Archive for the 'Wirtschaft' Category

14
Feb
11

zeitalter der abklärung? (2)

So, hier also die Fortsetzung.

Wir befinden uns, wie ich glaube, im Zeitalter der Abklärung.

Einige Merkmale: Wir lassen uns nicht mehr provozieren. Im Umkehrschluß regiert allerdings die Abstumpfung und die Ignoranz.

Die Vernunft nimmt zwar einen einerseits allherrschenden Stellenwert ein, andererseits sind die Menschen deswegen nicht vernünftiger, als zu anderen Zeiten. Vielmehr scheint es sich um einen Religions-Ersatz zu handeln, in dem Sinn, dass Vernunft etwas für Spezialisten sei, und diese haben sich um das Funktionieren der Welt zu kümmern. Und damit eben jenen Stellenwert einnimmt, den zuvor die Religion innehatte.

Damit zur nächsten Wurzel dieses Zeitalters, der Wissenschaft:

Keine Frage, die Wissenschaft befindet sich auf einer Hochblüte. (Fast) nichts ist in den letzten 1000 Jahren verloren gegengen, viel hingegen wurde entdeckt. Keine Frage, dass das einer der Hauptmotoren für die Herrschaft der Vernunft wurde.

Eines allerdings ist dadurch verloren gegangen: Der Begriff der Intuition. Das Erfassen des über der Vernunft stehenden.

Und so sind es nun die Wissenschafter, die uns das Über-vernünftige auch gleich zu erklären versuchen: Ein Dieter Hattrupp leitet aus der Quantenphysik eine mystische Schau Gottes ab, was ja so weit legitim ist, allerdings kommt er immer einem Gottesbeweis gefährlich nahe. Nur funktionieren Gottesbeweise zwangsläufig nicht, da sich Gott (seine Existenz einmal vorausgesetzt) nicht in irgendeiner Kategorie oder Wissenschaft einfangen lässt.

Ausserdem müßte ein Gottesbeweis wohl sehr kompliziert sein: Damit hätten aber hochintelligente einen klaren Vorteil bei der Gotteserkenntnis. Intelligente wären heiliger als Dumme. Und das trifft nicht zu, das widerspricht der göttlichen Gerechtigkeit.

Legitim ist, aus der Betrachtung der Schönheiten der Natur, dazu gehört auch die kosmische Natur mit Quantenphysik und Relativitätstheorie, eine persönliche Schau Gottes zu suchen, nicht legitim ist es, wie es Hattrupp zeitweise vornimmt, über Vernunft-Spielereien Gott allgemeingültig herbeizwingen zu wollen. Damit wird die innere Freiheit beschränkt, und die höchste Schau auf jeweils ein Fachgebiet begrenzt. Mystik für arme, sozusagen.

Dasselbe in grün finden wir freilich auch bei den Atheisten, vor allem bei den Biologen. Diese wiederum glauben, über die Evolutionstheorie die Nicht-Existenz Gottes bewiesen zu haben. Zwei Namen fallen mir dazu ein: Richard Dawkins, ein Genetiker, und Renee Schröder, natürlich auch im molekular-biologischen Feld tätig.

Im Brustton der Überzeugung nutzen sie ihre wissenschaftliche Reputation, um metaphysische Weisheiten, in jenem Fall: die Nicht-Existenz Gottes zu verkünden, und jeden für blöd zu erklären, der ihrer Lehre nicht folgt. Ein klarer Fall von Kompetenzüberschreitung. Dauernd ist hier von biologistischem Zufall die Rede, ohne eine Begriffserklärung durchzuführen. Andererseits seien die Ergebnisse der Evolution statistisch determiniert, also brauche man keinen Gott.

Nur: Erstens versucht kein vernünftiger Mystiker, Gott zu beweisen, schon gar nicht in der Biologie. Ausserdem kommt in der Statistik der Evolution der Begriff „Zufall“ eben wieder vor, und hinter „Zufall“ kann sowohl ein systematisches Unwissen stecken, als auch eine tatsächliche Indeterminiertheit (siehe Quantenphysik). Hier wäre tatsächlich Platz für ein Wirken Gottes. Die Betonung liegt auf „wäre“, denn ob da, im Raume das Zufalls, Gott tatsächlich wirkt oder nicht, bleibt weiterhin offen.

Wir wissen es nicht. Hattrupp weiß es nicht, und Schröder weiß es nicht.

