Archive for the 'Neoliberalismus' Category

05
Mrz
11

das wörtchen „gutmensch“

Einst DAS Modewort unter Schwarzblau, ist das Wörtchen „Gutmensch“ noch (immer) in rechten Bog-Foren anzutreffen.

Es ist das erste und letzte Argument gegen so ziemlich alles, was zb. Caritas, Ausländer, auszuweisende Erstkommunionskinder, Arbeitslose, Sozialisten, Homosexuelle, Grüne, Priester, die für Sandler was tun, Nicht-Neoliberale usw betrifft.

Ja, woher kommt denn dieses Wort?

Angeblich hat es Josef Goebbels erfunden, um alle, die den Nationalsozialsimus als nicht so ganz leiwand empfunden zu haben, zu diskreditieren.

Das passt recht gut: Weil eine Ideologie, die praktisch nur schlecht (und also böse) ist, das Gute als solches und ganzes verhöhnen muß.

Aber woher die bis heute währende Anziehungskraft jenes Unwortes, welches, die inneren philosophischen Lustsäfte gewisser Betonschädeln zum Wallen bringend, scheinbar einfach alles zum Ausdruck bringt, was jenen braunen Hirnchen entfließen kann?

Ich würde sagen, weil es tatsächlich eine Pose des „Guten“ gibt, welche Letzteres mißbrauch. Tranige Fernsehmoderatorinnen mit weinerlicher Stimme, die damit Millionen verdienen. Humorfreie Klugscheisser, die am liebsten Burgenländerwitze verbieten würden, weil sie die Burgenländer diskriminieren, die die Welt am liebsten in ihrem betulichen Lebertran untergehen lassen würden…….ja, daraus mag der Erfolg des Wörtleins „Gutmensch“ entspringen.

Nun gut, aber warum drückt man es dann nicht genau so aus? Warum nennen jene Bräunlichen Hirnchen die Heuchler nicht einfach „Heuchler“?

Weil -siehe oben- das Wort „Gutmensch“ jener Vorteil innewohnt gleich auch das Gute an und für sich zu diskreditieren. Und das kann einem niederträchtigen Menschen nur recht sein. Lebt er doch in schlechtem Gewissen, und muß es allezeit niederbrüllen. Na und was wäre hierzu besser geeignet, als berechtigte Kritik am Heuchler mit der Verhöhnung des Guten elegant und unbemerkt in diesem einen Wort „Gutmensch“ zu vermanschen? Um dann das Gute an sich diskret entsorgen zu können?

Und dann schwingt noch mit, dass man „Gut“ noch mit „naiv“ vermanscht. Nach dem Motto: Nur das Böse ist realistisch.

Dass sich solche Menschen oft „christlich“ schimpfen, ist eine Ober-Schande. Als ob es nicht Jesus selbst gewesen wäre, der gelehrt hat, dass das Gute eben keine Utopie, sondern die eigentliche Realität unseres Lebens ist, das Ziel der Sache.

 

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14
Feb
11

zeitalter der abklärung? (2)

So, hier also die Fortsetzung.

Wir befinden uns, wie ich glaube, im Zeitalter der Abklärung.

Einige Merkmale: Wir lassen uns nicht mehr provozieren. Im Umkehrschluß regiert allerdings die Abstumpfung und die Ignoranz.

Die Vernunft nimmt zwar einen einerseits allherrschenden Stellenwert ein, andererseits sind die Menschen deswegen nicht vernünftiger, als zu anderen Zeiten. Vielmehr scheint es sich um einen Religions-Ersatz zu handeln, in dem Sinn, dass Vernunft etwas für Spezialisten sei, und diese haben sich um das Funktionieren der Welt zu kümmern. Und damit eben jenen Stellenwert einnimmt, den zuvor die Religion innehatte.

Damit zur nächsten Wurzel dieses Zeitalters, der Wissenschaft:

Keine Frage, die Wissenschaft befindet sich auf einer Hochblüte. (Fast) nichts ist in den letzten 1000 Jahren verloren gegengen, viel hingegen wurde entdeckt. Keine Frage, dass das einer der Hauptmotoren für die Herrschaft der Vernunft wurde.

Eines allerdings ist dadurch verloren gegangen: Der Begriff der Intuition. Das Erfassen des über der Vernunft stehenden.

Und so sind es nun die Wissenschafter, die uns das Über-vernünftige auch gleich zu erklären versuchen: Ein Dieter Hattrupp leitet aus der Quantenphysik eine mystische Schau Gottes ab, was ja so weit legitim ist, allerdings kommt er immer einem Gottesbeweis gefährlich nahe. Nur funktionieren Gottesbeweise zwangsläufig nicht, da sich Gott (seine Existenz einmal vorausgesetzt) nicht in irgendeiner Kategorie oder Wissenschaft einfangen lässt.

Ausserdem müßte ein Gottesbeweis wohl sehr kompliziert sein: Damit hätten aber hochintelligente einen klaren Vorteil bei der Gotteserkenntnis. Intelligente wären heiliger als Dumme. Und das trifft nicht zu, das widerspricht der göttlichen Gerechtigkeit.

Legitim ist, aus der Betrachtung der Schönheiten der Natur, dazu gehört auch die kosmische Natur mit Quantenphysik und Relativitätstheorie, eine persönliche Schau Gottes zu suchen, nicht legitim ist es, wie es Hattrupp zeitweise vornimmt, über Vernunft-Spielereien Gott allgemeingültig herbeizwingen zu wollen. Damit wird die innere Freiheit beschränkt, und die höchste Schau auf jeweils ein Fachgebiet begrenzt. Mystik für arme, sozusagen.

Dasselbe in grün finden wir freilich auch bei den Atheisten, vor allem bei den Biologen. Diese wiederum glauben, über die Evolutionstheorie die Nicht-Existenz Gottes bewiesen zu haben. Zwei Namen fallen mir dazu ein: Richard Dawkins, ein Genetiker, und Renee Schröder, natürlich auch im molekular-biologischen Feld tätig.

