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Jul
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Seele -an Yeti

Ich habe es doch noch einmal zusammengeschrieben (letzte gültige Version):

Das ist jetzt einiger Diskussionsstoff.

Zuerst möchte ich mein Bild erläutern, anscheinend verwende ich die Pfeile andersrum.

Also:

Gott => Mensch (Körper)

Erläuterung: Der physische Aspekt des Menschen -der Körper- ist Teil der Schöpfung und kommt, nach meinem Glauben, von Gott. Daher zeigt der Pfeil von Gott zum Menschen. Jedenfalls ist das meine Notation.

Gott => Mensch(Seele)

Erläuterung: Die Seele betrachte ich als das, was ein Wesen lebend macht. Es ist mein Glaube, dass das Leben mehr ist als eine biologische Wechselwirkung. Dieses Zusätzliche ist im Begriff „Seele“ ausgedrückt.

Auch die Seele kommt von Gott; wird von ihm geschaffen (jeweils meinem Glauben gemäß, aber das werde ich jetzt nicht immer extra dazuschreiben.)

Daher macht -für mich- der Ausdruck „Dingseele“ keinen Sinn, da Dinge kein Leben in sich haben. Ich glaube zwar, dass die Dinge „in Gott leben“, aber das würde ich keiner eigenen Seele zuordnen.

Mensch(Körper) => Geist .

Mensch(Seele) => Geist .

Erläuterung: Ich betrachte den Geist als Schnittstelle zwischen Körper und Seele. Er resultiert aus beidem. Es gibt auch mystische Meister, die es umgekehrt sehen und Seele mit Geist vertauschen, zb Hl. Johannes v Kreuz. Daher halte ich die Begrifflichkeiten für nicht so wichtig. Es geht mir aber um die Schnittstelle.

In diesem Leben kommen wir nie über diese Schnittstelle hinaus: Wir „kennen“ unsere Seele nicht. Wir glauben nur an sie (zumindest ich). Man könnte es so sagen: Wer der Schnittstelle inne wird, ist sich auch der Seele inne.

Also: Mensch(Körper) => Geist <= Mensch(Seele)

Alles aber resultiert aus Gott.

Also:

Gott => Mensch(Körper) => Geist <= Mensch(Seele) <= Gott

Gott, das Alpha und das Omega.

LG KNI


31 Responses to “Seele -an Yeti”


  1. Juli 31, 2018 um 2:01 pm

    Ja, so kann man das auch meiner Meinung stehen lassen. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass das Symbol „daraus folgt“ (also =>) in der Mathematik üblicherweise für eine Implikation verwendet wird, also für eine logische Schlussfolgerung.

    Hier – in Deinem Text – wird es aber für einen zeitlichen Ablauf verwendet, für Ursache und Wirkung im physikalischen Sinn, wo aus einer Sache durch einen Prozess eine andere Sache „entsteht“, nicht im Sinne einer logischen Schlussfolgerung, sondern im Sinne eines zeitlichen Ablaufs.

    Der einzige Unterschied zwischen unseren beiden Bildern besteht darin, dass bei Deinem Bild Seele und Körper unabhängig voneinander „entstehen“ und dann sozusagen durch den Geist miteinander „verheiratet“ werden.

    Was natürlich den Geist unnötig macht, sobald es einmal nur die Seele oder nur den Körper gibt. Wozu brauche ich die Schnittstelle, wenn eines der beiden nicht existiert bzw. tot ist?

    In meinem Bild ist die Seele „ausserhalb“ von Raum und Zeit, und sie ist die notwendige Voraussetzung sowohl für den Körper als auch für den Geist, sie ist sozusagen das Kant’sche „Ding an sich“.

    • 2 Kardinal Novize Igor
      August 1, 2018 um 10:49 pm

      ad: „…dass bei Deinem Bild Seele und Körper unabhängig voneinander „entstehen“ und dann sozusagen durch den Geist miteinander „verheiratet“ werden…“

      — Ja, wenn man aus einem Schema, das man selber erstellt hat, nicht mehr herauskommt. Wenn man sich aber des Schematischen bewusst ist, löst es sich ganz zwanglos.

