionsansatz, um sich dem Thema Meditation und Kontemplation zu nähern.

oben“ und „unten“ sind in der Meditation natürlich nur Metaphern.
Man könnte auch „Vertikale“ und „Horizontale“ sagen.

Was befindet sich nun in der Horizontalen (wenn wir von einigen Damen absehen wollen *ggg*)? Die Welt. Das Irdische. Die Stadt, das Land, die Strassen, die Gassen, die Arbeit.

Was befindet sich in der Vertikalen? Der Himmel und der Untergrund. Das eine voller Licht, das andere lichtlos. Beides aber ungreifbar (wenn wir von ein paar Flugzeugen und Ölbohrern absehen, aber wirklich hoch/tief kommen die ja auch nicht….).

Insofern sind oben und unten Symbole für das Nicht-Weltliche, also für das, was über das unmittelbar Materielle hinaus geht.

Nun ist es aber so, dass man in der Meditation tatsächlich so etwas wie Licht gibt, und auch einen vertikalen Fluss, eine oben-unten-Ausrichtung. Der nicht ganz anfängerhafte Meditierende weiß freilich, dass auch das Metaphern sind, nämlich Metaphern des Körpers, die für das Göttliche stehen.

Interessanterweise sind aber diese Erscheinungen bei jedem (der meditiert) recht ähnlich. Man darf aber den Fehler nicht machen, dies Metaphorische nun mit dem Göttlichen selbst zu verwechseln…

(na, das gilt ja auch in anderen Lebensbereichen! Soll ja nicht nur einmal vorgekommen sein, dass Metaphorik zu weit getrieben wurde…*ggg*!)

…interessante Lektüre hierzu ist „die dunkle Nacht“ vom Hl. Johannes vom Kreuz, der genau zwischen den körperlichen und den geistigen Aspekten der Kontemplation (mithin zwischen Kontemplation und Meditation) unterscheidet. Er skizziert typische Entwicklungsstadien des Kontemplierenden und setzt die von diesem erlebten Licht-und Dunkelphasen (ja, die gibt es, siehe Mutter Theresa; das wird zumeist als Depression mißdeutet) in Relation.

Man kann sich das so vorstellen: Wer traurig ist, weint öfter als andere. Es gibt also eine Korrelation zwischen nassen Augen und Traurigkeit. Für den Betroffenen ist sein Weinen weit mehr als nur Korrelation: Es ist eben eine Metapher – ein körperlicher Ausdruck – seiner Traurigkeit.

Umgekehrt kann man die Traurigkeit nicht dadurch erzwingen (soferne man das will), indem man sich die Augen nass macht. Weil: nicht jedes nasse Auge bedeutet Traurigkeit. Es kann auch einfach nur eine Bindehautentzündung sein…

Auf die Meditation umgelegt: „oben und unten“ sind per se gar nichts. Auch die Vertikalströmung, die man deutlich spürt, ist nicht per se götllich. Sie künstlich erregen zu wollen, bringt nichts.

Dennoch wissen zwei Meditierende, worüber sie reden, wenn sie „oben“ und „unten“ sagen. Ganz genau so, wie im Allgemeinen jeder Mensch weiß, was Weinen bedeutet.

Freilich kann es zu Missverständnissen kommen, wenn ein Mensch ohne Meditationserfahrung von diesen Begriffen hört, weil er denkt, es gehe in erster Linie um das „Vertikale“, also um das Vertikale per se. Das tut es aber nicht. Man braucht Metaphern, weil es für dieses eigentliche Göttliche keine Worte gibt….

…Hier wollen wir den Begriff „körperliche Metapher“ kurz diskutieren:

Im Gegensatz zu wörtlichen Metaphern (etwa: „das Auto ist schnell wie ein Pfeil„) ist die körperliche Metapher stärker an das gebunden, worauf es verweist. Zu diesen körperlichen Metaphern zählen Lachen, Weinen, Extase, Seufzen, etc.

Eine wörtliche Metapher ist meistens leicht austauschbar, zb kann ich statt:  „das Auto ist schnell wie ein Pfeil“ sagen: „das Auto ist schnell wie ein Blitz„. Auch zwingt mich nichts, diese oder jene Metapher für die Schnelligkeit des Autos zu verwenden: Ich kann es mir aussuchen. Das bedeutet: die Bindung zwischen Ding und Metapher ist leicht und lose.

Anders bei der körperlichen Metapher: Wir merken schon, dass wir das Wort „Metapher“ als Metapher verwenden! Nämlich für etwas, das stärker gebunden ist.  Bei einem wirklich guten Witz lachen muss ich lachen (na ja, vielleicht nicht jeder), ob ich will oder nicht. Das Lachen ist also stärker an den Ursprung, nämlich an die Erheiterung, gebunden. Dennoch ist das Lachen nicht mit der Erheiterung gleichzusetzen.

Die Bindung ist trotzdem sogar so stark, dass ich, etwa wenn ich mich zornig stelle, auch wirklich zornig werden kann. Es geht also auch der umgekehrte Weg. Wir Menschen sind eben Körper/Geist-Schnittstellen.

Bei der Meditation ist diese Bindung zuweilen noch stärker, weshalb es schwierig sein kann, zwischen dem körperlich-Metaphorischen und dem Geistigen zu unterscheiden. Johannes v. Kreuz erörtert diese Probleme sehr genau; ebenso den Weg zum rein-Geistigen: Hier verlässt er freilich das „Technische“ und bezeichnet die Wissenschaft der Kontemplation als Liebeswissenschaft – als das, worauf es tatsächlich ankommt….

….wo ich mir dann denke, wie etwa Roboter über weinende Menschen urteilen würden. Der eine würde uns für verrückt halten, der andere gar nichts sagen, und der dritte hätte womöglich den Gedanken: „die wollen sich nur wichtig machen.“

Wobei letzteres zwar durchaus stimmen kann, aber eben nicht immer. Ein solcher Roboter würde wohl vorschnell urteilen.

Oder, wie sagte einer der wichtigsten Theologen aller Zeiten, nämlich der Terminator: „Ich weiss jetzt, warum ihr weint. Aber das werde ich niemals tun können.“ *ggg*!




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