Im Brustton der Überzeugung nutzen sie ihre wissenschaftliche Reputation, um metaphysische Weisheiten, in jenem Fall: die Nicht-Existenz Gottes zu verkünden, und jeden für blöd zu erklären, der ihrer Lehre nicht folgt. Ein klarer Fall von Kompetenzüberschreitung. Dauernd ist hier von biologistischem Zufall die Rede, ohne eine Begriffserklärung durchzuführen. Andererseits seien die Ergebnisse der Evolution statistisch determiniert, also brauche man keinen Gott.

Nur: Erstens versucht kein vernünftiger Mystiker, Gott zu beweisen, schon gar nicht in der Biologie. Ausserdem kommt in der Statistik der Evolution der Begriff „Zufall“ eben wieder vor, und hinter „Zufall“ kann sowohl ein systematisches Unwissen stecken, als auch eine tatsächliche Indeterminiertheit (siehe Quantenphysik). Hier wäre tatsächlich Platz für ein Wirken Gottes. Die Betonung liegt auf „wäre“, denn ob da, im Raume das Zufalls, Gott tatsächlich wirkt oder nicht, bleibt weiterhin offen.

Wir wissen es nicht. Hattrupp weiß es nicht, und Schröder weiß es nicht.

Oder, wie es im Buch Kohelet heißt: „Es gibt keinen Vorteil unter der Sonne.“ (Koh, 2, 12)

Aber vielleicht ist das gar nicht die Frage, um dem Zeitalter der Abklärung näher zu kommen. Ein Fachmann steht ja, in seinem Fach, über seiner Zeit (aber auch nur dort).

Interessant ist vielmehr, dass auch, und gerade, Gottes-Diskussionen unter einfachen Menschen immer irgendwann ins Wissenschaftliche abdriften. a manifestiert sich die Abklärung: Vernunft statt Intuition, im übrigen ist Religion Sache der Spezialisten. Die Masse sieht sich als agnostisch.

Damit zur letzten Wurzel der Abklärung: Der Wirtschaft.

Während der abklärerische Mensch im Allgemeinen die Sicherheit sucht, und zwar die absolute Sicherheit, scheint in der Wirtschaft das resignative Element den Vorzug haben.

Einerseits wird das Leben im rechtlichen Bereich bis ins Kleinste und Absurdeste durchreglementiert; das geht so weit, dass man in der Pädagogik „Kreativität“ zu definieren versucht, was natürlich total in die Hose geht. Getreulich dem Motto: Pseudo-Vernunft statt Intuition.

Andererseits herrscht in der Wirtschaft Anarchie. Näheres zu sagen erspar ich mir, das ist hier schon geschehen. Interessant aber der Stehsatz: „Da kann man nichts machen“. Typisch Abklärerisch.

Da trifft sich die Abklärung in der Politik. Wo kein Politiker mehr für irgendetwas steht, haben wir die Wahlmöglichkiet verloren. „Ich wähle das kleinste Übel“. Abklärerischer geht es nicht mehr.

Es soll einmal Zeiten gegeben haben, da sich Politiker aus Interessengruppen rekrutierten. Die gewußt haben, was sie für ihre  Gruppe wollen. Die klare Ziele formulieren konnten.

Heute suchen sich Politiker ihre Zielgruppen aus; vorzugsweise die stärksten (zb. den Pöbel oder die Pensionisten). Das bringt Wählerstimmen. Sie identifizieren sich nicht mehr im geringsten mit den von ihnen Vertretenen. So werden keine Interessen mehr formuliert, sondern dem Volke eingeredet, wofür es sich zu interessieren habe. (Vorzugsweise für Tigerbabies und Folterstrafen für Drogendealer).

Kein Wunder: Das Zeitalter der Abklärung hat keine Ziele mehr.

Mit der Konsequenz, dass der Demos, das mündige Volk, zum Ochlos wird, zum Pöbel.

Die Demokratie, die Herrschaft des mündigen Volkes, regrediert zur Ochlokratie, der Herrschat des Pöbels- der freilich gesteuert werden kann.

Es ist beschämend für unsere „Eliten“, dass sie die Entwicklung des Demos längst aufgegeben haben.

Es ist zwar richtig, dass es immer willenlose Massen geben wird. Aber es liegt an den „Eliten“, jene Masse möglichst gering zu halten, und so viele Menschen wie möglich der Mündigkeit, also dem Demos,  zuzuführen.

Da aber die meisten der selbsternannten Eliten nur dumpfe Kinder ihrer Zeit sind, vermögen sie ihr menschenverachtendes Bild nicht mehr zu hinterfragen. Dass ein dummer „unvernünftiger“ Mensch, der aber die Liebe (also: den Hl. Geist) in sich hat, mehr wert ist, als ein kalter Intellektueller, passt nicht in das selbstherrliche Bild der Ober-Abklärer. Das würde nicht in das Bild einer welt-beherrschenden Kaltschnäuzigkeit passen.

Da will auch ich lieber ein Narr sein, aus Solidarität ein Behinderter, ein Krüppel, ein Armer, ein Dummer:

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.
Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

 

08
Feb
11

zeitalter der abklärung?

Auf die Frage, welchen Zweck es habe, die Zeit in Zeitaltern zu kategorisieren, und ob das nun ein Versuch sei, die Welt zu erklären (wieder einmal), würde ich antworten, dass das Definieren eines Zeitalters, sei es nun Renaissance, Barock, Aufklärung, Romantik……eine stilistische Einordnung darstellt, die ungefähre Abgrenzung einer geistigen Modewelle (die freilich recht niedrige Frequenzen aufweisen, so ca. eine Schwingung pro 50 Jahre); dass also die Beschreibung eines solchen Zeitalters die Welt nicht zu erklären versucht (was ja zum Scheitern verurteilt wäre), sondern vielmehr das Vorhandene beschreibt, vor allem: Die Anschauung der Menschen auf die Welt (und auch das nur in der Tendenz).

