17
Mai
13

Der heilige Hund

Unten im Park trafen sich die Hunde. Große, kleine, schöne, hässliche, junge, alte, Pinscher und Doggen, Golden Retriever und Berrnhardiner.

Sie hatten nur eines gemeinsam: sie wollten erleuchtet werden. Und darum warteten sie, wie jede Woche, auf den heiligen Hund. Der Heilige Hund war ein weiß-braun gefleckter Mischling, natürlich schon etwas älter und hieß „Waldi“. Dass man ein bisschen älter sein muss, um die für die Erleuchtung nötige Lebenserfahrung zu besitzen, wussten natürlich auch alle anderen Hunde. Andererseits: Es gab auch alte und dabei wirklich blöde Hunde. Das Alter alleine war es also nicht.

So kam also der Heilige Hund, grüßte in die Runde und fragte, ob die lieben Anwesenden Fortschritte gemacht hätten. Manche bejahten, andere verneinten.

So fragte denn der Heilige Hund: „Was ist das höchste, das es gibt?“

Alle Hunde antworteten im Chor: „Das Herrchen!“

„Richtig!“, sagte der Heilige Hund, „und was ist daher das Höchste, das wir tun können?“

Und nun riefen die Hunde gleichzeitig: „dem Herrchen gefallen!“, einige riefen aber, genau so schnell: „Knackwurst essen!“.

Der heilige Hund seufzte über die teilweise Unwissenheit seiner Gemeinde und lächelte gütig: „Liebe Hunde, von wem bekommt ihr denn die Knackwurst?“

Und alle riefen im Chor: „vom Herrchen!“ – „Na eben! Also, was ist das Wichtigste im Leben eines Hundes?“ Und alle antworteten, einstimmig, aber etwas unsicher: „dem Herrchen gefallen!“

„Sehr gut“, sagte der Heilige Hund, „Ihr seid auf dem Weg des Verstehens. Und wie gefalle ich dem Herrchen?“ Ein Dackel sagte: „Keine Schokolade essen! Davon werden wir krank, und scheissen dem Herrchen die Wohnung voll!“

„Sehr gut!“, sagte der Heilige Hund, „und wie ist das jetzt mit der Knackwurst?“

Ein Bullterrier sagte darauf: „Knackwurst ist immer gut, die dürfen wir immer essen! Das Gute darf man immer essen!“

Der Heilige Hund fragte: „Glaubt Ihr das alle?“ Ein sehr weiser Bernhardiner trat nun hervor und sagte: „Wir dürfen auch keine Knackwurst essen, wenn das Herrli das nicht will!“

Da entstand Unruhe unter den Hunden. Weil: Knackwurst ist doch so etwas Gutes, es kann doch unmöglich Sünde sein, eine Knackwurst zu essen!

Da sagte der Heilige Hund: „Wenn ihr hundert Knackwürste auf einen Sitz esst, scheißt ihr dann nicht auch dem Herrchen die Bude voll?“ daraufhin schwiegen alle Hunde betroffen, und winselten sehr traurig.

„Es geht nicht um die Knackwurst“, sagte der Heilige Hund, „Es geht darum, und nur darum, dem Herrchen zu gefallen! Auch wenn die Knackwurst das beste ist, das wir uns überhaupt vorstellen können! Ja, Knackwurst, das ist höchste Wonne und Moral und Gutes in einem! Aber auch die Gier nach Gutem ist nicht gut!“

„Du bist ein wahrer Mystiker, ehrwürdiger Waldi!“ riefen die Hunde in ihrer Begeisterung, „wir wollen in Zukunft nur mehr das tun, was dem Herrchen gefällt!“ Und ein Mops sagte: „Sehr richtig, denn wenn wir die eine  Knackwurst des Herrchen nicht essen, wir er uns dafür 1000 andere Knackwürste geben!“

„Du hast recht“, sagte der Heilige Hund zum Mops, „aber: soll das der Grund sein, warum wir dem Herrchen die Knackwurst nicht auffressen?“

„Ja natürlich!“ antworteten fast alle Hunde: „Wir opfern eine Knackwurst, damit wir 1000 andere Knackwürste erhalten! das ist logisch!“