Oder, wie es im Buch Kohelet heißt: „Es gibt keinen Vorteil unter der Sonne.“ (Koh, 2, 12)

Aber vielleicht ist das gar nicht die Frage, um dem Zeitalter der Abklärung näher zu kommen. Ein Fachmann steht ja, in seinem Fach, über seiner Zeit (aber auch nur dort).

Interessant ist vielmehr, dass auch, und gerade, Gottes-Diskussionen unter einfachen Menschen immer irgendwann ins Wissenschaftliche abdriften. a manifestiert sich die Abklärung: Vernunft statt Intuition, im übrigen ist Religion Sache der Spezialisten. Die Masse sieht sich als agnostisch.

Damit zur letzten Wurzel der Abklärung: Der Wirtschaft.

Während der abklärerische Mensch im Allgemeinen die Sicherheit sucht, und zwar die absolute Sicherheit, scheint in der Wirtschaft das resignative Element den Vorzug haben.

Einerseits wird das Leben im rechtlichen Bereich bis ins Kleinste und Absurdeste durchreglementiert; das geht so weit, dass man in der Pädagogik „Kreativität“ zu definieren versucht, was natürlich total in die Hose geht. Getreulich dem Motto: Pseudo-Vernunft statt Intuition.

Andererseits herrscht in der Wirtschaft Anarchie. Näheres zu sagen erspar ich mir, das ist hier schon geschehen. Interessant aber der Stehsatz: „Da kann man nichts machen“. Typisch Abklärerisch.

Da trifft sich die Abklärung in der Politik. Wo kein Politiker mehr für irgendetwas steht, haben wir die Wahlmöglichkiet verloren. „Ich wähle das kleinste Übel“. Abklärerischer geht es nicht mehr.

Es soll einmal Zeiten gegeben haben, da sich Politiker aus Interessengruppen rekrutierten. Die gewußt haben, was sie für ihre  Gruppe wollen. Die klare Ziele formulieren konnten.

Heute suchen sich Politiker ihre Zielgruppen aus; vorzugsweise die stärksten (zb. den Pöbel oder die Pensionisten). Das bringt Wählerstimmen. Sie identifizieren sich nicht mehr im geringsten mit den von ihnen Vertretenen. So werden keine Interessen mehr formuliert, sondern dem Volke eingeredet, wofür es sich zu interessieren habe. (Vorzugsweise für Tigerbabies und Folterstrafen für Drogendealer).

Kein Wunder: Das Zeitalter der Abklärung hat keine Ziele mehr.

Mit der Konsequenz, dass der Demos, das mündige Volk, zum Ochlos wird, zum Pöbel.

Die Demokratie, die Herrschaft des mündigen Volkes, regrediert zur Ochlokratie, der Herrschat des Pöbels- der freilich gesteuert werden kann.

Es ist beschämend für unsere „Eliten“, dass sie die Entwicklung des Demos längst aufgegeben haben.

Es ist zwar richtig, dass es immer willenlose Massen geben wird. Aber es liegt an den „Eliten“, jene Masse möglichst gering zu halten, und so viele Menschen wie möglich der Mündigkeit, also dem Demos,  zuzuführen.

Da aber die meisten der selbsternannten Eliten nur dumpfe Kinder ihrer Zeit sind, vermögen sie ihr menschenverachtendes Bild nicht mehr zu hinterfragen. Dass ein dummer „unvernünftiger“ Mensch, der aber die Liebe (also: den Hl. Geist) in sich hat, mehr wert ist, als ein kalter Intellektueller, passt nicht in das selbstherrliche Bild der Ober-Abklärer. Das würde nicht in das Bild einer welt-beherrschenden Kaltschnäuzigkeit passen.

Da will auch ich lieber ein Narr sein, aus Solidarität ein Behinderter, ein Krüppel, ein Armer, ein Dummer:

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.
Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

 

20
Sep
10

Vermischtes (1)

Ja, wie das Herbstlaub so fällt und liegt,  einzeln, dann wieder verweht,

so scheint es auch an relevanten Themen nur Bruchstückhaftes zu geben….

bevor auch das verweht, schreib ichs lieber auf:

Die „Wirtschaftsexperten“ sind sich selbst bei grundlegenden Dingen uneinig: „Steuern rauf“ sagen die einen, „Steuern runter“ die anderen. Linke Ökonomen wie Stephan Schulmeister oder Markus Marterbauer sagen ganz andere Dinge, als zb. rechte Ökonomen wie Streissler oder Schellhorn.