Oder so:  Nicht die Welt wird erklärt, sondern, im besten Fall, wie die Menschen versuchen, sich in jener Zeit die Welt zu erklären. So sehr es uns auch an Welterklärungen mangelt (es gibt keine); der Versuche hierzu gibt es zur Genüge.

Um zur Sache zu kommen: Das aktuelle Zeitalter scheint mir ein Gegenstück zur Aufklärung zu sein, nicht aber das komplette Gegenteil.

Die Vernunft nimmt einen großen, fast schon hypertrophen Stellenwert ein, ohne derethalben gefeiert zu werden, wie das in der Aufklärung der Fall war; eine Vernunft ohne Pathos, sozusagen. Der Ersatz für Letzteres wird in Distanz und Zynismus gefunden: Im Gegensatz zur Pionier-Stimmung der Aufklärung herrscht Endzeit-Lethargie.

Alles in allem trifft es das Wort Abklärung recht gut:

Wir befinden uns im Zeitalter der Abklärung.

ABklärung im Gegensatz zu AUFklärung.

Wir haben alles verstanden. Die Vernunft haben wir passiert, jetzt liegt sie hinter uns. Was wir nicht verstehen, das ist nicht zu verstehen, es liegt im Bereich des Chaostheoretischen; im Zufall.

Darum ist uns fad. Der letzte Witz ist erzählt. Wir sind abgeklärt.

Wie jedes andere Zeitalter auch, hat die Abklärung mehrere voneinander unabhängige Wurzeln, die aber im Resultat ineinander greifen.

In der Kunst: Wir leben im wohl ersten Zeitalter, in der Provokation schlicht unmöglich geworden ist. Die vollkommene Durchsetzung der Aufklärung hat hat Ruhe und Frieden zwischen Kunst und Bevölkerung geschaffen. Friedlich existieren Iron Maiden, Lars von Trier und der ex-adelige Lodenmantelträger parallel vor sich hin, ohne Reibungspunkte.

Sich nicht provozieren zu lassen, ist wohl das Signum der Abklärung schlechthin.

So friedvoll die dadurch entstandene Ruhe sein mag:  Sie ist von blanker Ignoranz kaum mehr zu unterscheiden. Die Abstumpfung wird spürbar.

Also sind die Künstler gezwungen, sich auf andere Weise des Publikums zu versichern. Die Zielgruppen-Kunst ward geboren. Ein jeder bedient sein Publikum: Das Musikantenstadl die unterste Schicht, Glattauers, Franzobels und Kehlmanns schreiben gängige, unterhaltsame Büchlein, die sicher nicht schlecht sind, aber nicht wirklich Anspruch auf das große Neue erheben.

Überhaupt ist „eine Geschichte erzählen“ wieder sehr en vogue, der experimentelle Roman eher etwas böses. Man könnte auch von der freiwilligen Wiederkehr des Biedermeier sprechen.

Marlene Streeruwitz und Co. bedienen ihre feministische Klientel; jede Zielgruppe hat ihren Künstler. Bei einem Film weiß man zumeist nach fünf Minuten, welche Zielgruppe er bedient.  Damit erweist sich die Kunst wieder einmal als Kind ihrer Zeit, und es ist jene des untergehenden Neoliberalismus, der die Menschen in Konsumentengruppen einteilt. Dazu später.

Interessant wäre, zu diskutieren, warum das Ende der Provokation nicht eher zu einer radikalen Hineinwendung in das subjektive „Ich“ gefunden hat, in eine Versenkung in den eigenen Geist. Vielleicht deshalb, weil Kunst und Kontemplation nicht ein und dasselbe ist. Weil Künstler und Mönche nicht die selben sind. Weil sich das Innerste nicht ausdrücken lässt. Und, bösartige Unterstellung meinerseits: Weil sich die meisten dieser künstlerischen und eben durch diese Zeit emporgeschwemmten Langeweiler vor einer Konfrontation mit dem Innersten Ich fürchten. Da würden sie nämlich Dinge sehen, die ihrer Abgeklärtheit bald den Garaus machen würden.
Zu guter Letzt sei freilich, um dem totalen Kulturpessimismus vorzubeugen, gesagt, dass sich jede gute Kunst immer über ihre Zeit erhebt.  Den qualitativen Filter haben andere Jahrhunderte anzulegen. Nur wenige Namen werden, wie von den anderen Jahrhunderten auch, zurückbleiben. Die nämlich, die ebensowenig ihrer Zeit verhaftet sind, wie Beethoven dem Biedermeier. (Zur Zeit Beethovens war der berühmteste Komponist ein Herr Kotzebue. Der freilich hat streng nach der Mode komponiert…). Aber, wie gesagt, ein paar Namen werden verbleiben….

 

In der Politik: Seit mehr als 60 Jahren herrscht in Europa Friede und einigermaßen Gerechtigkeit. Wir leben sozusagen in der besten aller Zeiten.

Um nun diese Gerechtigkeit zu stabilisieren, wurden juristische Institutionen geschaffen, die sich um Lauf der Zeit auf ein gigantisches Maß gebläht haben. Auf einen Techniker/Naturwissenschafter kommen 10 Wirtschafter und Juristen, die das von jenem einen produzierte Gut verteilen und verwalten (und dabei selbst am besten verdienen). Und langsam droht das System, das beste aller Zeiten, zu kippen. So weit, so paradox.

Nun, das ist das Resultat des Größenwahns, für jegliche Eventualität vollkommen konsistente Gesetze entwickeln zu können. Hätte man Gödel gelesen, wüßte man, dass das nicht geht. Ein Wahn, der sich aus wiederum aus der Hypertrophierung der Vernunft ableitet. Nur, wer die eigene Vernunft für anfehlbar hält, maßt sich an, das ganze Leben bis ins kleinste Detail zu reglementieren.