      Der Ursprung von Körper UND Seele ist ja Gott. Das impliziert eine tiefe Einheit. Es sei denn, du willst dem lieben Gott unterstellen, dass er nicht zusammenhängend handeln kann….

      ad:“Hier – in Deinem Text – wird es aber für einen zeitlichen Ablauf verwendet, für Ursache und Wirkung im physikalischen Sinn, wo aus einer Sache durch einen Prozess eine andere Sache „entsteht“, nicht im Sinne einer logischen Schlussfolgerung, sondern im Sinne eines zeitlichen Ablaufs.“

      –stimmt nicht ganz. Ja, ich sehe Gott als die Ursache an, aber weder als „logische“ Ursache, noch als „zeitliche“ Ursache, weil diese beiden in Anführungszeichen gesetzten Begriffe den Terminus „Ursache“ unnötig verengen. Gott ist die Ursache, mehr gibt es hier nicht zu sagen. Insofern scheint dein Bild hier ein wenig künstlich eingeengt zu sein. Wozu soll ich mich auf eine bloß logische oder bloß zeitliche Kausalität festlegen? Ist Gott nicht auch der Schöpfer von Logik und Zeit?

      Zu glauben, dass der Körper die Seele als Ursache brauche, also zwischen Gott und Körper noch die Seele einzuschieben, sei dir natürlich vollkommen unbenommen, mir reicht Gott als Urgrund beider, im Sinne der obigen Begründung. Katholisch ist jedenfalls beides.

      ad: „Was natürlich den Geist unnötig macht, sobald es einmal nur die Seele oder nur den Körper gibt.“

      Theoretisch stimmt das. Ich habe mich früher über diese Dreiteilung auch gewundert. Ich bin aber zum Schluss gekommen, dass sie nicht schlecht ist. Weil sie eine gewisse Unschärfe erlaubt, die, wie du ja auch selber sagst, nicht zu verhindern ist.

      Nehmen wir den Begriff „Weisheit“: Diese hat Thomas v Aquin als eine der Gaben des Heiligen Geistes bezeichnet. Da habe ich mir gedacht: „Spielen hier nicht auch körperliche Faktoren mit, wie etwa Intelligenz, ein funktionierendes Gehirn, gute Lehrmeister etc etc…?“

      Und andererseits ist Weisheit eben auch etwas Geschenktes, schließlich schenkt der Herr auch gute Gehirne, gute Lehrer, etc, etc. Es ist aber kein rein seelisches Geschenk, aber auch kein rein körperliches: Es ist ein geistiges Geschenk!; ein Geschenk an den Geist. Und weil wir nicht in der Lage sind, zu sagen, was nun von der Seele kommt und was vom Körper (alles aber natürlich von Gott), ist der Begriff „Geist“ ganz einfach praktisch.

      Er drückt etwas aus, das du ohnedies durch dein Schichtmodell ausdrücken wolltest, nämlich die für uns untrennbare Einheit zwischen Körper und Seele.

      Was mich zu einer persönlichen Erfahrung bringt. Du sagst: „Was natürlich den Geist unnötig macht, sobald es einmal nur die Seele oder nur den Körper gibt. Wozu brauche ich die Schnittstelle, wenn eines der beiden nicht existiert bzw. tot ist?“ -Richtig! Ich glaube, dass die Seele den Geist als Schnittstelle nicht mehr braucht, wenn sie im Himmel ist. Hier wird der Geist zu den „guten Werken und Erfahrungen“.

      Aber wann ist der Mensch tot? Der Körper kann tot sein, aber die Seele ist noch nicht im Himmel. Dann hängt die Seele am Geist, also an seiner unnötigen Schnittstelle, und der Verstorbene ist ein Geist. Leider hier auf der Erde. Das passiert, wenn sehr viele schlechte Werke und Erfahrungen im Leben waren, und der Geist an Irdischem hängt.

