Archive for the 'Datenschutz' Category

06
Dez
10

Armin Thurnher und die Namenlosen

Vorweg: Armin Thurnher ist einer der besten und redlichsten Journalisten Österreichs. Seine Artikel zählen zur Pflichtlektüre.

 

 

Trotzdem -oder gerade deshalb?- sei ihm in einem Punkt widersprochen. Thurnher hält nämlich anonyme Blogger, vereinfacht gesagt, für unredlich. Er kritisiert jene, die nicht in der Öffentlichkeit zu ihrer Meinung stehen. Mit einigem Recht konstatiert er eine Verrohung der Sprache, wie sie in einer unter eigenem Namen geführten Diskussion nicht zu finden wäre.

Die Anonymität enthebt den Autor tatsächlich seiner Verantwortung. Es gibt sie, jene Heckenschützen, die aus dem Verborgenen entbehrliche Meinungen abfeuern.

 

ABER: Thurnher befindet sich als Journalist in einer privilegierten Position. Er kann sich eine öffentliche Meinung leisten, ohne derethalben die Vernichtung fürchten zu müssen. Die FPÖ, die das versucht hat, ist gescheitert. Die Reichweite des Falter ist zwar geringer als jene der Kronen Zeitung, aber immer noch groß genug, um sich zu schützen. Öffentlichkeit fungiert eben auch als Schutz – so man sie hat: Welcher Polizist traut sich schon, einen Journalisten zu prügeln, der am nächsten Tag dem Bundeskanzler als Interviewer gegenüber sitzt? – Das nur als Beispiel…

Die Medien sind, obzwar größtenteils nicht staatlich, so doch vom Staat legitimierte Institution, die ihren Vertretern (den Journalisten) Meinungsfreiheit nicht nur garantiert, diese sogar fordert.

Das sollte Thurnher nicht vergessen, wenn er dem „unbekannten Blogger“ mehr oder weniger Feigheit vorwirft.

 

Otto Normalverbraucher wird dieser Schutz nämlich nicht zuteil. Meinungsfreiheit? Na ja, eingesperrt wird niemand, aber es reicht, würde ich sagen, wenn man, seiner Meinung wegen, zb. den Job verliert.

Man schreibe einmal als Angestellter über die korrupten Machenschaften seiner Firma, man schreibe als Landeslehrer über den Erwin Pröll- Na seavas! Das AMS wartet schon. Man schreibe, als einer, der von seiner Firma zur Teilnahme an „Manager-Motivationskursen“ genötigt wird, über den dort verzapften NLP-Schwachsinn!

So schnell kann man gar nicht schreiben, fliegt man schon (raus).

 

Das ist natürlich auch Thurnher bekannt, nicht umsonst gibts das Schöne „Name der Reaktion bekannt“. Nein, eigentlich hätten die Namen, die der Reaktion bekannt sind, nichts zu verbergen, Nein, eigentlich ist alles, was Sie sagen, richtig, aber eben trotzdem gefährlich, wenn schon nicht für Leib und Leben, so doch für die finanzielle Existenz.

Warum aber soll es aber den Bürgern nur ihm Rahmen von Printmedien erlaubt sein, anonym, aber frei zu sprechen? Warum soll man erst auf das redaktionelle placet warten, bevor man das  Wort ergreifen darf? Das Internet, samt der dort herrschenden Namenlosigkeit, ermöglicht Eigeninitiative, und diese gedenke ich zu ergreifen.

 

Abgesehen davon: Wer sagt, dass die sich aus der Anonymität entwickelnde Sprache zwangsläufig nur zur Verpöbelung führen muss? Diese gilt es, zu orten und als solche zu kritisieren, andererseits aber finde ich auch einen spannenden, bissigen Stil, der gesellschaftliche Fehlentwicklungen viel zielgerichteter ad absurdum zu führen vermag, als die brav-pädagogischen „offiziellen“ Texte. Die ja, wenn ich mir manche Debatten zum Thema Migration oder Feminismus anschaue, wirklich ins Leere zielen….

Auch angesichts des Buchdrucks mit beweglichen Lettern haben die Etablierten eine Ochlokratisierung der Sprache befürchtet, gekommen ist es freilich anders: Ohne Buchdruck hätte es Demokratisierung wohl nie gegeben.

Was das Internet, der ein zweiter großer Schritt ist, bewirken wird (auch für den Preis der Namenlosigkeit), wird sich noch zeigen. Ich jedenfalls habe Teil daran.