Der Heilige Hund schüttelte den Kopf, und knurrte sogar etwas. Aber so viel Dummheit kann man ja nur knurren. „Logisch mag es sein, aber es ist nur berechnend! Ihr liebt alle euer Herrchen nicht wirklich! Ihr sollt die Knackwurst nicht essen, auch wenn ihr KEINE Knackwurst dafür bekommt!“

Und wieder war Unruhe unter den Hunden: „KEINE Knackwurst??“, „Was KEINE Knackwurst???“, und es dauerte lange, bis der Heilige Hund ihnen den Unterschied zwischen Heiligkeit und Logik beigebracht hatte, aber schließlich hatten es die meisten verstanden. Endlich hatten sie es, so halbwegs, begriffen, dass das Höchste immer nur das Herrchen und nicht die Knackwurst war.

D meldete sich der kritische Pudel zu Wort. Immer die Pudel! Die sind alle Univ.-Profs, (in den ganz schwierigen Wissenschaften wie zb. Pfote geben), und immer sooo liberal. Also die typischen Intellektuellen und Zweifler: „Heiliger Hund, da sagst, wir sollten keine Knackwurst essen. Ich verstehe, warum. Aber beantworte mir eine viel schwierigere Frage: WIE sollen wir KEINE Knackwurst essen? Das ist doch unmöglich?“

Der Heilige Hund antwortete : „Ihr müsst ALLES lassen! Ihr müsst sogar die Knackwurst lassen!“

„Aber wie?“, riefen alle Hunde, „WIE sollen die Knackwurst lassen? WIE sollen wir eine Knackwurst NICHT essen?“, und sie heulten und winselten und knurrten bei dem Gedanken.

Der Heilige Hund sagte: „Es ist ganz einfach. Ihr esst die Knackwurst nicht, indem ihr die Knackwurst nicht esst.

„Ja aber WIE geht das?? WIE???? WIE????“

Der Heilige Hund seufzte. Er erkannte, dass die anderen Hunde noch immer eine „Technik des Lassens“ benötigten. Er sagte: „Stellt Euch einfach vor, dass da gar keine Knackwurst liegt! Und so werdet ihr sie auch nicht essen müssen!“

Der Pudel sagte „O Heiliger Hund! Soweit geht niemandes Vorstellungsvermögen! Das grenzt an Unmöglichkeit!“

Da wollte der Heilige Hund schon erklären, dass es ja eben NICHT um irgendein Vorstellungsvermögen gehe, sondern um das Höchste, um das Herrchen, aber da war sofort klar: Das würde keiner verstehen. Also sagte er einfach: „Für heute habe ich Euch genug gelehrt. Probiert es einfach.“

Ja, Hunde sind wirklich dumme Viecher. Stundenlang können sie hochinteressiert eine weisse Wand anschauen. Sie halten uns Menschen tatsächlich für das höchste (ausser freilich es kommt eine läufige Hündin), und können eine Knackwurst nicht von einem 300-Euro-Menü im Vendome unterscheiden.

Sie haben keine Ahnung, dass das wichtigste im Leben ein Ferrari, eine Villa im Grünen, guter Sex mit einer (im Ferrari aufgerissenen) Frau, und natürlich ein Privatjet ist, aber KEINESFALLS eine Knackwurst.

Nicht wahr?

 

 

 

 

 


14 Responses to “Der heilige Hund”


  1. 1 Roman
    Mai 17, 2013 um 4:36 pm

    Like 🙂

    (Aber was machen herrchenlose Hunde? Richtig: mithelfen, dass es allen Hunden gut, oder zumindest ein Stückchen besser geht, und ihnen helfen, über die Knackwurst hinauszusehen. Und hin und wieder doch eine essen, denn zuviel des Guten ist dann auch wieder so eine Sache)

    LG

  2. 2 Kardinal Novize Igor
    Mai 17, 2013 um 4:47 pm

    Zu viel des Guten bedeutet ja: zuviel der Knackwurst! *grins!* aber natürlich bleibt „gut“ schon „gut“!

    na ja und so, aus dem Gleichnis da oben, gesehen, gibt es keine herrenlosen Hunde, nur solche, die das glauben! 🙂

  3. 3 Kardinal Novize Igor
    Mai 17, 2013 um 4:56 pm

    Oder, anders gesagt: Es gibt „Herrchen“ und „Hundefänger“. Es gibt Leben und „Leben“ im Zwinger. Beides fängt mit der Knackwurst an.