Wie kann das sein? In der Quantenphysik zb. sind die Dinge durch Experiment, Beweis etc. festgestellt worden, die private Ideologie ist Privatsache. Offensichtlich ist Wirtschaftswissenschaft keine Wissenschaft, und die Lehrmeinung hängt stets von der persönlichen Befindlichkeit (habe ich gut gefrühstückt? hat mir meine Mama die Brust gegeben?) ab.

Da stellt sich die Frage: Wozu studiert man so was überhaupt? Was tun diese Typen in ihren Parkas und Ralph-Lauren-Pullis den ganzen Tag?

Aber gut, ein paar intelligente Wirtschaftler gibts auch (wahrscheinlich die, die erkennen, dass „Wirtschaftswissenschaft“ doch eher nur ein Handwerk ist, und darüber lachen können….).

…….

Jetzt war der Papst mal wieder wo.

Und mir geht dieses flache Gefasel sowohl der Atheisten als auch der Christen am….am…ja, wohin eigentlich?

Am Interessantesten war da noch ein Posting, der gemeint hat, er lässt die Kirche links stehen, und betet zu SEINEM Gott.

Ein anderer erwidert ihm, dass er dann Gefahr laufe, vom rechten Glauben abzukommen, usw. usf., weil er sich dann seinen Gott selber bastle.

Nur, denke ich mir: Ist es nicht Gott, der sich uns bastelt? Und wo tut er das? Zu Hause, in der Kirche? Hm.

Einerseits, denke ich mir: Stimmt, man braucht Kirche nicht. Gott bereitet sich den Menschen selber zu….und ganz ehrlich, wenn ich bei aller Unvollkommenheit schon weiter bin als mancher Kardinal (Sodano), dann bleib ich wirklich lieber allein (modernes Eremitentum?)

Andererseits: Da, in der Kirche, habe ich meine Brüder und Schestern, und ich denke mir, man kann Weihnachten nicht allein feiern. Und wenn man schon keine Meister findet, so doch Mitbetende, und die können einem auch helfen.

Aber diese Erfahrung kann wieder nur einer machen, dessen Gebetserfahrungen schon so weit sind, dass er sie formulieren kann – und damit anderen sagen….

Oh ja, da hat die Kirche Aufholbedarf…..

So also verfliegt das Laub, im Herbst, und dort hinten, im Eck, sammelt sichs manchmal.

12
Aug
10

sinus und cosinus

Vor etlichen Jahren, noch vor der schwarzblauen Regierung, hat ein „Presse“-Redakteur geschrieben, die Rechte hätte in den wirtschaftlichen Dingen recht behalten, mit ihrem Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft, usw, während die Linke den Kürzeren gezogen hätte, da das kommunistische System kollabiert wäre. So weit, so klar, und richtig.

Andererseits, so dieser Redakteur, hätte die Rechte die Schlacht um die Kultur verloren, welche widerum von den Linken gewonnen worden wäre. Auch klar.

Weit und breit war in der rechten Reichshälfte kein einziger bedeutender Schriftsteller, Regisseur oder Bildner zu orten, während die Linken so ziemlich alles versammelt haben, was Rang und Namen gehabt hat: Elfriede Jelinek, Thomas Bernhard, Kornelius Kolig, Peter Handke, Gert Jonke, Claus Peymann, Peter Turrini, Franz Innerhofer, Peter Haslinger, Michael Haneke, Alfred Dorfer, die Resitarits-Brüder, usw, usf.

Und was haben die Rechten dem entgegen zu setzen gehabt? Albert Fortell und Barbara Wussow. Na ja.

Die rechte „Kulturpolitik“ war überhaupt das dümmstmögliche braun-rassistische Geschwafel, während die Linke zb. mit van der Bellen und Christoph Chorherr intelligente, tatsächlich belesene Leute gehabt hat.

Kurz gesagt: Vor zehn Jahren war die Rechte wirtschaftlich oben und die Linke unten, kulturpolitisch war die Linke oben und die Rechte ganz unten.

Und wie siehts heute aus? Umgekehrt, würde ich sagen.