Mit freundlichen Grüssen, Kardinal Novize Igor (Name von der Redaktion geändert)

12
Mai
10

Der Heuschreckenschwarm- ein Panorama

Ja, die Heuschrecken sind aufgescheucht. Die friedlich grasenden Hedgefonds, Rating-Agenturen Investment Private Equity and Partners and Solution Lehman Brotherhood, die ganzen riesigen Schwärme sind beim Fressen von den bösen Sozialisten und Arbeitslosen und den Parasiten-Getreidefeldern gestört worden und jetzt fliegen sie ehrlich gekränkt umatum, und schauen, ob sich nicht doch noch irgendwo eine Lebensgrundlage zerstören, äh, liberalisieren lässt.

Aber die Frage ist halt, ob die Viecher, wie sie noch in Ruhe dort gesessen sind und liberalisiert haben, nicht doch angenehmere Gesellen waren, als jetzt, nachdem man sie aufgescheucht hat,  jetzt, wo sie Angst haben, die armen Viecherln, und zum Angriff übergehen.

So lieb habms geschaut, die Heuschrecken, wie sie ihre lieben Augerln in alle Richtungen verdreht haben, fast schon zum Streicheln süß! Mit einem Fell von Julius Meinl und kleine Borsteln von AWD! Und die liebenn Zanderln von Moodys und Goldman Sachs! So süß! Aber jetzt müssens halt wem die Lebensgrundlage wegfressen, also jemanden töten, Hungersnot und so, weil die Heuschrecken haben halt den Wettpunkt so gern, und Gier, das wissen unsere Wirtschaftsviecherln, ist was Gutes. Die haben ja auch Werte, und Wertpapiere. SPAREN SPAREN SPAREN! Und Studiengebühren. Weil die Studenten sind so reich. Die werden uns retten. Und die Caritas, die den Sandlern MILLIARDEN in den Arsch schiebt, und den armen Heuschreckerln vorenthält.

Wichtig ist: Die Heuschrecken sind an gar nichts schuld! Es gilt die Unschuldsvermutung! Außerdem haben wir gar nicht die Billionen von Rechtsanwälten, um jeder einzelnen Heuschrecke irgendetwas nachweisen zu können! Freilich, im primitiven Volk kann da ein gewisses Unwohlsein geortet werden, vor allem, weil man es im Horizont ununterbrochen Summen hört, es klingt wie ein ununterbrochenes fernes Donnern, und die Alten sagen (ich meine die ehrenvollen Kameraden, die mit Kreuzen ausgezeichnet, die Treu und Pflicht bewahren, und knietief im Blut der Hippies waten, die braven!), es hört sich nach der Front an,  jo mei!, nach Kanonen, und, ja, nach Krieg, Ehrentod! Unsere Ehre sind Werte, unsere Werte sind Gier und Gier und Gehorsam, wir sterben den Gierentod.

Die Metereologen sagen, die Vulkanasche macht die Heuschrecken ganz wild. Die Heuschrecken machen uns aber auch den schönen Blutroten Sonnenuntergang! Das hat nichts mit Sozialismus zu tun. Die Heuschrecken streuen das Himmelslicht! Transparenz! Wie in den schönen Bauten die nur aus Glas sind! Das sind sozusgen Nacktscanner zum Wohnen! Da können wir endlich das Zumpferl vom Achtzigjährrigen sehen, wie er aus der Dusche humpelt! Wir können ihm beim Nackertsein zuschauen, und dann, wie er krepiert! Der muß nicht mehr ins Spital, die behinderte Spitalsatmosphäre hat er eh schon zuhause!

Werden die modernen architektonischen Glas-Stahl-Bauwerke die Heuschrecken abhalten? Werden wir in ihrer Transparenz so durchsichtig sein, daß die Heuschrecken endlich alles über uns wissen? Durchsichtige Badezimmer, durchsichtige Häusln? Coole Wirtschaftstransparenz? Dass wir eh immer brav nur arbeiten? Die Mullahs haben schon recht, dass sie ihre Moscheen in den Altbauten, wo die Fenster klein sind, da kann man außen groß „TOLERANZ“ und was drinnen, ist, ist Privatsphäre!

