Archive for the 'Islam' Category

19
Feb
10

Die Welt in 2000 Jahren

Ja, Trendforschung ist wichtig.

Die Trendforscher machen nur einen Fehler: Sie wollen wissen, was in 50 Jahren ist. Davon haben sie freilich keine Ahnung.

Das kennen wir vom Wetter: Wie das Wetter in zwei Wochen wird (es ist gerade Winter, Februar), wissen wir nicht. Aber in 4 Monaten, das können wir GANZ KLAR sagen, wird es VIEL WÄRMER sein als jetzt!!!!

Und so ist es auch mit der Trendforschung: Ich weiß ganz genau, was in 2000 Jahren sein wird!

Johannes Heesters spielt den jugendlichen Prinzen am Josephstädter Theater.

Dagmar Koller wird Miss Universe.

JÖRG HAIDER IST TOT.
aber: die ganze Stadt Klagenfurt (heißt dann: Kloonfuaaa) wird zu einem riesigen Mausoleum der national-ochlokratischen freien Volksrepublik NORDSLOWENIEN umgewandelt.
Dessen Herrscher, Mukko III., der Scheißer, verbietet alle anderen Religionen. Schon sein Vorgänger, Mukko II., der Wichser, hat das Christentum unter Strafe gestellt.

Der Sarkophag Vera Russwurms wird entdeckt. Ihr einbalsamierter Leichnam ist randvoll in vertrocknetes ORF-Sperma gehüllt.

Der Islam beruft die 4. ökumenische Konferenz unter dem Zeichen „Den Sinn des hl. Krieges durch spirituelles Tanzen und Hüpfen erfahrbar machen“, ein, und halten Dialog mit ihren „älteren Geschwistern“, Buddhismus und den Chresolythischen Christen. (Nach der Reform von Chresolos I, 3127 A.D.)

Karl Heinz Grasser wird nach 900-jähriger Freiheitsstrafe aus der U-Haft entlassen. Es gilt die UNSCHULDSVERMUTUNG. KHG hat zu diesem Zeitpunkt die 240. Schönheits-OP hinter sich, er sieht jetzt aus wie Vera Russwurm.

Fiona Swarovsky hat die 360. Schönheits-OP hinter sich, sie sieht jetzt aus wie Vera Russwurm.

Der Großkonzern UTE BOCK wird wegen Korruption (Atombomben, Düsenjäger) verklagt. Karl Heinz Grasser wird verdächtigt. Es gilt die UNSCHULDSVERMUTUNG.

Kein Mensch kann sich mehr an Wolfgang Schüssel erinnern.

Eberau bekommt einen neuen Großflughafen, nachdem es schon den höchsten Wolkenkratzer der Welt hat.

Ausgrabungen werden bestätigen, dass das Dorf „Wien“ (Gemeinde Klosterneuburg, NÖ) einmal bedeutend größer gewesen sein muß, als angenommen.

Das faschistische Imperium Amerika erhebt Scientology zur Staatsreligion.

Jede Woche wird ein ritueller Börsencrash gefeiert. Dabei tritt der Priester in die Mitte und haut einen Holzklotz um. Er schreit: „Weltwirtschaftskrise“, und die Ministranten schreien: „Ich bin aktiv den ganzen Tag, KRÖNUNG LIGHT“.

Ja, so wird es in 2000 Jahren sein.

14
Jun
08

Offener Brief an Omar Al-Rawi

Gratuliere zu Ihrer gelungenen Integration! Mit ihrem Interview im Falter 24/08 haben Sie sich als echter Österreicher erwiesen!

Waldheim wäre stolz auf Sie!

Als Thomas Bernhard sein Stück „Heldenplatz“ veröffentlichte, hat es der typische Österreicher selbstverständlich nicht der Mühe wert befunden, das ganze Stück zu lesen, aber alle haben es „zitiert“. Worte wie „Kontext“ sind dem klassischen Österreicher bis heute fremd. Ihnen offensichtlich auch. Wie viel angenehmer lebt es sich in kleinräumigen Gedanken, wie viel einfacher lassen sich Diskussionen mit Schlagwörtern erschlagen. Ein differenziertes Wechselwirkungskonstrukt zwischen beispielsweise Islam und Kultur? Brauch ma ned.

Es ist doch ganz einfach: Zwangsehen, Aggressivität, usw sind Auswirkungen der jeweiligen Kultur. Der Islam ist immer unschuldig! Super: An den Kreuzzügen war ja auch nur die germanische Kultur schuld, das hat doch REIN GAR NICHTS mit Christentum zu tun!

Riechen Sie den Fehler? Trotz Reinwaschung stinkts hier irgendwo!

Wer nicht verstehen will (das nicht-Wollen ist das Problem, sehr geehrter Herr Al-Rawi), wie Religion und Kultur wechselwirkt, wird Erstere immer von allen Fehlern reinwaschen und so niemals etwas zur Besserung -nämlich der Religionsausübung- beitragen. (über den religiösen Kern ist hierbei noch gar nichts gesagt, der zeigt sich nämlich im Gebet und in der Tat, und nicht im politischem Gebrüll.)

Symptomatisch ist also, dass Sie Schirrmacher sofort Islamfeindlichkeit vorwerfen, wo diese die negative Einwirkung einer Kultur auf den Islam (und nicht umgekehrt) kritisiert, und also am Islam Negatives verhaften bleibt. Selbstverstänlich werden wir nigerianische Mullahs finden, die für die weibliche Beschneidung eintreten, also tun sie es im Namen des Islam. Indem Sie nun Schirrmacher eben diese Aussage verbieten wollen, sie zumindest extrem aggressiv kontern, zeigen Sie ihr Unverständnis.