      Das soll aber den Geist „an sich“ nicht abqualifizieren. Er ist eine wahrhaftig gute Schnittstelle. So betrachte ich den Hl. Geist eben auch als Schnittstelle zwischen Vater und Sohn; das ewige Werk der Erlösung des Daseins, das ewige Wort des Vaters zum Sohn ist Er!

      Und darum stimme ich mit deiner Aussage: „In meinem Bild ist die Seele „ausserhalb“ von Raum und Zeit,“ vollkommen überein, in meinem Bild ist das nämlich, wie ich nun darzulegen versucht habe, auch so!

      LG KNI

      • 3 Kardinal Novize Igor
        August 1, 2018 um 11:20 pm

        Man muss bei all dem anmerken, dass der Hl. Johannes vom Kreuz die Begriffe „Geist“ und „Seele“ genau umgekehrt verwendet. Was insofern kein Widerspruch ist, als es, meinem Glauben nach, hinreicht, im Geist zu sein, sich des Geistes inne zu werden, um sich auch gänzlich seiner Seele inne zu werden. So gesehen, ist der Hl Geist auch Seele, da aus dem liebenden Zwiegespräch des Vaters mit dm Sohne selber Liebe – und Leben wird.

        LG KNI

      • August 4, 2018 um 11:49 am

        Ja. Darüber streiten wir ja nicht, OB Gott die Ursache ist und OB es eine Auferstehung gibt.

        Nur, wenn man versucht sich ein Bild zu machen, WIE das vor sich gehen KÖNNTE, dann ist mein Bild vom GAG in der Seele ganz schön anschaulich. So wie Du formulierst aus dem Geist werde nach dem Tod die Summe der „Erfahrungen und Werke“, so formuliere ich dass das Loch im Nichts immer tiefer und strukturierter wird im Laufe des Lebens. Beim Tod tritt in der Seele Stillstand ein. Dann ist alles entschieden.

        Lg

  2. Juli 31, 2018 um 5:42 pm

    Also, nochmal zusammengefasst. Ich habe in meinem Bild den Operator => als logische Schlussfolgerung verwendet: ich sehe eine Schöpfung => daraus folgt der Glaube an einen Schöpfer.

    Du hast den Doppelpfeil in dem Sinne eines zeitlichen Ablaufs verwendet: Zuerst gibt es Gott => daraus folgt danach gibt es eine Schöpfung (was aber keine Implikation im mathematischen Sinne ist, denn aus der Existenz Gottes folgt nicht zwingend die Existenz einer Schöpfung –> was wäre gewesen, wenn Gott zwar existierte, die Schöpfung aber nicht erschaffen hätte WOLLEN).

    • 6 Kardinal Novize Igor
      August 1, 2018 um 11:02 pm

      Siehe auch Kommentar oben. Abgesehen davon, hat noch nie jemand Gott mathematisch abgeleitet, auch deine Pfeile können also keine mathematische Implikation darstellen; wenn, dann den Glauben an eine solche.

      LG KNI

  3. August 1, 2018 um 2:42 pm

    Habe jetzt nochmal in Ruhe alle Deine Kommentare auf meinem Blog gelesen und JA, natürlich ist das Modell mit den Schichten nur ein Denkansatz, um die Begriffe einigermaßen in eine Ordnung zu bringen.

    Vielleicht kann man sich das so vorstellen wie einen Stapel Hemden. Auf die GENAUE Reihenfolge kommt es nicht an, aber im Sonner liegen eher die Winterhemden unten und im Winter liegen eher die Sommerhemden unten.

    Und, wenn man ein System mit drei Bits benützt, dann kann die „Schicht -1“ auch als „Schicht 7“ aufgefasst werden.

  4. August 1, 2018 um 4:03 pm

    Vielleicht zum Schluss noch ein Link auf meinen Artikel, der dieser Diskussion vorausgegangen ist:

    https://letztersein.wordpress.com/2018/07/29/ergaenzung-der-mensch/

  5. 10 Roman
    August 2, 2018 um 10:03 am

    Eine ganz schön komplizierte Konstruktion, die sich Gott da ausgedacht hat – als Ingenieur hätte er es nicht weit gebracht.