Die architektonischen Nacktscanner sind nur für uns da! Man meint es gut mit uns! Wir sind ja nur glücklich, wenn wir für Heuschreckenschwärme arbeiten dürfen, und wir dabei kontrolliert werden während der arbeitslose Abschaum, recht geschieht ihm, auf allen vieren auf den abgegrasten Flächen Heustoppeln und Erde frißt! Dieser soziale Abschaum muß nicht dauernd Kaviar fressen! SPAREN SPAREN SPAREN!

WIR HABEN NICHTS ZU VERBERGEN! Das lehrt uns moderne Architektur, unser Scheißen, Leben und Schlafen gehört allen!, und von außen dürfen sich die Heuschreckenschwärme in den schönen Glasfassaden, an denen die Kotze so schön abperlt, spiegeln.

Transparenz ist das Wichtigste! Aufklärung! Offenheit! Unsere Körperöffnungen, sehr schön zu sehen durch die transparenten Wände unserer lieben modernen Architekten, sollen OFFEN sein, damit uns die Heuschrecken überall hineinkriechen können, ins Arschloch, in den Mund, in die Nasenlöcher. Und, als Werbung, auch in die Ohren.

Und so fliegen die Heuschrecken über unsere schönen Städte, die dank moderner Architektur alle gleich ausschauen, und keine Heuschrecke ist schuld. Weil: Wer sind die Heuschrecken? Kaum habe ich EINE Heruschrecke ausgemacht, versteckt sie sich hinter zehntausend anderen. Und schon für eine können wir uns die Anwälte nicht leisten. Die Heuschrecken sind auch transparent, aber eben auch ein bisserl aggressiv. Sie wollen uns eh nur töten. Aber man sieht sie dabei nicht, weil: keiner kennt sich mehr aus. Das ist nur mehr ein neoliberales Gewurl, das nicht mehr neoliberal sein will.

Zum Glück haben wir in dieser unüberschauberen Zeit den Vatikan, der noch wahre Werte hat. Zum Beispiel: Kardinal darf nur einer sein, der Englisch, Französisch und Italiensich kann, und dabei auch noch Diplomat ist. Der kann mit uns, vorausgesetzt, wir sind minderjährig, mehrsprachig kommunizieren, während wir ihn hinten hineingeschoben kriegen.

Aber nicht alle sind so! Da gibt es auch die kardinalischen Betongesichter, die rasiert, schleimig und betonhart zugleich sind. Welch himmlisches Paradoxon! Das sind ernstzunehmende Gegner für die Heuschrecken. An diesem könnten sogar die Heuschreckenschwärme ersticken. Oder sie lernen voneinander.

Wie dem auch sei, zum Glück ist die Gleichberechtigung der Frauen fast durchgesetzt. Endlich dürfen Power-Frauen auch Heuschrecken sein! Schon 40% der Heuschrecken sind Frauen! Und täglich werden es mehr! Bei Heuschrecken ist Vergewaltigung in der Ehe ein schweres Delikt, nur dann nicht, wenn man dabei zuschauen darf in den transparenten Glasstahlbetonklötzen! Wir haben nichts zu verbergen! Auch Bischöfe sind gerne öffentlich pädophil! Mut zur Hässlichkeit!

Da waren noch ein paar Tai-chi-Meister, und ein paar Meister der Kontemplation. Die waren bei den lieben modernen Architekten in der Lehre. Die haben den Meistern gesagt, was anderes als rechte Winkel existiert nicht. da haben die Meister ihren Flow nur noch in rechten Winkeln zu persolvieren versucht. Komischerweise haben sie alle Selbstmord begangen.

Diese Banausen! Wissen auch nicht, was schön ist!

Aber auch die Architekten, selbstkritsch, wie sie sind, haben darum jetzt alles in spitzen Winkeln gebaut, Glasstahlbeton, versteht sich. Jetzt schauen ihre Riesenklötze zwar aus wie Bruchbuden, die jeden Moment zusammenfallen, und in denen Greise, die nichts zu verbergen haben, aus der Dusche humpelnd ihre Zumpferln herzeigen, aber das ist ja das aufklärerische Element, logischerweise. Jetzt haben die letzten drei Kontemplationsmeister ihren Geistesfluß in spitzen Winkeln zu persolvieren versucht, und wieder haben alle Selbstmord begangen!

Wann werden die endlich lernen, dass der Mensch sich der Architektur anzupassen hat, und nicht umgekehrt!

Ja, so ist sie, die Architektur: Kalt und cool und oarsch, wie der Yuppie der nach der Arbeit in der Bar bei einer guten Line abhängt, bis er halt irgendwann tot ist, wenigstens am Friedhof herrscht Wahrheit. Die Wahrheit ist, keiner wird sich an dich Scheißmanager erinnern, tut mir sehr leid. An Heuschrecken denkt man nicht im lieben Angedenken.