Damit kommen wir zum abklärerischen Element: Kein Mensch glaubt an eine wesentliche Änderung dieses verfetteten Systems, das der gesamten Gesellschaft die eigene Trägheit aufzwingt. Man erstickt zwar in kryptischen  Formularen und sinnlosen Gesetzestexten, deren Vollzug einem in ritueller Genauigkeit aufgebürdet werden, aber es verschafft doch eine gewisse Sicherheit, eine Bequemlichkeit.

Diese Bequemlichkiet, gepaart mit der Resignation, nichts ändern zu können, ein leichter Zynismus über allem, ist natürlich typisch abklärerisch. Das Wesen des Phlegma leuchtet da durch: „Es ist zwar alles schlecht, aber doch nicht SO schlecht, dass wir nicht darüber lachen könnten.“

Und keine Frage, diese Einstellung ist menschlich, sogar positiv-menschlich, sie verhindert Kriege, sie nimmt sich selbst nicht wichtig, sie ist sozusagen verzeihend, droht aber immer ins Ignorante abzustürzen.

Ein weiteres Paradox ergibt sich daraus: Dass man just jenen Institutionen, die man verachtet, als einzigen das Potential zur gesellschaftlichen Wandlung zutraut: Die Lehrer, also die institutionalisierten Arschlöcher der Nation, sollen sich um die ganztägige Erziehnung der Kinder samt Persönlichkeitsbildung kümmern, ein Arschloch von Lehrer soll mein Kind zu klein-Mozart machen;

die unbeweglichsten Institutionen sind ausgerechnet die Gewerkschaften, die ja eigentlich Revolutionäre von Berufs wegen sein sollten;

In jener Zeit der „großen Freiheit“ traut man sich kaum mehr, irgendeine eigenständige Aktion zu starten, weil man sonst gegen 50 000 Paragraphen verstößt (die man freilich alle nicht kennt) usw. usf.,

und über all dem thronen die farblosesten Politiker aller Zeiten.

Wozu schreib ich das? Das wissen wir doch schon allle! Weil: Wir sind abgeklärt! Wir wissen doch alle schon alles! Und ändern können wir doch nichts!

Aber interessant, wie über all dem der Duft der Kaffeehaus-Revolution liegt. Weil: Jedes Zeitalter trägt ja schon die Wurzel des Gegen-Zeitalters in sich.

Und zu guter Letzt: Das Zeitalter der Abklärung in der Religion.

Natürlich hat es die an Religion Desinteressierten immer schon gegeben. Neu ist allerdings, dass diese automatisch dem Agnostizismus zugeordnet werden bzw. einfach in diesen hineinfallen, während diese in früheren Zeiten doch oberflächlich-lustlos den katholischen Riten gefolgt sind.

Da wirkt unser Zeitalter ehrlicher. Ist es diesbezüglich wohl auch. Andererseits fällt aber immer wieder die atheistische Heldenpose auf, als ob es ein unfassbares Lebensrisiko wäre, sich heute zum Atheismus zu bekennen. Als ob der atheistische Geistesheld Leib und Leben in seiner zu 85% so wie er denkenden Gesellschaft riskieren würde, wenn er seine ach so total neuen Erkenntnisse über das flying Spaghetti-Monster und „42“ usw. vor seiner Gesellschaft nach dem dritten Mojito preisgibt. Tatsächlich ist es eher umgekehrt: Als Katholik riskiert man mehr, wenn man sich „outet“.

Ja, auch diese Ehrlichkeit ist kompensiert worden.

Tatsächlich ist den meisten Religion aber nur wurscht. Abgeklärt.

Andererseits auch wieder nicht. Da brökelt die Pose: Da scheint die Frage nach dem Höchsten immer noch interessant zu sein, denn kaum fängt man mit religiösen Themen an, hören 5 Leute gebannt zu. Es ist einfach nur so, dass die Agnostiker stilgebend geworden sind. Stil ist aber Oberfläche und drunter siehts ganz anders aus.

Ein Indiz dafür ist aufkommende Esoterik, die meistens wieder, ganz zeitkonform, in irgendeinem Wellness-Schas abgleitet. Logisch: Dinge wie „inneres Ringen“, „die Gottesgeburt im Seelengrund“, die „Kontemplation in der dunklen, der fürchterlichen Nacht“ sind dann doch zu straight.

 

so, das wollt ich Euch sagen, aber da könnte man noch lange drüber schreiben…..



28
Sep
10

vermischtes(2)

Verdächtig ruhig ist es um das Thema „Wirtschaft“ geworden.

Schweigen im Walde. Dabei ist noch gar nicht Weihnachten! (Wobei es gerade zu Weihnachten nicht ruhig ist in den Wäldern, da schreien, aus Nacht und Nebel, die brünftigen Hirsche heraus.)

Wir erinnern uns: Vor der Wirtschaftskrise haben die Neoliberalen versucht, ihre Ideologie auch als moralisch überlegen zu verkaufen: Die Manager hätten sich ihr Gehalt verdient, „weil sie soviel riskieren“,  „Gier ist gut“, Angebot und Nachfrage sei besser als jede Ethik, „Wer zahlt, schafft an“, usw usf….

Dann hat sich herausgestellt, dass die Manager tatsächlich viel riskieren, aber nicht mit ihrem eigenen Geld, sondern mit unserem. Gier ist doch nicht ganz so gut, und auch „Angebot und Nachfrage“ ist nicht der liebe Gott, sondern sondern ein massenpsychologisches Phänomen.

Jetzt weiß man schon, dass auch triebgesteuerte Massen irren können. Sie können in Panik geraten, und was dann kommt, lässt sich an jedem Stadion, in dem Feuer ausbricht, studieren: ALLE wollen sie flüchten, jeder ist sich selbst der nächste (Ich-AG!), und so trampelt einer den anderen tot. Weil jeder gleichzeitig und als erster durch den Ausgang will, ist selbiger verstopft, und NIEMAND kann sich retten. Siehe Wirtschaftskrise.