Während die Rechte wirtschaftlich ganz unten ist, (und teilweise sogar ins Gefängnis gehörte), gewinnt sie kulturell an Boden (freilich nur außerhalb der Stracho-Sphäre). Die Linke hingegen erweist sich als einzige Wirtschaftsalternative nach dem Scheitern des Neoliberalismus (oder, besser gesagt, nach der Enttarnung des Neoliberalismus als verbrecherische Ideologie), während die Kunst einerseits entpolitisiert dasteht, und die linke „Kulturpolitik“ in heftigster Talfahrt tausendfältiger Peinlichkeiten begriffen ist. Ich sage vorerst nur das Wort „Gender“.

Freilich ist das Wörtchen Umgekehrt in diesem Kontext nicht ganz richtig; die Linke und die Rechte haben nicht einfach die Plätze getauscht, zudem möchte ich anmerken, dass die Linke immer noch in Durchschnitt und Summe der Rechten um Häuser überlegen ist.

Dass wir aber gegenläufige Tendenzen finden, ist eindeutig; die, die oben sind, fallen runter, und die Unteren kraxeln hinauf (so ungefähr, halt).

Und solche gegenläufigen Entwicklungen lassen sich sehr schön mit Sinus- und Cosinus-Kurven beschreiben: Während die Linke oben ist, ist die Rechte unten, und umgekehrt.

Die Sinuskurve des Neoliberalismus darf als bekannt vorausgesetzt werden:

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus waren sie alle ganz geil  darauf, jetzt endlich „reine Marktwirtschaft“ praktizieren zu können. Ein Höhepunkt waren die frühen 2000er-Jahre, als jeder, der diesen Wahnsinn kritisiert hat, sofort als „Kryptokommunist“ etc. denunziert war. Seit dem Zusammenbruch befindet sich die Ideologie des Neoliberalismus in steilem Sinkflug, freilich nur die Ideologie, und nicht die Praxis. Denn ungeniert macht die Hochfinanz mit ihrem verbrecherischen Tun weiter. Allerdings kann sie es nicht mehr hinter einer schöngeistigen  Maske tarnen. Die Fratze dieser Ideologie liegt offen zutage.

Also: Ganz unten ist der Neoliberalismus keineswegs, wohl aber im Sinkflug.  Wenigstens ideologisch ist er dort, wo er hingehört: Im Orsch.

Na und gleichzeitig sind die linken Wirtschaftsideen ganz oben. Auch logisch.

Und mit der „Kulturkurve“ ist es umgekehrt.

Die Linke war in den frühen (schwarzblauen) 2000er Jahren ganz oben, als sie das Gegengewicht zum dumpfen Rassismus nach Haider-Manier gebildet hat. Das war ja wirklich nicht auszuhalten: „Der SS gebührt alle Ehre“ (Zitat Haider).

Aber die Dinge haben sich verschoben, und die Borniertheit der linken Kultur- insbesondere der Ausländerpolitik wird immer offensichtlicher.

Jede Kultur hat eine niederträchtige und provinzielle Seite, und dank der guten literarischen Aufarbeitung sollte das niemandem klarer sein als einem Österreicher. Am ach so idyllischen Land herrschen Oberflächlichkeit, Geschmack- und Geistlosigkeit, Niedertracht und Primitivität. Durch Erziehung wird diese Unkultur von Generation zu Generation tradiert.

Mit einem solchen Statemant wird zb. ein militanter Grüner überhaupt kein Problem haben. Schließlich hat er Thomas Bernhard gelesen.

Wenn ich nun aber sage, dass es eine solche niederträchtig- provinzielle Kultur auch in arabisch-islamischen Ländern gibt, und dass wir uns eben die schlimmsten dieser Provinzler ins Land geholt haben, wird mir derselbe Grüne „RASSIST!“ ins Gesicht brüllen.

Tja, und das ist eines der momentanen Grün-Probleme. Sie reden sich den radikalsten Islamismus schön, sie halten die österreichische Islamische Glaubengemeinschaft (IGGIÖ) für „gemäßigt“, und dass es sowas gibt wie niederträchtige Araber, darf nicht einmal gedacht werden. Da ist die Cosinus-Kulturkurve stark im Sinkflug und bedarf des rechten Korrektivs.

Ein Erfahrungsbericht: Ich arbeite mit einem Araber zusammen. Dieser kann nichts, tut nichts, ist dafür aber extrem präpotent. Natürlich ist er der Meinung, die Welt sollte vom Islam beherrscht werden. Irgendwann wird sein Nichts-Können so arg, dass man es ihm sagen muß. Jetzt reagiert er extrem beleidigt, und natürlich sind alle anderen schuld, nur nicht er.