    Aber vielleicht spielt er ja nur

    Liebe Grüße 🙂

    Roman

    • 11 Kardinal Novize Igor
      August 2, 2018 um 2:22 pm

      Gott sei Dank ist Gott kein Ingenieur, die haben oft so was Nerd-iges!

      Dann würde die Welt zwar funktionieren, aber sie wäre humorlos.

      Vielleicht werden zukünftige, weniger technokratische Generationen draufkommen, dass es nicht nur eine relativistische spin-Bahn-Kopplung, sondern auch eine göttliche Existenz-Humor-Kopplung gibt.Die Aufweichung der Quantenzahlen!

      Da wird dann die Russel-Saunders-Kopplung blöd aus der Wäsche schauen!

      Und Gott lacht die Linearkombinatorik aus… 🙂

      LG KNI

    • August 3, 2018 um 10:12 pm

      Um auch auf @Romans Kommentar einzugehen.

      Ich denke, dass der Ansatz von Seele – Materie – Geist so ziemlich der einfachste Ansatz ist, um eine Vielfalt von Phänomenen einigermaßen unter einen Hut zu bekommen.

      Das reicht von grundlegenden Fragen der Modellbildung (WAS ist ein Mikroobjekt – WIE soll ich die Materie zerlegen?) über einfachste Phänomene wie fließendes Wasser und kompliziertere Phänomene wie Vulkanausbrüche und Erdbeben bis hin zu hochkomplexen sozialen und zwischenmenschlichen Beziehungen.

      Die Naturwissenschaft hat es leicht, solange sie sich auf die unbelebte Natur beschränkt, aber bereits die Biologie tut sich sehr schwer damit, den Begriff des Lebens einfach zu definieren, obwohl das DER zentrale Begriff in der Biologie ist.

      Der Biologe weiss nicht, was Leben ist, der Theologe weiss nicht, was Gott ist, der Naturwissenschaftler weiss nicht den Unterschied zwischen Kunst und Natur und der Politologe hat gar nix verstanden.

      Meint
      Euer Christoph

      • 13 Roman
        August 6, 2018 um 6:27 am

        Ich dachte, Leben wäre als etwas mit Stoffwechsel definiert? Das ist doch eine ganz gute Klassifikation, um es von anderem abzugrenzen, oder nicht?

        Ich mag mich täuschen, aber ich habe das Gefühl, dass manche von Euch nach dem (absoluten) Wissen, Verständnis Ausschau halten, dass es aber -IMO- nicht gibt; Sinn existiert immer nur in einem bestimmten Kontext.

        In der Folge bin ich daher der Meinung, dass viele Eurer Ansätze und Überlegungen von vornherein ins Leere laufen, und sinnbefreit sind.

        Ironisch empfinde ich außerdem die logischen Spielereien um für mich nebensächliche Details wie das Konzept der Seele o.ä.

        Was mich weit mehr interessieren würde: wenn doch (Seele, Körper…) alles von Gott kommt, und es so viel Leid auf der Welt gibt, dann ist dies ja ursächlich auf Gott zurückzuführen, was impliziert, dass der Typ ziemlich mies, oder nicht ganz richtig im Kopf ist.
        Oder doch ein ziemlich schlechter Ingenieur.

        Um George Carlin zu zitieren, „if that’s the best he can do, I’m not impressed. A performance like that has no place in the resume of a supreme being!“

      • August 6, 2018 um 12:23 pm

        Hmm, also ist der Gärungsbottich in einer Bierbrauerei auch ein lebendiges Wesen. Der hat unzweifelhaft auch einen „Stoffwechsel“, weil ein Stoff hineingeht und ein anderer Stoff herauskommt.

      • August 6, 2018 um 5:18 pm

        Ich nehme mir jetzt noch die Zeit, auf @Roman etwas ausführlicher zu antworten.