Ja, auch das ist die „unsichtbare Hand“. Eine Hand des Todes.

Nun wollen unsere lieben Vertreter der Hochfinanz ihre gewinnbringende Hand des Todes nicht verzichten, aber so öffentlich wie früher gehts halt nicht mehr. Man kann sich nicht mehr so gut wie früher als „moralische Autorität“ feiern lassen, weil man einfache Menschen um ihr Erspartes bringt, leider leider.

Also munkeln die feinen Herren im Dunkeln weiter, und scheuen das Licht der Öffentlichkeit.

……………………………

Das bringt uns zu der Sache, die ich in vermischtes(1) besprochen habe:

Also „Wirtschaftswissenschaft“ ist keine Wissenschaft, und jeder bringt seine Ideologie mit ein.

Aber, hab ich mir gedacht, das ist doch eigentlich auch gut! Denn: Dann kann auch ich und Du und überhaupt jeder seine Ideologie einbringen!

Da hat dann auf einmal Ethik seinen Platz. Da kommt man dann drauf, dass der geschleckte Wirtschafts-Schnösel eben keine Deutungshoheit auf Wirtschaft und Welt hat, sondern: Dass ich kraft meines Menschenverstandes diesen Wirtschafts-Kauderwelsch kritisch durchleuchten DARF und MUSS.

Das ist positiv! Lasst Euch von den selbstgefälligen „Wirtschafts-Experten“ nicht einschüchtern, wenn sie Euch wieder einmal einzureden versuchen, dass ihr von Wirtschaft „keine Ahnung“ hättet!

Das haben die auch nicht. Sonst hätten sie die Wirtschaftskrise kommen sehen.

20
Sep
10

Vermischtes (1)

Ja, wie das Herbstlaub so fällt und liegt,  einzeln, dann wieder verweht,

so scheint es auch an relevanten Themen nur Bruchstückhaftes zu geben….

bevor auch das verweht, schreib ichs lieber auf:

Die „Wirtschaftsexperten“ sind sich selbst bei grundlegenden Dingen uneinig: „Steuern rauf“ sagen die einen, „Steuern runter“ die anderen. Linke Ökonomen wie Stephan Schulmeister oder Markus Marterbauer sagen ganz andere Dinge, als zb. rechte Ökonomen wie Streissler oder Schellhorn.

Wie kann das sein? In der Quantenphysik zb. sind die Dinge durch Experiment, Beweis etc. festgestellt worden, die private Ideologie ist Privatsache. Offensichtlich ist Wirtschaftswissenschaft keine Wissenschaft, und die Lehrmeinung hängt stets von der persönlichen Befindlichkeit (habe ich gut gefrühstückt? hat mir meine Mama die Brust gegeben?) ab.

Da stellt sich die Frage: Wozu studiert man so was überhaupt? Was tun diese Typen in ihren Parkas und Ralph-Lauren-Pullis den ganzen Tag?

Aber gut, ein paar intelligente Wirtschaftler gibts auch (wahrscheinlich die, die erkennen, dass „Wirtschaftswissenschaft“ doch eher nur ein Handwerk ist, und darüber lachen können….).

…….

Jetzt war der Papst mal wieder wo.

Und mir geht dieses flache Gefasel sowohl der Atheisten als auch der Christen am….am…ja, wohin eigentlich?

Am Interessantesten war da noch ein Posting, der gemeint hat, er lässt die Kirche links stehen, und betet zu SEINEM Gott.

Ein anderer erwidert ihm, dass er dann Gefahr laufe, vom rechten Glauben abzukommen, usw. usf., weil er sich dann seinen Gott selber bastle.

Nur, denke ich mir: Ist es nicht Gott, der sich uns bastelt? Und wo tut er das? Zu Hause, in der Kirche? Hm.

Einerseits, denke ich mir: Stimmt, man braucht Kirche nicht. Gott bereitet sich den Menschen selber zu….und ganz ehrlich, wenn ich bei aller Unvollkommenheit schon weiter bin als mancher Kardinal (Sodano), dann bleib ich wirklich lieber allein (modernes Eremitentum?)

Andererseits: Da, in der Kirche, habe ich meine Brüder und Schestern, und ich denke mir, man kann Weihnachten nicht allein feiern. Und wenn man schon keine Meister findet, so doch Mitbetende, und die können einem auch helfen.

Aber diese Erfahrung kann wieder nur einer machen, dessen Gebetserfahrungen schon so weit sind, dass er sie formulieren kann – und damit anderen sagen….

Oh ja, da hat die Kirche Aufholbedarf…..

So also verfliegt das Laub, im Herbst, und dort hinten, im Eck, sammelt sichs manchmal.

12
Aug
10

sinus und cosinus

Vor etlichen Jahren, noch vor der schwarzblauen Regierung, hat ein „Presse“-Redakteur geschrieben, die Rechte hätte in den wirtschaftlichen Dingen recht behalten, mit ihrem Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft, usw, während die Linke den Kürzeren gezogen hätte, da das kommunistische System kollabiert wäre. So weit, so klar, und richtig.

Andererseits, so dieser Redakteur, hätte die Rechte die Schlacht um die Kultur verloren, welche widerum von den Linken gewonnen worden wäre. Auch klar.

Weit und breit war in der rechten Reichshälfte kein einziger bedeutender Schriftsteller, Regisseur oder Bildner zu orten, während die Linken so ziemlich alles versammelt haben, was Rang und Namen gehabt hat: Elfriede Jelinek, Thomas Bernhard, Kornelius Kolig, Peter Handke, Gert Jonke, Claus Peymann, Peter Turrini, Franz Innerhofer, Peter Haslinger, Michael Haneke, Alfred Dorfer, die Resitarits-Brüder, usw, usf.