Fassen wir zusammen: Ein unschuldiger Heuschreckenschwarm fliegt, in Begleitung von mehreren Billionen Rechtsanwälten über die Stadt, deren moderne Architektur im Nacktscannerstil die Ankömmlinge trefflich spiegelt. 40% der Heuschrecken sind Frauen. Dass die Heuschrecken töten wollen, ist offensichtlich, aber nicht bewiesen. Auch die allermodernste Architektur, die Glasstahlbetonbruchbuden mit schiefen Wänden baut, und damit Elend vortäuschen will, hält die Heuschrecken nicht wirklich auf. Sie ist immer noch so humorlos und erbärmlich, dass sich die Viecher dort wohlfühlen. Die Gaswände sind die Futlapperl der zur Hure beförderten Kunst, durch die die Heuschrecken ihren neoliberalen Kollektivbeidl schieben. Also den Geldbeidl.

Kollektiv? Ja sind denn alle Stalinisten?

Nein, keine Angst, Leistungsbereitschaft wird noch immer belohnt!

Die Barbara Stöckl, die fürs Gutsein viel Geld kriegt, gibt den kardinalischen Betonschleimgesichtern ein jüngeres Antlitz. Und anregend steckt auch ihr schon ein Heuschreckerl  hintendrin.

Sie ist der Trost in langen Nächten, wenn wir es draußen donnern hören! (Ich wollte sagen: Das Schnarren der Heuschrecken) Ihr Schleim ist noch etwas weicher als jener des Vatikan! Die Sicherheitsorgane filmen unsere durchsichtigen Häuser! Sie sehen unser altes Zumpferl! Das reicht für eine Anklage!

Stöckel lehrt, dass Gutsein und Wellness ein und dasselbe ist. Da weiß sie schon mehr als die Kardinäle. Auf unsere Wellness dürfen wir vertrauen, auch wenn uns die Heuschrecken die Augen ausfressen.

Keine Angst, sollten wir schreien! Das ist ein Ausdruck von Wohlbefinden! Das ist so sicher wie die Tatsache, dass Karl Heinz Grasser unschuldig ist.

Hat ihn schon wer verurteilt? Eben.

In Wirklichkeit sind die Heuschrecken Topmodels, die sich nach Anerkennung sehnen. Sie wollen Mode zeigen.

Und Mode, das ist ja Architektur: Ob sich darin wohnen läßt, ist egal. Die Hauptsache, teuer.

Und da haben wir dann drei Arten des Glotzens:

Das vertrottelte Glotzen der Glasstahlbetonklötze (die Belämmerung), das Glotzen der Heilsbeamten, und das vergängliche, aber milliardenfache Glotzen der Heuschrecken:

Ein Panorama.

03
Feb
10

Noch einige Anmerkungen zum Thema „moderne Architektur“

Fahre ich neulich an einem mir wohlbekannten Plätzchen vorbei, und sehe, dass ein Gründerzeithaus, welches oftmals mein Auge erfreut hat, nicht mehr steht. Stattdessen hat man einen potz-hässlichen Betonkübel dort hochgezogen, der sich im Gesicht dieses Arrangements wie eine quer über die Augen gezogene Narbe ausmacht.

Wieder einmal ist also ein Haus, das vielleicht nicht zu den absoluten Highlights der Stadt gezählt hat, aber doch wenigstens unverwechselbar wienerisch war, durch einen freiheitsgrad- und charakterlosen Bunker ersetzt worden, der genausogut in Nowosibirsk, Amstetten oder in den Bukarester Vorstadtbezirken stehen könnte (Bild in Kürze).

Das hat mich an eine Diskussion erinnert. Ich frage einen eigentlich nicht unverständigen Architekten, warum denn Ornamente in der modernen Architektur so verhasst seien. Er sagt, dass er, für seine Person, Ornamente durchaus nicht hasse, aber sie seien eben viel zu teuer. Diese Arbeitssunden könne sich keiner mehr leisten.

Nach dem Motto: Es ist tatsächlich billig und hässlich gebaut, aber was soll man machen. Schön. Das sehe ich ein, dass man im Falle eines Falles billig bauen muß – dort, wo noch nichts steht. Aber warum, bitteschön, reißt man dann die alten Gründerzeithäuser nieder? Damit man an ihrer Stelle billige, schlechte und häßlich gebaute Klötze hochzieht?!