Über dem Islam herrscht ein Denkverbot, weil Sie (und viele andere) nicht in der Lage sind, zwischen dem tatsächlichen Kern der Religion, über den man – wie bei jeder Religion – nur schweigen kann, und dem Rand, der Ausübung mit all den schrecklichen politischen Verstrickungen, zu unterscheiden. Das aber macht den Unterschied zwischen primitver und aufgeklärt – mystischer Religionspraxis aus. Am Rand lässt sich eine Religion nicht von der zugehörigen Kultur unterscheiden. Wo Kulturkritik – und diese MUSS erlaubt sein! – und Reiligionskritik eins ist, muß sich die Religion den Vorwürfen stellen! Christen können sich bei den Hexenprozessen (siehe auch: Kreuzzüge) nicht darauf ausreden, dass das halt die Kultur war. Das Christentum hat ja die Kultur beeinflußt und muss daher auch Stellung beziehen. Dasselbe gilt für den Islam. Ihre rigide Trennung in „Islam“ und „Kultur“ ist daher erstens feig, es dient Ihnen dazu, sich aus der Diskussion zu flüchten, und zweitens totalitär und tatsächlich fundamentalistisch, weil Sie, in Vermischung der Dinge, ein Denkverbot fordern, wo es dringendst der Aufklärung bedürfte!

Ich gestehe Ihnen aber zu, dass Sie, in guter österreichischer Manier, diesen Ihren Fundamentalismus nicht erkennen. Man kann Ihnen keine Vorsätzlichkeit vorwerfen. Das Verdrängen ist aber des Übels genug.

Zurück zu ihrer ergfolgeichen Integration: Wie dem guten Österreicher eigen, gehen sie nicht in der argumentativ-Sachlichen Ebene auf Schirrmacher ein, sondern diskreditieren Sie persönlich. „Ich kann auch darauf hinweisen in welchen evangelikalen Netzwerken diese Frau steht“ ( Zit: Omar Al-Rawi, Falter 24/08  ) Darf ich Sie darauf hinweisen, in welchen Netzwerken Sie stehen? Wie viele des Radikalismus Verdächtige sich im Umfeld der Islamischen Glaubensgemeinschaft befinden? Das ist Demagogik der billigsten Sorte, Herr Al-Rawi! Ich werde -im Gegensatz zu Ihnen- nur auf das tatsächlich von Ihnen Gesagte rekurrieren.

Sie sagen: „Hetzer wie FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache picken sich aus den Büchern dieser Leute ihre Argumente heraus.“ Kurz zuvor im Interview sagten sie: „Ich muss nicht alles lesen. Ich habe ein paar Zitate.“ (Falter, 24/08  )

Was machen Sie also? Sie picken sinnentfremdete Zitate aus Büchern heraus. Gratuliere nochmal zur gelungenen Integration!

Am besten aber haben Sie sich als wahrer Österreicher erwiesen, als Sie kundtaten: „Wir brauchen hier keine Zurufe von außen.“ Genau! Mir san mir! De ganzen Experten brauch ma ned! (Vor allem dann nicht, wenn Sie Dinge sagen, die nicht so angenehm sind). Wir wählen, wen wir wollen! Zum Beispiel den Waldheim!

Sie wären 1988 der erste gewesen, der mit Geifer vor dem Mund gegen die Aufführung von Heldenplatz demonstriert hätte, am besten mit einer Marienstatue in der Hand! (Das sind dann nur kleine kulturelle Unterschiede).

Große österreichische Klasse: Ihr moralisches Gegenrechnen, nach dem Motto „Wieso berichten Sie nicht über christliche Religionslehrer, die gegen den Islam hetzen?“ Richtig: Warum reden wir dauernd über den Hitler (einen Österreicher), wenn doch der Stalin genauso böse ist?

Lieber Herr Al Rawi: Nur weil es andere böse auch gibt, ist das noch lange kein Grund, die Bosheit in den eigenen Reihen zu ignorieren. Das muss ich meinen Landsleuten auch dauernd sagen.

Immer schön nach dem Motto: ‚Aber der hat angefangen!‘ Hat Ihre Religion nicht auch mit Vergebung zu tun? Dann PRAKTIZIEREN Sie sie! Davon reden ist zuwenig.

Ich bin ein großer Freund des Sufismus. Umso mehr ärgern mich die mittelalterlich totalitären Einstellungen, die bornierte Engstirnigkeit, mit der wir durch offizielle Vertreter (nicht alle!) der Islamischen Glaubensgemeinschaft konfrontiert werden.

Ganz ehrlich, ich bin die Waldheim’s leid, ob sie nun aus dem christlichen oder dem islamischen Lager kommen. Ich pfeif auf echte Österreicher. Wir wissen, welche Ideologien sie zu verschleiern und in biedermännischer Manier schönzureden suchten.

Sehr geehrter Herr Al Rawi, ein Österreicher sind Sie schon. Jetzt versuchen Sie bitte noch, ein Mystiker zu werden. Denn auf Ihrem momentanen Niveau ist das, was Sie Dialog nennen, nicht möglich. Denn, um mit ihren eigenen Worten zu spechen: „Wir hatten vereinbart, dass dieses Gespräch nicht populistisch wird.“

Mit freundlichen Grüßen, Novize Igor