Und was haben die Rechten dem entgegen zu setzen gehabt? Albert Fortell und Barbara Wussow. Na ja.

Die rechte „Kulturpolitik“ war überhaupt das dümmstmögliche braun-rassistische Geschwafel, während die Linke zb. mit van der Bellen und Christoph Chorherr intelligente, tatsächlich belesene Leute gehabt hat.

Kurz gesagt: Vor zehn Jahren war die Rechte wirtschaftlich oben und die Linke unten, kulturpolitisch war die Linke oben und die Rechte ganz unten.

Und wie siehts heute aus? Umgekehrt, würde ich sagen.

Während die Rechte wirtschaftlich ganz unten ist, (und teilweise sogar ins Gefängnis gehörte), gewinnt sie kulturell an Boden (freilich nur außerhalb der Stracho-Sphäre). Die Linke hingegen erweist sich als einzige Wirtschaftsalternative nach dem Scheitern des Neoliberalismus (oder, besser gesagt, nach der Enttarnung des Neoliberalismus als verbrecherische Ideologie), während die Kunst einerseits entpolitisiert dasteht, und die linke „Kulturpolitik“ in heftigster Talfahrt tausendfältiger Peinlichkeiten begriffen ist. Ich sage vorerst nur das Wort „Gender“.

Freilich ist das Wörtchen Umgekehrt in diesem Kontext nicht ganz richtig; die Linke und die Rechte haben nicht einfach die Plätze getauscht, zudem möchte ich anmerken, dass die Linke immer noch in Durchschnitt und Summe der Rechten um Häuser überlegen ist.

Dass wir aber gegenläufige Tendenzen finden, ist eindeutig; die, die oben sind, fallen runter, und die Unteren kraxeln hinauf (so ungefähr, halt).

Und solche gegenläufigen Entwicklungen lassen sich sehr schön mit Sinus- und Cosinus-Kurven beschreiben: Während die Linke oben ist, ist die Rechte unten, und umgekehrt.

Die Sinuskurve des Neoliberalismus darf als bekannt vorausgesetzt werden:

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus waren sie alle ganz geil  darauf, jetzt endlich „reine Marktwirtschaft“ praktizieren zu können. Ein Höhepunkt waren die frühen 2000er-Jahre, als jeder, der diesen Wahnsinn kritisiert hat, sofort als „Kryptokommunist“ etc. denunziert war. Seit dem Zusammenbruch befindet sich die Ideologie des Neoliberalismus in steilem Sinkflug, freilich nur die Ideologie, und nicht die Praxis. Denn ungeniert macht die Hochfinanz mit ihrem verbrecherischen Tun weiter. Allerdings kann sie es nicht mehr hinter einer schöngeistigen  Maske tarnen. Die Fratze dieser Ideologie liegt offen zutage.

Also: Ganz unten ist der Neoliberalismus keineswegs, wohl aber im Sinkflug.  Wenigstens ideologisch ist er dort, wo er hingehört: Im Orsch.

Na und gleichzeitig sind die linken Wirtschaftsideen ganz oben. Auch logisch.

Und mit der „Kulturkurve“ ist es umgekehrt.

Die Linke war in den frühen (schwarzblauen) 2000er Jahren ganz oben, als sie das Gegengewicht zum dumpfen Rassismus nach Haider-Manier gebildet hat. Das war ja wirklich nicht auszuhalten: „Der SS gebührt alle Ehre“ (Zitat Haider).

Aber die Dinge haben sich verschoben, und die Borniertheit der linken Kultur- insbesondere der Ausländerpolitik wird immer offensichtlicher.

Jede Kultur hat eine niederträchtige und provinzielle Seite, und dank der guten literarischen Aufarbeitung sollte das niemandem klarer sein als einem Österreicher. Am ach so idyllischen Land herrschen Oberflächlichkeit, Geschmack- und Geistlosigkeit, Niedertracht und Primitivität. Durch Erziehung wird diese Unkultur von Generation zu Generation tradiert.

Mit einem solchen Statemant wird zb. ein militanter Grüner überhaupt kein Problem haben. Schließlich hat er Thomas Bernhard gelesen.

Wenn ich nun aber sage, dass es eine solche niederträchtig- provinzielle Kultur auch in arabisch-islamischen Ländern gibt, und dass wir uns eben die schlimmsten dieser Provinzler ins Land geholt haben, wird mir derselbe Grüne „RASSIST!“ ins Gesicht brüllen.

Tja, und das ist eines der momentanen Grün-Probleme. Sie reden sich den radikalsten Islamismus schön, sie halten die österreichische Islamische Glaubengemeinschaft (IGGIÖ) für „gemäßigt“, und dass es sowas gibt wie niederträchtige Araber, darf nicht einmal gedacht werden. Da ist die Cosinus-Kulturkurve stark im Sinkflug und bedarf des rechten Korrektivs.

Ein Erfahrungsbericht: Ich arbeite mit einem Araber zusammen. Dieser kann nichts, tut nichts, ist dafür aber extrem präpotent. Natürlich ist er der Meinung, die Welt sollte vom Islam beherrscht werden. Irgendwann wird sein Nichts-Können so arg, dass man es ihm sagen muß. Jetzt reagiert er extrem beleidigt, und natürlich sind alle anderen schuld, nur nicht er.

Ich denke mir: „Na ja, ein Araber, der zufällig eben auch deppert ist. Kann passieren.“ Dann der nächste Araber. Kann nichts, tut nichts, will dauernd eine Extrawurst gebraten haben (für die bundesdeutschen Leser: Er verlangt nach einer ihn bevorzugenden Sonderbehandlung), und als er das nicht bekommt, wird er extrem beleidigt, und sagt, wir seien alle Rassisten. Ich denke mir: “  Na ja, ein Araber, der zufällig eben auch deppert ist. Kann passieren.“ Dann wieder ein Araber. Wieder dasselbe. Und wieder ein Araber. Und wieder dasselbe. Und irgendwann, nach dem 10. Araber, denke ich mir: Das kann kein Zufall mehr sein. Das hat System.