Eben jener Architekt hat mir auch bestätigt, dass die heute propagierte Bau-Ästhetik tatsächlich ein riesiger Beschiss ist, ein stumpfsinniges dogmatisches Konstrukt. Aber wehe dem, der dagegen Stellung bezieht! Er wird von einer Inquisition, die nichts anderes als ihren pseudo-Bauhaus-Stil als „wahre Lehre“ gelten lässt, verfolgt und vernichtet werden. Aus diesem Grunde kann ich hier auch keine Namen nennen. Der arme Mann muß auch sein täglich Brot verdienen.

Nur wenige, mächtige Künstler wie z.b. Hundertwasser durften es wagen, sich gegen den „wahren Glauben“ aufzulehnen (wobei hier auf die Qualtät seiner Arbeiten nicht weiter eingegangen werden soll).

In einem Interview im „Falter“ war von einem selbsternannten Elite- Architekten zu hören – es war sein letzter Satz, nicht einmal ganz ausformuliert, sozusagen wirklich das Letzte vom Letzten – dass man über Gründerzeithäuser „nicht einmal diskutieren“ müsse. Sinngemäß ergänzt, dass Gründerzeithäuser so scheisse sind, dass man sie, wo man sie trifft, abreissen sollte.

Woher kommt dieser Hass?

Liegt er darin begründet, dass es sich in Gründerzeithäusern gut wohnen lässt? Dass sie Wien zu einer unverwechselbaren Stadt machen? Ärgert sie die Qualität der Statik? Die schalldichte Dicke der Mauern, die es ermöglicht, in den eigenen vier Wänden zu musizieren, ohne die Nachbarn zu stören? Dass selbst die Stiegenhäuser ihren ganz eigenen Charakter haben? Oder sind sie ganz einfach sauer, weil sie nicht gleich ganz Wien einebnen, und zu einem riesigen, ihrem Größenwahn gehorchenden, Project-Building a la Alt-Erlaa umbauen dürfen?

Eines der Dogmen moderner Architektur lautet: „form follows function„.  Ein eigentlicher schöner Satz! Er lautet, dass sich die Form der Architektur den Bedürnissen der Menschen tatsächlich in demütiger Weise unterzuordnen hat.

Grauenvoll allerdings wird es, wenn dieser Satz -wie es der Fall ist- seine Umdrehung erfährt: Dass Architektur ausschließlich „funktionell“ zu sein hat.

Als ob das Leben „funktionell“ wäre! Als ob Kunst eine „Funktion“ erfüllte! Es waren immer die Schwachsinnigsten, die sich diesem Kriterium untergeordnet haben. Stumpfgeistige, die leben, um zu arbeiten, statt umgekehrt. Die in jeder Literatur, in jeder Musik eine „Aussage“, also eine Funktion suchen, nach dem Motto: „Musik ist dazu da, mich zu unterhalten. Sie hat meiner Verdauung zu dienen“, etc.

Das Leben zu einer „Funktionalität“ zu verstümmeln, erweckt in jedem sensiblen Menschen Lächerlichkeit und die Vorstellung blanken Horrors. Es ist dies die Ideologie reinster Menschenverachtung. Es entspricht aber genau dem Stumpfsinn moderner architektonischer Dogmatik. Wo das Leben des Menschen auf „Funktion“ reduziert wird, da verliert der Mensch sein Geheimnis und mit ihm seine Würde. Daher hat folgerichtig in der modernen Architektur das Glas, nämlich das Durchsichtig-Geheimnislose, die Vorherrschaft einzunehmen. Daher sind alle unfunktionellen Elemente, die man gemeinhin „Charakter“ nennt, schnellstmöglich zu eliminieren. Da ist die Architektur einmal mehr ein Spiegel der Zeit, die Mystik durch Marktwirtschaft ersetzt, Charakterstärke durch schleimige Angepaßtheit und die Intimität des Menschen durch den Nacktscanner. Alles möglichst durchsichtig, eh klar. Wir haben ja nichts zu verbergen! (Ein Satz, der zum Dümmsten gehört, was jemals ein stinkendes Maul verlassen hat.)

Kurzum: Wollte sich Architektur in ihrer Funktionalität tatsächlich dem Menschen anpassen, müsste es sich dem nicht-Funktionellen menschlichen Lebens anschmiegen, und, ganz im Sinne von „form follows function„, die lächerlich-schreckliche Pose  technischer Funktionalität aufgeben. Das Leben ist nicht „funktionell“, wie soll es da gute Architektur sein?