    Und an dem „WIE“ werden wir alle bis zum Schluss hadern…..manchmal vielleicht mit Teilerfolgen….hoffentlich!
    LG KNI

  4. Mai 18, 2013 um 3:23 pm

    Tja, WIE sollen wir keine Knackwurst essen, fragten die Hunde.

    Denn die „reichen und mächtigen“ Hunde fraßen sehr viel Knackwurst – das wusste man aus der Zeitung – und schon allein der Neid ZWANG die Hunde, AUCH Knackwurst anzustreben, mächtig viel Knackwurst.

    „Auswurstung der Auswursteure!“, schrie ein Hund, der es sich leisten konnte, sich auf die Seite der „armen und unterdrückten“ Hunde zu stellen, und er schrie: „Dieser Waldi ist ein Kollaborateur der reichen und mächtigen Hunde“, und „Knackwurstverzicht ist Opium für das Volk“.

    Lg
    Christoph

  5. 5 Kardinal Novize Igor
    Mai 19, 2013 um 11:36 pm

    @Yeti

    Hmmm! Aber was ist der Unterschied zwischen Jesus und Sozialismus?

    Der Sozialismus will, dass alle gleich reich sind.

    Jesus will, dass alle gleich arm sind. Und zwar, weil wir so weit über die Welt erhaben sein sollen, dass uns Geld schlicht wurscht ist….

    …..andererseits sprach Jesus zu Don Camillo (nachdem er auf den Lottogewinn von Beppone aufpasst, und sich über dessen Geldgier wundert): „Das Geld ist leicht verachtet, Don Camillo, wenn man keine Frau und keine fünf Kinder zu ernähren hat……!“

    Im Übrigen immer wieder lustig, dass ein Gleichnis auf Ebenen gestellt werden kann, die mit der Intention jetzt gar nicht so viel zu tun haben….denn eigentlich hat das ganze das Gebet zum Inhalt….aber soll jeder herauslesen, was für ihn am wichtigsten ist!!

    Gesegnetes Pfingstfest allerseits und LG

    KNI

  6. Mai 20, 2013 um 9:04 pm

    Ja, Du meinst A, und drückst es durch B aus (also als Gleichnis, also als Metapher), und ein dritter assoziiert dazu C.

    Wobei dann C mit A nicht mehr viel zu tun hat, aber so ist das halt mit Gleichnissen und mit dem kreativen Chaos 🙂

  7. Mai 22, 2013 um 5:51 pm

    Und ich weiß nicht, ob das wirklich ein Gleichnis über das Gebet ist.

    Angenommen, ich bete, um dem „Herrchen zu gefallen“, dann ist das ja auch noch ziemlich komisch.

    Beten, „weil es mir ein Bedürfnis ist, den Kontakt nicht zu verlieren“, das wäre glaubwürdig.

    Oder meinst Du mit der Knackwurst das Beten?

    Lg
    Christoph

  8. 8 Kardinal Novize Igor
    Mai 22, 2013 um 8:09 pm

    @yeti

    Das ist ein recht vielschichtiges Problem: Mit dem Beten (oder der Kontemplation) verhält es sich wie mit dem Leben (ist ja auch ein Teil davon): Man kann es zum eigenen Vorteil tun, oder für andere, oder für Gott, man kann fallweise einen Vorteil für sich daraus ziehen, fallweise nicht.

    Und so sollte man nicht, oder zumindest nicht nur, für den eigenen Vorteil leben, und auch nicht für diesen beten. Beim Gebet, welches ja das Irdische verlassen sollte, wäre dauerndes Wünsche äußern, sich dauernd in der Wonne baden wollen (die man ja teilweise empfindet), offensichtlich ein falscher Weg – sozusagen Genußsucht auf metaphysischem Niveau.