Ich denke mir: „Na ja, ein Araber, der zufällig eben auch deppert ist. Kann passieren.“ Dann der nächste Araber. Kann nichts, tut nichts, will dauernd eine Extrawurst gebraten haben (für die bundesdeutschen Leser: Er verlangt nach einer ihn bevorzugenden Sonderbehandlung), und als er das nicht bekommt, wird er extrem beleidigt, und sagt, wir seien alle Rassisten. Ich denke mir: “  Na ja, ein Araber, der zufällig eben auch deppert ist. Kann passieren.“ Dann wieder ein Araber. Wieder dasselbe. Und wieder ein Araber. Und wieder dasselbe. Und irgendwann, nach dem 10. Araber, denke ich mir: Das kann kein Zufall mehr sein. Das hat System.

Ja, natürlich hat es System: Der Großteil der Araber wird zu extremer Präpotenz erzogen, ganz in provinzieller Manier. Sie sind der festen Überzeugung, etwas besseres zu sein und ergo nichts arbeiten und nichts können zu müssen. Abgesehen davon scheint es sowieso einfach eine Ehrensache zu sein, die Scheiß-Christen in Europa Orsch zu machen. Und wenn die Europäer dann, in ihrer Gutmütigkeit, Vergünstigungen ohne Ende gewähren, fühlen sie sich in ihrer Präpotenz auch noch bestätigt. Unter der Hand sagt das jeder, weiß das jeder, nur öffentlich traut sich das keiner sagen, weil jeder vor dem Brüller: „RASSIST!“ Angst hat.

Aber es ist eben nicht rassistisch, sondern einfach nur die Wahrheit.

Rassistisch wäre es, würde ich sagen: „Es liegt den Arabern im Blut, präpotent zu sein, sie sind schon so auf die Welt gekommen, und daher können sie sich nicht ändern.“ Aber das sage ich EBEN NICHT. Sondern ich sage, sie sind zur Präpotenz ERZOGEN worden, und diese Erziehung wird munter tradiert. Eine Erziehung aber kann man mit Intellektualität und Geistesstärke hinter sich lassen, und damit auch Niedertracht und die Präpotenz . Und so habe ich denn auch unter den 20 Arabern zwei grundvernünftige kennen gelernt, die mir übrigens auch das hier Gesagte zu 100% bestätigt haben.

Es ist eben dasselbe wie mit der österreichischen Provinz. Die meisten verharren in ihrer anerzogenen Niedertracht, und wenige brechen aus.

Und wie die meisten Österreicher kurz nach dem Weltkrieg ihr „liabes Österreich“ schöngeredet, und den Nationalsozialismus heruntergespielt haben, und eben dadurch ein Verbrechen begangen haben, so begehen die militanten Grünen ein Verbrechen, wenn sie den radikalen Islamismus und die Niedertracht, die eben auch in arabischen Ländern existiert, schönreden.

Sie spielen damit genau den Falschen in die Hände. Kulturkurve: Ganz unten.

Hierzu muß aber aber auch gesagt werden, dass die Grünen fähige Leute wie den Efgani Dönmez haben, die sehr wohl zu differenzieren verstehen. Der zum Beispiel sagt, dass der IGGIÖ eine autoritäre Organisation ist.

Na und was ist passiert? Leute wie Alev Korun (eine „Genderwissenschaftlerin“, das sagt eh schon alles) haben ihm „Islamophobie“ vorgeworfen!! Dabei ist Dönmez selbst alevitischer Moslem!!!  Strunzdumm ist ein Hilfsausdruck. Aber echt.

A propos: Dieser Schas-Feminismus mit seiner „Genderwissenschaft“ wird sowieso in zwanzig Jahren tot sein. „Genderwissenschaft„: Eine Pseudowissenschaft, bei der alle „Untersuchungsergebnisse“ im Vorhinein feststehen müssen, nämlich, dass Frauen viel besser sind als Männer. Lässt sich trotz gründlichster Türkung der Statistiken jenes gewünschte Resultat nicht nachweisen, so liegt die Ursache darin, dass die Männer die Frauen in ihren Talenten brutal unterdrücken. Sind aber Frauen irgend worin besser, ist freilich auch klar, warum: Weil Frauen viel talentierter sind.