Mehr zu dem Thema hier

22
Nov
08

Der Imperator schlägt zurück – die Sozialpartnerschaft ist seine Waffe!

Ich möchte keine unnötige Panik verbreiten.

Die Zeichen aber haben sich gemehrt: Schon ist Obama Präsident, das Sternbild des Orion – wie es in der Prophezeihung steht – unheilvoll am Himmel aufgegangen. Der Imperator, der sich in dem irdischen Bild des Gewerkschafters Neugebauer inkarniert hat, bringt seine Vasallen in Stellung.

Der Herrscher der dunklen Seite der Macht

Der Herrscher der dunklen Seite der Macht

Der letzte UFO-Absturz bei Roswell: Haben Sie die Geburtsdaten Neugebauers verglichen?

Ist Ihnen aufgefallen, wie die Horoskope immer unheilvoller und dramatischer ausfallen? Wie die Intrige in der Welt mehr und mehr wird? Die Palästinenser und die Moslems streiten mit dem Neoliberalismus, Globalisierungsgegner zetteln Atombombenanschläge an, pakistanische Generäle kommen durch Korruption an die Macht, und der Dalai Lama verkauft geheime Pläne über die Umwälzung an die USA!

Und wie immer haben die Freimaurer ihre Finger mit im Spiel. Und einer der letzten Widersacher, einer der letzten Ehrlichen, Gerechten, der Trainer Josef Hickersberger, ist – wer wundert sich ? – kaltgestellt worden. Eiskalt gestellt. Sogar die Rolle des Papstes in Rom ist unklar. Ist es Zufall, dass er im selben Sprachraum wie der Imperator, der sich schon bald in seiner ganzen Macht offenbaren wird, geboren ist?

Man sollte diese Fragen nicht leichtfertig abtun. Ist es wirklich nur Zufall, dass Leute mit intensiven Kontakten zur Scientology wie Andreas Unterberger den Djihad über ihre Machtstellung im CV zu russischen Omega-Bomben verhelfen?

Wer wachen Geistes ist, eins und eins zusammenzählen kann und die Lage mitverfolgt hat, dem ist klar: Hier hat eine Macht die Finger im Spiel, die unser Vorstellungsvermögen sprengt, eine Finsternis dräut herauf, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Glauben Sie allen Ernstes, die Weihnachtsbeleuchtung auf der Mariahilferstrasse hätte nur den armseligen Zweck, den Verkauf anzukurbeln, und würde nicht als Landeplatz für die imperialen Starfighter Raumschiffe dienen, die schon unterwegs sind, zur Erde, nach Österreich, nach Wien? In die EU?

Diese ganzen Naivlinge die tatsächlich glauben, die Kämpfe dieser Welt würden sich zwischen arm und reich, Liberalismus und Kommunismus, Schwarz und Weiss, Christentum und Islam usw. abspielen, haben nicht erkannt, was sich tatsächlich abspielt. Es ist Fritz Neugebauer, der Imperator, der mit größter Präzision und seiner Macht, vermittels seiner dunklen Jedi-Kräfte in die Zukunft zu schauen, seine finsteren Vasallen einsetzt um für den Tag der Abrechnung gerüstet zu sein.

Darth Hundstorfer - der Knecht der Finsternis

Darth Hundstorfer - der Knecht der Finsternis

Einen seinen machtvollsten Verbündeten hat der Imperator schon in Stellung gebracht: Es ist Darth Hundstorfer, oberster Boss des ÖGB, der freilich trotz aller Macht – auch er verfügt über ein geheimes Lichtschwert – und unvorstellbare Jedi – Fähigkeiten (so wurde er in Mistelbach (NÖ) bei einem Licht-Kampf zwischen Gut und Böse (der gute Part war Ex-Superintendentin Gertraud Knoll) von Frau Aloisia B. beobachtet, wie die edle Prinzessin in Asche und Rindsrouladen verwandelt wurde.

Ist es Zufall, dass Frau Aloisia B. aus Mistelbach nur vier Jahre nach dem beobachteten Kampf verstarb, obwohl sie erst 86 Jahre alt war?