    Das habe ich so weit selbst erlebt, und kann daher darüber schreiben.

    Was das Ende dieses Weges anlangt, die höchste Weise, beziehe ich mich auf Gelesenes (v.a. Johannes vom Kreuz und Meister Eckehart), die das Gebet nur zur höheren Ehre Gottes, und nicht zum eigenen Vorteil verrichtet wissen wollen. Wenngleich ich solche Erfahrungen nur in kleinen Ansätzen gemacht habe, erscheint mir der Rat dieser „Heiligen Meister“ höchst stimmung und geradezu zwingend logisch.

    Wenngleich schon einem wie mir wunderbare Vorteile durch diese „dunkle Kontemplation“ zufallen, ist es doch so, dass man nicht a priori für den eigenen Vorteil beten soll.

    um diese Meister kurz zu fassen:

    Man soll nicht für die eigene Tröstung beten (eine typische Gebets-Knackwurst!) undnicht um das höchste Licht;
    man soll nicht nur aus der Wonne momentaner Glücklichkeit beten;
    man soll nicht vom Überfluss momentanen Glückes „ein bisschen was“ im Gebet „abgeben“ (eine Knackwurst gebe ich her, 999 behalte ich);
    es reicht nicht, nur im Unglück zum Herrn zu schreien;
    und auch nicht, die Routine abzuspulen.

    Alles das ist zu wenig, so die Meister, weil man da nur seinen eigenen Vorteil im Sinn hat.

    insofern ist nicht das Beten die Knackwurst, sondern das, was man sich durch das Gebet erhofft; oder auch ein Gebet, welches im eigenen Glück suhlt, aber nicht bereit wäre, auch dieses aufzugeben.

    Hmja, so weit die „Zwischenbilanz“!
    LG KNI

    • 9 Roman
      Mai 23, 2013 um 7:44 am

      Liebe Leute, ich weiß, daß wir unterschiedlicher Auffassung sind, und hoffe, Ihr wisst, daß ich das nicht böse meine:
      Ich sehe es als meine Aufgabe, Euch auf ein wenig auf den Boden zu holen, ich finde Ihr verrennt Euch in metasphysische Erörterungen, die nirgenwohin führen, („Semantics is always a bitch“ –Gil Scott Heron).

      Euer Gedankengebäude, daß auf einer einzigen, unbestätigten Annahme aufgebaut ist (nämlich daß ein Gott existiert) hat schwindelerregende Ausmaße angenommen, und lenkt Euch, hält Euch, vom Wesentlichen im Leben ab, und frisst einen relevanten Teil Eurer Energie.

      Wenn alle gläubigen Menschen die Zeit, welche sie mit Gebet an ein evtl. vorhandenes höheres Wesen vergeuden, in die Verbesserung der Welt und Dienst am Nächsten investieren würden, wäre die Welt ein deutlich besserer Ort – und vermutlich auch dem einen oder anderen religiösen Ideal gedient.;-)

  9. 10 Kardinal Novize Igor
    Mai 23, 2013 um 2:10 pm

    @Roman:

    Ja, stimmt, wir haben unterschiedliche Auffassungen! Und auch ich meine es nicht böse, aber: mir ein Leben ohne Gebet vorzustellen, wäre völlig absurd. Als würde man einem Maler das malen verbieten wollen.

    Es soll sich jetzt nicht so scharf anhören wie es möglicherweise klingt, aber ich finde keine besseren Worte: Kann es nicht sein, dass Du es bist, der sich in einem Dogmatismus verrant hat? Woher willst du wissen, was im Gebet vorgeht, wenn du es nicht tust? Wie willst du beurteilen, was mein – und anderer- Leute Tun wert ist, wenn Du ihr Tun nicht kennst?

    Die Dinge, über die ich hier spreche, sind KEINE Semantik, sondern Erfahrung. Ich verstehe freilich Deine Befürchtungen, aber das bedeutet nicht, dass unser, mein und Yetis und vieler anderer Menschen Gedanken, bloß semantische Verrenkungen sind.