        Lieber Roman, dieser Diskussion steht ein Text zugrunde, der im letzten Kapitel meines „zehnten kleinen religiösen Büchleins“ versucht, die Sinne und Fähigkeiten eines Menschen in Schichten übereinander darzustellen – so wie man es in der Informatik macht, wenn man „Protokollschichten“ übereinander stapelt.

        Die Büchlein findest Du unter http://letztersein.wordpress.com/kleine-religiose-buchlein.

        Dabei würde ich die Schichten 1-5 den „5 Sinnen“ zuordnen und die sechste Schicht wäre „der Geist“.

        Die nullte Schicht ist dann die Physik und ich versuche zu erklären, dass wissenschaftlich nichts dagegen spricht, und dass es sogar sehr vernünftig ist, eine „-1“-te Schicht einzuführen, die noch unter der Physik liegt und in der die „Identität“ der Wesenheiten begründet liegt.

        Aufgrund dieses Textes haben @KNI und ich begonnen, über die Begrifflichkeiten von „Seele“, „Materie“ und „Geist“ zu diskutieren, ich kam mehr von der seite des Schichtmodells – als Theoretiker – @KNI kommt mehr von der Seite des meditierenden Mystikers – als Praktiker.

        Ich denke, dass es keineswegs sinnentleert ist, sich über Dinge wie „Identität“ (das ist kein physikalischer Begriff), „Wahrheit“ (auch das ist kein physikalischer Begriff) und „Gott“ (das ist erst recht kein physikalischer Begriff) Gedanken zu machen.

        So viele Menschen haben sich darüber Gedanken gemacht, und es sind nicht alles Dummies gewesen.

        Ein kleiner Ansatzpunkt: angenommen, Du wärst Gott und wolltest keine Sklaven, sondern freie Mitarbeiter, die gerne in der Schöpfung mitarbeiten und dabei glücklich sind. Du hättest gerne ebenbürtige Lebewesen, mit denen Du sinnvoll kommunizieren kannst. Wie hättest Du das Universum erschaffen?

        Lg
        Christoph

  6. 16 Kardinal Novize Igor
    August 5, 2018 um 1:01 am

    @Yeti

    Ja, dein Bild ist erbaulich! Ob allerdings die Seele die Grundlage des Körpers sein muss, weiß ich nicht. Aber natürlich ist es sinnvoll, den Eindruck zu vermeiden, die Seele „schneie“ in den Körper. Darum komme ich zu dem Schluß, Gott ist der Ursprung von allem, und dass ich nicht mehr darüber aussagen kann.

    Um nun aber die prinzipielle Möglichkeit einer Hierarchie von der Seele als Grundlage das Körpers einzuschließen, ohne diese festzulegen, halte ich die Erweiterung des Schichtmodells zum Hohlzylindermodell für sinnvoll (siehe comment auf deinem Blog). Dann kann nämlich eine Schicht gleichermaßen „oben“ und „unten“ sein.

    Es ist dann zwar kein „informatisches“ Modell mehr, aber darum geht es ja auch nicht. Weil es nicht darum geht, „use cases“ für unsere vorgefertigten Bilder zu finden, sondern darum, die Wesenheit und den Zusammenhang zwischen Seele und Körper zu beschreiben, und zwar mit dem bestmöglichen Bild.

    So sinnvoll gewisse Vereinfachungen und Schubladisierungen – also die Anwendung von Bildern, die ich unbedingt einem „use case“ zuführen will – unter gewissen Umständen auch sein mag, birgt es doch die Gefahr, die Wirklichkeit meinem Bild anpassen zu wollen, und nicht, wie es sein sollte, das Bild der Wirklichkeit.

    Ich versuche daher, immer erst die Wirklichkeit auf mich wirken zu lassen, und dann erst, von Vorgaben frei, das Bild zu entwickeln.

    LG KNI

  7. August 5, 2018 um 10:59 am

    Dem ist nun wirklich nichts mehr hinzuzufügen 🙂

  8. August 5, 2018 um 11:03 am

    Vieleicht werde ich doch noch ein elftes religiöses Büchlein – über das Hohlzylindermodell – schreiben. Oder sollen wir es lieber „Ring“-Modell nennen?