Dass es viellicht auch umgekehrt sein könnte, nämlich dass, zb. in der Schule, die Talente der Buben brutal unterdrückt werden, sie aber in Physik und Mathematik viel talentierter sind: Hohoooo! Chauvinismus-Alarm! Na ja, zum Glück gibts die feministische Pädagogik, die die „Genderwissenschaft“ vollinhaltlich unterstützt. Das ist ungefähr so, als würde man den Papst für unfehlbar halten, weil es ihm die Kardinalskurie bestätigt hat. Haha.

Ja, so ist das mit Sinus und Cosinus.

Stellt sich eine Frage: Können wir aus dem ewigen Auf- und Abschwingen einen Aufschwung machen, eine Exponantialfunktion?

Nichts leichter als das: Gemäß der Formel

exp(ix) = cos(x) + i sin(x),

müssen wir nur je eine linke und eine rechte Schwingung addieren, unter Berücksichtigung der Zahl i. Da liegt ein kleines Problem, weil: i kann sich keiner vorstellen. i x i ist nämlich gleich  -1.

Und dann noch ein Problem: der eigentliche Aufschwung ist exp(x). Was ist dann exp(ix)? Der Aufschwung der superwahnsinnigen Genie-Idioten? Die Existenz der extrem genialen Trottel? Da hats bis jetzt nur einen gegeben:

ANTON BRUCKNER!


amen.

28
Jul
10

Ja, wenn ich das gewusst hätte

Wir schreiben den tiefsten Sommer.

Das heißt, dass sogar schon der Hitzewelle fad ist, und jetzt lassts der Himmel einmal regnen, einfach so, einmal frischts auf, dann wieder nicht, aber richtig heiß ist es auch nicht.  Fad halt.

Man könnte sagen, sogar die sengende Hitze hat Sommerpause.  Die Straßen sind leer, die Autos sind weg, und wenn jetzt vom Himmel statt der „Pastorale“ (6. Beethoven) irgendeine unverbindliche Lounge-Musik dudeln würde, wäre die Sache klar: Sommer, tiefer Sommer (Jetzt wars gerade stockfinster, ein Gewitter?, da schau ich wieder hinaus, und es hat wieder „aufgeklart“).

Wozu schreib ich das?

Also wir schreiben den Sommer 2010.

Das heisst: Vor 65 Jahren hat man den Sommer 1945 geschrieben. Vermutlich hat’s auch irgendein so – lala-Wetter gehabt. Der Weltkrieg war seit Mai vorbei (das reimt sich! sehr schön!), und Österreich war weitgehend zerstört. Millionen Tote, zerbombte Städte, hunderttausende vernichtete Juden (alleine in Österreich).

Wissen wir schon. Weiß ich auch schon.

Was ich aber bis vor einiger Zeit nicht gewußt habe: Wie war es möglich, dass ein solches Gesocks von Verbrechern, Psychopathen, Opportunisten, geldgierigen Schleimern und Idioten an die Macht kommen konnte? Ein Nazi-Pack, das ganz Europa in Trümmern zurückgelassen hat?

Ich war ja gottseidank nicht dabei. Und hat man jemanden aus dieser Generation befragt, hat man praktisch immer:

Ja, wenn ich das gewußt hätte„,

gehört.

Einerseits habe ich den Zeitzeugen geglaubt, „dass sie nichts gewußt haben“, andererseits aber nicht verstanden, warum andere eben doch mitbekommen haben, was da vor sich gegangen ist. Die sehr wohl gewußt haben, welche Katastrophe da auf sie zukommt.

Und dann ist die ÖVP-FPÖ- Regierung gekommen. Die Schüssel-Haider Regierung.

Wir haben dieser Regierung zuschauen können, wie sie die Irrlehre des Neoliberalismus zur höchsten Blüte getrieben hat. Wie die Gier zur höchsten aller Tugenden ernannt worden ist. Wie man den Wirtschafts-Anarchismus als „Weg der Mitte“ gepriesen hat. Wie man größte Unmenschlichkeit praktiziert und als „Realismus“ verkauft hat. Es war alles ganz offensichtlich.

Wir haben zuschauen können, wie Menschen mit Gewissen als „Nestbeschmutzer“ und „Vaterlandsverräter“ denunziert worden sind. Wie man vermittels der Trotz-Reaktion auf die EU-Sanktionen Österreich meinungsmäßig gleichgeschaltet hat, „mir san mir!„.