Dabei ist selbst der mächtige Lord Hundstorfer nur ein Schüler seines Meisters, der in hervorragender Stellung inthronisiert wurde, um das Kommen des Imperators vorzubereiten. Im Windschatten seines Schülers und Knechtes wartet Neugebauer auf den Tag des Schreckens. Schon hat er Barack Obama und Berlusconi installiert und den mächtigen Kämpfer des Guten, Jörg Haider, aus dem Weg geräumt – nicht ohne mediale Herabwürdigung, besonders was seine sexuelle Ausrichtung betrifft – alles Lügen! – um den Weg für seine Verbündeten freizumachen.

Nürnberger - Lord KRYPTON

Nürnberger - Lord KRYPTON

Sie wollen Beweise? Nichts leichter als das.

1948 UFO- Absturz bei Roswell, New Mexico, USA
1951 Geburtstag Neugebauers, Re-Inkarnation des Imperators.

Sowie: Geburtstag Elvis Presleys.

Hierzu ist eine Erläuterung notwendig: Darth Hundstorfer wollte im Alleingang die Erde unterjochen und dem Imperator als Zentralplanet zum Geschenk machen. Der erste Versuch hierzu war 1938-45, als er (in Gestalt seiner vorigen Inkarnation Eva Braun) Hitler als willenlosen Knecht einsetzte (wieder durch Hilfe der Freimaurer) der jedoch scheiterte: Durch die weisse Macht des Kindes Elvis Presley. Dieser konnte die Welt zwar nicht vor Krieg und Zerstörung bewahren, jedoch die Welt vor der schwarzen Macht Darth Hundstorfers bewahren.

Ein zweiter Versuch der Machtübernahme war der BSE-Skandal. Dieser hätte zur völligen Gehirnmanipulation der Menschheit führen sollen. Wiederum konnte Elvis Presley, diesmal in der Gestalt Falcos, das Unglück verhindern. Als der Imperator das Scheitern seines Schülers Hundstorfer erkannte, setzte er ihm einen weit mächtigeren Lord zur Seite: Es ist Lord KRYPTON, in der Form von Nürnberger. Es handelt sich um einen sechsarmigen Dämon, der in der Lage ist, durch Wände zu sehen, Gedanken zu manipulieren und gleichzeitig sechs der mächtigsten XORON – Laserschwerte zu führen.

Unauffällig überwacht er das finstere Werk seines jüngeren Jedi-Kamerden.

Nun ist es Lord KRYPTON gelungen: In einem der schrecklichsten Kämpfe bei Laa an der Thaya wurde der Lichtkörper Falcos getötet, der Weg für die Finsternis ist frei. Wir Menschen sind hilflos.

Was können wir tun? Wir müssen uns von gehärtetem Palmenöl ernähren. Nur dann wird der Ritter des Lichts, Josef Hickersberger, zusammen mit der galaktischen Braut Barbara Stöckl das Zepter der Transkarmation übernehmen und sich zur vollen Größe aufrichten können. Es ist fünf vor zwölf!

Schon scharen sich die zahlreicher werdenden Jünger um Barack Obama und seine Helfershelfer in Industrie- und Entwicklungsländern! Durchbrechen wir das geheime Netz zwischen Freimaurern, Ku-Klux-Klan, Leninisten, UFO-Leugnern, Freikirchlern und der linkslinken Schickeria, die das alles ignoriert.

Die Zeit wird knapp! Vielleicht ist es zu spät.

10
Dez
07

Was haben Datenüberwacher und Zuhälter gemeinsam?

Dass die sogenannten Christlichsozialen Parteien längst die Primärtugenden im eitrigen Arsche der Wirtschaftsanarchie entsorgt haben, darf als soweit bekannt vorausgesetzt werden. Neu allerdings ist, dass nun auch die persönlichliche Sicherheit zur Senkgrube umfunktioniert worden ist. Diese, in witrschaftlichen Belangen längst neutralisiert –  das Recht auf Überleben ist zugunsten unserer lieben Großunternehmer abgeschafft und durch Flexibilität ersetzt worden – feiert als Vorwand, noch den Rest an Grundrechten zu eliminieren, fröhliche Urständ. Sie, die leere Grube, ist einfach mit einem anderen Inhalt (Law-and Order- Jauche) gefüllt worden! Nun dient sie als Vorwand für Datenüberwacher, unsere letzten Geheimnisse und Intimität auf die Straße zu zerren.