  9. 19 Kardinal Novize Igor
    August 5, 2018 um 2:50 pm

    Freut mich, wenn ich dich zu etwas angeregt haben sollte!

    LG KNI

  10. August 5, 2018 um 8:07 pm

    Lass mich noch einen Punkt zur Dingseele ergänzen.

    „Was würdest Du einem Kind sagen, das Dich fragt, ob es seinen Teddybären im Himmel wiedersehen wird?“, habe ich meinen erwachsenen Sohn heute gefragt.

    „Wahrscheinlich nein, er hat ja keine Seele“, war die Antwort. „Ja, das ist die Frage“, war meine Ergänzung.

  11. 21 Kardinal Novize Igor
    August 5, 2018 um 11:24 pm

    Da hast du einen Punkt gemacht: JA, wir sollen davon ausgehen, dass wir unsere Dinge nicht mehr sehen. Wir sollen nämlich unsere Seele nicht an Dinge hängen. Sei es an Häuser (Hmm, da habe ich doch was erlebt?), noch an Autos, noch ans Geld, noch an „Hobbies“ noch an sonst irgend etwas, das scheinbar „uns gehört“ oder das „wir gemacht haben“.

    Der kleine Bub wird das auch verstehen, wenn er nicht gerade eine Hollywood-Erfindung ist. Man soll nämlich Kinder nicht unterschätzen.

    Was gehört schon uns? Was haben wir schon gemacht?

    Ja, wenn die Seele in den Dingen hängen bleibt, kann sie die Erde nicht verlassen und bleibt ein unrunder Geist. Das wäre eine Erklärung für die Dingseele: eine institutionalisierte, sozusagen theologisch fundierte Abhängigkeit von den Dingen….? Den Dingen eine Seele zusprechen, damit ich sie mitnehmen kann…?

    Dein Post hat mich darin bestärkt, dass ich keinesfalls an eine „Dingseele“ glauben will….

    LG KNI

  12. August 6, 2018 um 5:03 pm

    Also, zur „Dingseele“ ist meiner Meinung das letzte Wort noch nicht gesprochen. Aber – sollte ich die Zeit dazu finden – werde ich im Rahmen meines elften Büchleins sicher auch ein wenig im Katechsimus schmökern, ob es dazu eine offizelle lehramtliche Aussage gibt……..

    • 23 Kardinal Novize Igor
      August 7, 2018 um 9:18 am

      Dass die Naturvölker etwas haben, was wir aus unserem oberflächlichen Verständnis als „Dingseele“ bezeichnen würden, kann sein, eine genaue Aussage darüber können wir beide freilich nicht treffen, so lange wir diese Glaubensarten nicht wirklich kennen.

      Mir scheint, dass das eher mit den Universalien des Mittelalters vergleichbar ist. Jedes Ding hat eine Universalie, dh. ein Idealbild. Zb. das ideale Schwert; die Universalie des Schwertes. Damit wurde artikuliert, dass alles, auch das Schwert, von Gott kommt und das es eine Grundidee des Schwertes gibt.

      Es war aber ebenso klar, dass diese Grundidee nur für das Diesseits eine Relevanz hat, nicht für das Jenseits. Für das Jenseits hatte nur Relevanz, was mit dem Ding an Gutem geschah, nicht das Ding an sich. Niemals hat jemand daran geglaubt, dass man sein Schwert, seine Burg, sein Buch etc in den Himmel mitnehmen könne, weil es eine Seele habe.

      Das steht sogar schon im AT, „dass man das alles nicht mitnimmt“ (irgendein Psalm).

      Oder hat das Geld auch eine Seele, und Grasser und Basti Kurz haben recht?

      LG KNI

  13. 24 Kardinal Novize Igor
    August 6, 2018 um 6:23 pm

    @Roman:

    Ja, diese materialistische „Definition“ des Lebens kenne ich freilich auch.

    Aber was ist Stoffwechsel? Man definiere ihn!