    Du schreibst richtig, dass es sich in schwindelerregende Höhen bewegt. Das stimmt! Aber Du vermutest dort oben nur ein Vakuum, und das stimmt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist die Quelle des Lebens.

    Wir stehen also vor dem Problem, wie man den Geschmack von Schokolade vermitteln soll an jemanden, der noch nie Schokolade gegessen hat. Oder vielmehr: Wie vermittelt man den Geschmack von Schokolade an jemanden, der Schokolade nicht nur nicht kennt, sondern auch deren Existenz in Abrede stellt? Dieses Problem wird wohl nie gelöst werden.

    Ich verstehe vollkommen, dass der un-schokoladige Mensch in einer Diskussion über Zotter und Valhrona nur eine rhetorische Nonsense-Übung heraushören wird. Logisch, wenn er nicht weiss, was Schokolade ist. Ebenso logisch ist es, dass die Schokolade-Fans lächeln werden, wenn da einer steht, und, im guten Gewissen, nicht müde wird, zu rufen: „Akzeptiert doch endlich, dass es keine Schokolade gibt! So glaubt mir doch! Bekehrt euch und wendet euch den Leberkässemmeln zu!“

    Doch, es gibt sie, die Schokolade. Womit wir wieder bei der Knackwurst wären 🙂

    LG KNI

    • 11 Roman
      Mai 24, 2013 um 6:49 am

      @Christoph: Tut mir leid zu hören, daß es Dir schlecht gin, ichhoffe, Du hast das hinter Dir lassen können! Ich weiß nicht, was DU mit „psychischen Effekten“ und „Urgrnud“ meinst, kann daher nicht ganz folgen; die Vermischungm mir Religiösem und Psychologischem erscheint mir daher vorerst willkürlich.
      Jedenfalls ist aber Korrelation oder Koinzidenz keinerlei Beweis für irgendwas, schon gar nicht für Ursache und Wirkung 🙂

      @Igor: Ich beurteile Menschen gerne nach ihren Taten. Beten mag ja für manche persönlich bereichernd sein, am Ende beeindruckt mich nur der Einsatz für die Mitmenschen, vor allem vor dem Hintergrund einer Religion, deren zentraler Wert angeblich die Nächstenliebe ist. Ich habe das Gefühl, manchmal daran erinnern zu müssen 🙂
      Ansonsten sind wir ja schon zu der gemeinsamen Meinung gelangt, nicht gemeinsamer Meinung zu sein, was Glauben angeht – ich schreibe hier trotzdem immer wieder gerne, weil ich mich dafür verantwortlich fühle, einen alternativen Standpunkt aufzuzeigen, und weil es Spaß macht, mit Dir/Euch zu diskutieren, fachsimpeln 🙂

      Liebe Grüße!

      • 12 Kardinal Novize Igor
        Mai 24, 2013 um 12:24 pm

        Das sehe ich auch so! An den Taten werden wir es erkennen! – und das lesen wir auch im Evangelium -„an den Früchten werdet ihr sie erkennen….“ und diese „früchte“ bedürfen freilich der vorangegangenen Taten!

        Insofern kann ich Dir nur zustimmen, wenn Du meinst, dass wir einander nicht oft genug daran erinnern können, auch wirklichTaten zu setzen!

        Zum Glück sind dabei Beten und Taten kein Widerspruch- im Gegenteil! Es hat wohl ein jeder Mensch so eine Art „Tankstation“ -also Freizeit, Hobby….wo er sich quasi wieder „auflädt“, um Energie für den Alltag zu sammeln – und meine -sehr wirksame- Tankstation ist das Gebet! : )

        Ich glaube sagen zu können, dass ich hierdurch gelassener worden bin (freilich immer wieder mit Rückschlägen/Ausnahmen usw.)

        Und mit dem Diskutieren gehts mir auch so wie Dir: das tue ich auch gerne!!
        Hermes Phettberg hat einmal gesagt, dass ein Diskussion dann tiefsinnig und wirklich gut wird, wenn sie schon lange fortgeschritten ist, und die teilnehmer müde werden….und dann fängt die menschlichkeit an! (Wem außer Phettberg hätte so was wahres einfallen können?)