Ja, natürlich hat es System: Der Großteil der Araber wird zu extremer Präpotenz erzogen, ganz in provinzieller Manier. Sie sind der festen Überzeugung, etwas besseres zu sein und ergo nichts arbeiten und nichts können zu müssen. Abgesehen davon scheint es sowieso einfach eine Ehrensache zu sein, die Scheiß-Christen in Europa Orsch zu machen. Und wenn die Europäer dann, in ihrer Gutmütigkeit, Vergünstigungen ohne Ende gewähren, fühlen sie sich in ihrer Präpotenz auch noch bestätigt. Unter der Hand sagt das jeder, weiß das jeder, nur öffentlich traut sich das keiner sagen, weil jeder vor dem Brüller: „RASSIST!“ Angst hat.

Aber es ist eben nicht rassistisch, sondern einfach nur die Wahrheit.

Rassistisch wäre es, würde ich sagen: „Es liegt den Arabern im Blut, präpotent zu sein, sie sind schon so auf die Welt gekommen, und daher können sie sich nicht ändern.“ Aber das sage ich EBEN NICHT. Sondern ich sage, sie sind zur Präpotenz ERZOGEN worden, und diese Erziehung wird munter tradiert. Eine Erziehung aber kann man mit Intellektualität und Geistesstärke hinter sich lassen, und damit auch Niedertracht und die Präpotenz . Und so habe ich denn auch unter den 20 Arabern zwei grundvernünftige kennen gelernt, die mir übrigens auch das hier Gesagte zu 100% bestätigt haben.

Es ist eben dasselbe wie mit der österreichischen Provinz. Die meisten verharren in ihrer anerzogenen Niedertracht, und wenige brechen aus.

Und wie die meisten Österreicher kurz nach dem Weltkrieg ihr „liabes Österreich“ schöngeredet, und den Nationalsozialismus heruntergespielt haben, und eben dadurch ein Verbrechen begangen haben, so begehen die militanten Grünen ein Verbrechen, wenn sie den radikalen Islamismus und die Niedertracht, die eben auch in arabischen Ländern existiert, schönreden.

Sie spielen damit genau den Falschen in die Hände. Kulturkurve: Ganz unten.

Hierzu muß aber aber auch gesagt werden, dass die Grünen fähige Leute wie den Efgani Dönmez haben, die sehr wohl zu differenzieren verstehen. Der zum Beispiel sagt, dass der IGGIÖ eine autoritäre Organisation ist.

Na und was ist passiert? Leute wie Alev Korun (eine „Genderwissenschaftlerin“, das sagt eh schon alles) haben ihm „Islamophobie“ vorgeworfen!! Dabei ist Dönmez selbst alevitischer Moslem!!!  Strunzdumm ist ein Hilfsausdruck. Aber echt.

A propos: Dieser Schas-Feminismus mit seiner „Genderwissenschaft“ wird sowieso in zwanzig Jahren tot sein. „Genderwissenschaft„: Eine Pseudowissenschaft, bei der alle „Untersuchungsergebnisse“ im Vorhinein feststehen müssen, nämlich, dass Frauen viel besser sind als Männer. Lässt sich trotz gründlichster Türkung der Statistiken jenes gewünschte Resultat nicht nachweisen, so liegt die Ursache darin, dass die Männer die Frauen in ihren Talenten brutal unterdrücken. Sind aber Frauen irgend worin besser, ist freilich auch klar, warum: Weil Frauen viel talentierter sind.

Dass es viellicht auch umgekehrt sein könnte, nämlich dass, zb. in der Schule, die Talente der Buben brutal unterdrückt werden, sie aber in Physik und Mathematik viel talentierter sind: Hohoooo! Chauvinismus-Alarm! Na ja, zum Glück gibts die feministische Pädagogik, die die „Genderwissenschaft“ vollinhaltlich unterstützt. Das ist ungefähr so, als würde man den Papst für unfehlbar halten, weil es ihm die Kardinalskurie bestätigt hat. Haha.

Ja, so ist das mit Sinus und Cosinus.

Stellt sich eine Frage: Können wir aus dem ewigen Auf- und Abschwingen einen Aufschwung machen, eine Exponantialfunktion?

Nichts leichter als das: Gemäß der Formel

exp(ix) = cos(x) + i sin(x),

müssen wir nur je eine linke und eine rechte Schwingung addieren, unter Berücksichtigung der Zahl i. Da liegt ein kleines Problem, weil: i kann sich keiner vorstellen. i x i ist nämlich gleich  -1.

Und dann noch ein Problem: der eigentliche Aufschwung ist exp(x). Was ist dann exp(ix)? Der Aufschwung der superwahnsinnigen Genie-Idioten? Die Existenz der extrem genialen Trottel? Da hats bis jetzt nur einen gegeben:

ANTON BRUCKNER!


amen.

28
Jul
10

Ja, wenn ich das gewusst hätte

Wir schreiben den tiefsten Sommer.

Das heißt, dass sogar schon der Hitzewelle fad ist, und jetzt lassts der Himmel einmal regnen, einfach so, einmal frischts auf, dann wieder nicht, aber richtig heiß ist es auch nicht.  Fad halt.

Man könnte sagen, sogar die sengende Hitze hat Sommerpause.  Die Straßen sind leer, die Autos sind weg, und wenn jetzt vom Himmel statt der „Pastorale“ (6. Beethoven) irgendeine unverbindliche Lounge-Musik dudeln würde, wäre die Sache klar: Sommer, tiefer Sommer (Jetzt wars gerade stockfinster, ein Gewitter?, da schau ich wieder hinaus, und es hat wieder „aufgeklart“).

Wozu schreib ich das?

Also wir schreiben den Sommer 2010.