    Ab wie vielen wie wechselwirkenden Proteinen und Phosphoglykosiden reden wir von „Stoffwechsel“ und nicht von „Chemie“? Warum habe ich ein Bewusstsein und bin nicht bloß ein Computer? Warum gilt der Descartsche Grundsatz auch für mich?

    Auch (und gerade) der Materialismus nur liefert Schein-Antworten, die aber im Moment gesellschaftlich angesagter sind als metaphysische Sicht der Dinge. Was nicht viel heißen mag.

    Seit der Quantenphysik ist der dogmatische Materialismus sowieso vorbei. Aber es wird noch ein bisschen dauern, so ca 300 Jahre, bis sich das auch herumgesprochen hat….

    ….dann wird sich der (westliche) Mensch wieder trauen, sich auf die Suche nach seiner Seele zu machen.

    LG KNI

  14. 25 Kardinal Novize Igor
    August 6, 2018 um 6:25 pm

    PS.:

    @Roman:

    Die Frage nach dem Leiden ist eine sehr schwierige. Man löst sie nicht auf wörtlich-semantischer Ebene, sondern nur durch Kontemplation.

    PPS.: Sollte dir das jetzt nichts sagen, lass dir keine grauen Haare wachsen! 🙂

    LG KNI

  15. August 7, 2018 um 4:22 am

    Ich habe das zehnte Büchlein nocheinmal durchgedacht und bin zu der Einsicht gelangt, dass ein elftes nicht notwendig ist……

    • 27 Kardinal Novize Igor
      August 7, 2018 um 8:58 am

      Es sind immer wieder neue religiöse Schriften fällig.

      Schließlich ändern sich die Zeiten, die eigene Erfahrung wächst….

      LG KNI

      • August 7, 2018 um 9:48 am

        Ich denke fürs erste können wir damit das Auslangen finden den Begriff der „Dingseele“ nochmal zu ventilieren.

        Wie bin ich auf den Begriff der Seele gekommen?

        Über den Begriff der Identität.

        Alles, was mit sich selbst ident ist, ist real.

        Dann war es nur mehr ein kleiner Schritt zur „Schicht minus eins“, in der „die Identität der Dinge begründet liegt“.

        Weil nun die „Schicht minus eins“ auch ohne Körper existieren kann, war es naheliegend – aber nicht zwingend – diese Schicht mit dem Begriff der Seele zu assoziieren.

        Aber eigentlich meine ich das Freud’sche Ich.

        Es widerspricht meinem Gedankengang also nicht, den Begriff „Seele“ einem Menschen vorzubehalten, wenngleich ich bevorzuge, die Seele als „das Wesen eines Subjektes oder Objektes aufzufassen.

        Ein neuer Himmel, eine neue Erde. Wolf und Lamm werden Freunde. Weiden in einer Herde (auch ein Psalm)

  16. 29 Kardinal Novize Igor
    August 7, 2018 um 10:10 am

    Was ist ein/das „Wesen“?

    LG KNI

  17. August 7, 2018 um 10:41 am

    Noch ein Nachschlag zum Thema „die Welt verlassen“.

    Buddha hat gefordert, den Dingen und Menschen nicht „anzuhaften“.

    Das ist glaube ich auch aus katholischer Sicht eine gute Hilfe im Leben, wenn man sich um die „ewigen Schätze“ mehr kümmert, als um die „irdischen Schätze“.

    Aber – das muss ich jetzt erst im Katechismus nachprüfen, ob das offizielle Lehraussage ist – ich glaube, es ist durchaus mit dem katholischen Glauben vereinbar, eine „Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde“ mit sich zu tragen.

    Allerdings müssen wir uns im Laufe unseres Lebens dazu durchringen, uns diese Dinge „von Gott schenken zu lassen“, anstatt immer zu glauben, unsere eigene Leistung sei es, die diese Dinge verursacht.

    Das „neue Jerusalem“ wird „vom Himmel herabkommen“, als Geschenk Gottes. Weh‘ dem, der zu stolz ist, sich etwas schenken zu lassen.

    Meint
    Euer Christoph


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