Datenschutz ist ein zaaches Thema, weil: wir haben keine Geheimnisse mehr, und die anderen sowieso nicht. Wir alle, die ganze Welt, sind ungefähr so spannend wie die Charts der deutschen Hitparade, unsere Individualität so einzigartig wie der Big Mäc. Unser Seelenleben erinnert an die hübschen Glasstahlbetonbauten minderbemittelter Architekten, und selbst unser Liebeskummer ist so spannend wie die Wellnessoase sowieso. Unsere politische Einstellung misst sich an den vollidiotischen Politikern, die, da zum Lügen zu dumm, nur noch lallen. Wozu Lügen? Wozu Wahrheit? Es ist, das können wir mit großer Bestimmtheit sagen, gleichgültig. Unsere Intimität kann sich mit der Innerlichkeit einer öffentlichen Latrine vergleichen, unsere ehrlichsten Geständnisse kommen nicht einmal mehr unter den Tiefsinn der neuesten raiffeisen-Werbung. Oder Lóreal. Oder eh wurscht. Weil ich es mir wert bin! Ich bin sowas von Kika! Anna den Kredit hamma! I  am from Austria! So tief und ehrlich samma, Puntigamer! Rapid! Rapid! Rapid is mei Religion! Nimm ein Sackerl für mein Gackerl, du kleine Plaudertasche! Jetzt kriegst Du mein Scheißen und in Farbe, nur 5 cent pro Minute! Also: Reinhard Fendrich ist unser größter Mystiker, weilst a Herz hast wie ein Opel mit dem Herz aus Österreich, mog i di! Die Kaiserin Sissi war ja so arm, die hat noch kein Handy gehabt und hat ihr Kokain alleine schnupfen müssen! Und der Gusenbauer und der Schüssel san so liab, weil die haben immer schon gewußt, was sie wollen haben! Das ist der Schlüssel des Erfolges! Tief in deiner Seele weißt du: Erfolg ist das wichtigste, lass dir deinen Liebeskummer Uniqua versichern! together forever now! Weil es ist der Mensch der zählt! Und Chiquita- Bananen! Und dann der von deinem Entertainment-Faktor, Infotainment-Neujahrskonzert, wenn dir von deinem Success, jawoll, von deiner Seele, deinem innersten schlecht wird! Kaum hast du dein Innerstes ausgekotzt, musst du schon wieder lächeln, weil: Man schaut dir zu! Lächeln erhöht die Quote, die Zuschauerzahlen! Dann können die Leute über dich weinen bei der Rosswurm, heute live-Übertragung aus dem Queens-Club! Vera live im Emotionsbordell! Und da sind wir schon bei den Zuhältern! Das sind nämlich wir alle, wir Arschwichser, wir Alfons-Haider Dauerouter, wir Dancing Stars! Wir, die Gemeinschaft! Wenn zwei oder drei in Veras Namen beisammen sind, ist Wüstenrot mitten unter ihnen! Wir sind in der Wüste vom Outen unsere Popos rot. Haben wir ein Geheimnis, lassen wir es schon einmal auf ebay schätzen. Und eben darum kann ich Plastikmensch, Buerlecthin, nicht darüber reden! Ich hab ja ein Doppelherz! Kurzum: Werte wie die Freiheit oder das Recht auf Leben sind werberesistent, wie der Vivaldi oder der Mozart! Du kannst sie nach Belieben verhunzen, sie nehmen keinen Schaden Rondo veneziano, schööön! Mit dem Recht auf Geheimnis ist es aber wie mit dem Haydn oder wie mit dem späten Beethoven: spielst du sie falsch, sind sie tot. Und da das Innere meiner und eurer Seele nur noch aus Werbeflächen besteht, und dahinter eine Glaswand, und dahinter ein Büro eines Telekommunikationsbetreibers, fällt alles über das Geheimnis zu Sagende ins Leere. Es ist das feinste und edelste unter allen Rechten. Schon darüber zu reden macht mich zum Zuhälter. Aber dazu werde ich gezwungen. Wir müssen Fendrich sein, ob wir wollen oder nicht! Erst wenn wir das Recht auf Geheimnis nicht über die Freiheit oder über das Leben herleiten, sondern aus sich selbst, ahnen (Scheisswort!) wir es. Wir können auch einen Schmetterlingsflügel nicht als Überlagerung von Schidkrötenpnzern begreifen. Vielleicht ist unter den Plakaten noch eine Kleisterspur oder eine rostige Schraube, die uns an uns erinnert, irgendetwas, das wir als nicht überwacht wissen, wenn wir mit dem Kotzen fertig sind.