        Obwohl ich zwar des Diskutierens noch lange nicht müde bin, sehe ich das ähnlich: Wenn die Diskussion sich vertieft, hebt das gemeinsame friedliche atheistisch-christliche Grübeln über Tiefen und Untiefen der Welt an! Und da nähern wir uns dann einem idealen Zustand!

        Wie sagte Thomas Bernhard? „Der ideale Zustand ist der gleichgültig-philosophische“! (Ich würde das Wort „gleichgültig“ vielleicht eher durch „gelassen“ ersetzen!)

        LG!

  10. Mai 23, 2013 um 3:00 pm

    Hmmmmmmm, laßt es mich folgendermaßen formulieren:

    Ob es Gott gibt oder nicht, ist tatsächlich eine schwierige Frage, wenn man an diese Frage nur mit den Mitteln der Vernunft und der Erfahrung herangeht.

    Ob es hingegen eine geistige Sphäre gibt, psychische Effekte, nennen wir sie ruhig Engel und Dämonen (das ist nur eine Frage der Modellbildung), das ist für viele Menschen, die tatsächlich psychische Effekte erlebt haben, keine akademische Diskussion, sondern eine Erfahrungstatsache.

    Ich persönlich kann bezeugen, dass mich diese psychischen Effekte tatsächlich fast mein Leben gekostet haben und dass ich deswegen lange im Krankenstand war.

    Lustigerweise haben diese psychischen Effekte zu einer Zeit besonders schwerwiegende Folgen auf mein Leben gehabt, als ich mich tatsächlich von meinem Urgrund entfernt habe, also von Gott.

    Eine bewußte Entscheidung, den Kontakt wiederherzustellen, auch den Kontakt mit den Freunden, war der Wendepunkt.

    Ich kann also auch nicht beweisen, dass die Entfernung von meinem Urgrund Gott tatsächlich die Ursache für meine Krankheit war, aber es gab eine zeitliche Koinzidenz.

    Meint
    Euer Christoph

  11. 14 Kardinal Novize Igor
    Mai 24, 2013 um 1:26 am

    @Alle:

    Interessante Sachen!

    Aus meiner Erfahrung möchte ich sagen, dass die Frage, WIE man in der Körperlichkeit die Dinge des Geistes erleben und eben erfahren kann, für mich nicht geklärt ist, die Tatsache, DASS dies vorkommt, hingegen schon.

    Ich kann ja auch aus dem „Wissen“ nichts über die Existenz Gottes sagen, sondern sie nur von Fall zu Fall erleben. Das ist kein Widerspruch, denn „Leben“ ist grundlegender als „Wissen“. Es ist das allgemeinere und tiefere.

    Jesus sagt ja auch nicht: „Wenn euer Wissen (von Gott) so groß wäre wie ein Senfkorn…“, sondern:
    „wenn euer GLAUBEN so groß wäre wie ein Senfkorn, könntet ihr Berge versetzen“!

    Glauben und Wissen sind eben zwei verschiedene Dinge, ohne dass das eine schlechter wäre als das andere.

    Und seien wir ehrlich: Die wichtigen Dinge müssen wir immer nur glauben: Ob uns unsere Freunde lieben; ob wir unsere Mitmenschen tatsächlich lieben; ob das Leben einen Sinn macht, etc….Glauben hat was mit Vertrauen zu tun.

    ….Vertrauen kann natürlich immer wieder enttäuscht werden. Aber gerade dann ist doch Glauben, der sich auch durch Rückschläge nicht ernsthaft erschüttern lässt – ob nun an eine gute Sache, an Mitmenschlichkeit, oder eben an Gott – ein schönes zeichen dafür, dass in uns selbst eine Quelle ist, die sozusagen immer neue Zuversicht ausströmt. Und eben die Unerschöpflichkeit dieser Quelle lässt – zumindest mich – ahnen, dass sie ihren Ursprung ÜBER mir hat…….

    LG KNI


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