Das heisst: Vor 65 Jahren hat man den Sommer 1945 geschrieben. Vermutlich hat’s auch irgendein so – lala-Wetter gehabt. Der Weltkrieg war seit Mai vorbei (das reimt sich! sehr schön!), und Österreich war weitgehend zerstört. Millionen Tote, zerbombte Städte, hunderttausende vernichtete Juden (alleine in Österreich).

Wissen wir schon. Weiß ich auch schon.

Was ich aber bis vor einiger Zeit nicht gewußt habe: Wie war es möglich, dass ein solches Gesocks von Verbrechern, Psychopathen, Opportunisten, geldgierigen Schleimern und Idioten an die Macht kommen konnte? Ein Nazi-Pack, das ganz Europa in Trümmern zurückgelassen hat?

Ich war ja gottseidank nicht dabei. Und hat man jemanden aus dieser Generation befragt, hat man praktisch immer:

Ja, wenn ich das gewußt hätte„,

gehört.

Einerseits habe ich den Zeitzeugen geglaubt, „dass sie nichts gewußt haben“, andererseits aber nicht verstanden, warum andere eben doch mitbekommen haben, was da vor sich gegangen ist. Die sehr wohl gewußt haben, welche Katastrophe da auf sie zukommt.

Und dann ist die ÖVP-FPÖ- Regierung gekommen. Die Schüssel-Haider Regierung.

Wir haben dieser Regierung zuschauen können, wie sie die Irrlehre des Neoliberalismus zur höchsten Blüte getrieben hat. Wie die Gier zur höchsten aller Tugenden ernannt worden ist. Wie man den Wirtschafts-Anarchismus als „Weg der Mitte“ gepriesen hat. Wie man größte Unmenschlichkeit praktiziert und als „Realismus“ verkauft hat. Es war alles ganz offensichtlich.

Wir haben zuschauen können, wie Menschen mit Gewissen als „Nestbeschmutzer“ und „Vaterlandsverräter“ denunziert worden sind. Wie man vermittels der Trotz-Reaktion auf die EU-Sanktionen Österreich meinungsmäßig gleichgeschaltet hat, „mir san mir!„.

Wir haben zuschauen können, wie diese Regierung die erst die Universitäten, und dann das gesamte Geistesleben vernichtet hat. Wie ein gewisser Herr Grasser Staatseigentum weit unter Wert verschachert, und seinen Freunderln (und sich selbst?) österreichisches Steuergeld in den Arsch gesteckt hat. Es war alles gut zu beobachten.

Wir haben ihm bei seinen Finanzverbrechen zuschauen können. Es war alles sonnenklar.

Wir haben erlebt, wie sich der Wirtschafts-Anarchismus auf eine Abgrund zumanövriert hat, wie sich der Neoliberalismus ein immer monströseres Rechtfertigungskonstrukt gezimmert hat, das schließlich endgültig in den Bereich des Scientology-esoterischen abgerutscht ist, nach dem Motto: „bist-du reich-hast-du erfolg-bist-du-glücklich-heißt-du-jesus“, wie das ICH zur ICH-AG degradiert wurde usw. Ich möchte auf diesen Scheißdreck gar nicht näher eingehen. Es IST klar und es WAR klar.

Wir haben erlebt, wie Unmenschlichkeiten wie „all inclusive-Verträge“ zum Normalfall geworden sind, und wie die Hochfinanz zu einem dreckigen Wettbüro verkommen ist. Es war alles offenbar.

Wir haben erlebt, wie man von uns gefordert hat, wir müßten so billig arbeiten wie die Inder, wir müssten gefälligst auch so billig leben.

Und wie die Blase geplatzt ist.

Und aufeinmal sind wir vor den Trümmern der schwarzblauen Koalition gestanden, waren die Banken Sozialhilfeempfänger (die dürfen, ja!), und auch Großbürger waren um ein paar hunderttausend Euro ärmer. Die Kleinen hats sowieso erwischt. Das Vermögen war umverteilt.

Von überall nach ganz oben.

Ja, wenn ich das gewußt hätte!„,

hören wir nun den braven Großbürger seufzen,

Ja, wenn ich das gewußt hätte!„,

raunt die distinguierte alte Dame,

Ja, wenn ich das gewußt hätte!„,

sagt der Durchschnittsmeier,

Ja, wenn ich das gewußt hätte!„,

grunzt der Gemeindebau-Bewohner draußen in Floridsdorf,

Ja, wenn ich das gewußt hätte!„,

näselt der hoffnungsvolle Jungschnösel.

Ohne die ÖVP-FPÖ-Regierung unter Schüssel, Haider, Grasser, Westenthaler, Gehrer, Strasser, Meischberger und Konsorten auch nur im geringsten mit der NSDAP vergleichen zu wollen,

weiß ich jetzt, wie es möglich ist, dass ein solches Gesocks von Verbrechern, Psychopathen, Opportunisten, geldgierigen Schleimern und Idioten an die Macht kommen kann.

Weil die meisten Menschen aus dem, was sie sehen, und aus dem, was ganz offensichtlich ist, keine Konsequenzen ziehen.

Weil sie Halbaffen sind, die eins und eins nicht zusammenzählen können oder wollen.

Weil sie zu stolz sind, um ihre Irrtümer einzugestehen.

Weil diese Halbaffen ihr Langzeitgedächtnis ausschalten, um die großen häßlichen Zusammenhänge nicht sehen zu müssen, und das Offensichtliche verdrängen.

Weil sie ihre „Ethik“ aus Wirtschaftsratgebern wie „Mit Jesus zum Erfolg“ und Kronen Zeitung beziehen, anstatt Meister Eckhart oder Johannes vom Kreuz zu lesen.

Und weil es immer noch Vollaffen gibt, die den ÖVP-FPÖ-Neoliberalismus-Scheißdreck immer noch glauben.

Die Menschen werden sich nicht ändern.

Es ist Sommer.

Die Sonne scheint gerade einmal wieder.