Wir haben zuschauen können, wie diese Regierung die erst die Universitäten, und dann das gesamte Geistesleben vernichtet hat. Wie ein gewisser Herr Grasser Staatseigentum weit unter Wert verschachert, und seinen Freunderln (und sich selbst?) österreichisches Steuergeld in den Arsch gesteckt hat. Es war alles gut zu beobachten.

Wir haben ihm bei seinen Finanzverbrechen zuschauen können. Es war alles sonnenklar.

Wir haben erlebt, wie sich der Wirtschafts-Anarchismus auf eine Abgrund zumanövriert hat, wie sich der Neoliberalismus ein immer monströseres Rechtfertigungskonstrukt gezimmert hat, das schließlich endgültig in den Bereich des Scientology-esoterischen abgerutscht ist, nach dem Motto: „bist-du reich-hast-du erfolg-bist-du-glücklich-heißt-du-jesus“, wie das ICH zur ICH-AG degradiert wurde usw. Ich möchte auf diesen Scheißdreck gar nicht näher eingehen. Es IST klar und es WAR klar.

Wir haben erlebt, wie Unmenschlichkeiten wie „all inclusive-Verträge“ zum Normalfall geworden sind, und wie die Hochfinanz zu einem dreckigen Wettbüro verkommen ist. Es war alles offenbar.

Wir haben erlebt, wie man von uns gefordert hat, wir müßten so billig arbeiten wie die Inder, wir müssten gefälligst auch so billig leben.

Und wie die Blase geplatzt ist.

Und aufeinmal sind wir vor den Trümmern der schwarzblauen Koalition gestanden, waren die Banken Sozialhilfeempfänger (die dürfen, ja!), und auch Großbürger waren um ein paar hunderttausend Euro ärmer. Die Kleinen hats sowieso erwischt. Das Vermögen war umverteilt.

Von überall nach ganz oben.

Ja, wenn ich das gewußt hätte!„,

hören wir nun den braven Großbürger seufzen,

Ja, wenn ich das gewußt hätte!„,

raunt die distinguierte alte Dame,

Ja, wenn ich das gewußt hätte!„,

sagt der Durchschnittsmeier,

Ja, wenn ich das gewußt hätte!„,

grunzt der Gemeindebau-Bewohner draußen in Floridsdorf,

Ja, wenn ich das gewußt hätte!„,

näselt der hoffnungsvolle Jungschnösel.

Ohne die ÖVP-FPÖ-Regierung unter Schüssel, Haider, Grasser, Westenthaler, Gehrer, Strasser, Meischberger und Konsorten auch nur im geringsten mit der NSDAP vergleichen zu wollen,

weiß ich jetzt, wie es möglich ist, dass ein solches Gesocks von Verbrechern, Psychopathen, Opportunisten, geldgierigen Schleimern und Idioten an die Macht kommen kann.

Weil die meisten Menschen aus dem, was sie sehen, und aus dem, was ganz offensichtlich ist, keine Konsequenzen ziehen.

Weil sie Halbaffen sind, die eins und eins nicht zusammenzählen können oder wollen.

Weil sie zu stolz sind, um ihre Irrtümer einzugestehen.

Weil diese Halbaffen ihr Langzeitgedächtnis ausschalten, um die großen häßlichen Zusammenhänge nicht sehen zu müssen, und das Offensichtliche verdrängen.

Weil sie ihre „Ethik“ aus Wirtschaftsratgebern wie „Mit Jesus zum Erfolg“ und Kronen Zeitung beziehen, anstatt Meister Eckhart oder Johannes vom Kreuz zu lesen.

Und weil es immer noch Vollaffen gibt, die den ÖVP-FPÖ-Neoliberalismus-Scheißdreck immer noch glauben.

Die Menschen werden sich nicht ändern.

Es ist Sommer.

Die Sonne scheint gerade einmal wieder.

25
Jul
10

„Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“- eine Gewissenserforschung

Ja, der Sommer ist die Zeit für Grundsätzliches, weil ansonsten: saure Gurken.

Also möchte ich die grundsätzliche Frage stellen, inwieweit Grasser, Schüssel, Bischof Laun und neoliberal-erzkonservative Konsorten zu verurteilen sind. Oder: Ob sie nicht einfach recht haben.

Das muss man in Betracht ziehen, denn es heißt: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“ – und darf dabei auf die Diskussion mit Yeti in den Kommentaren nach dem vorigen Artikel verweisen. Also klinken wir uns jetzt in das Gewissen dieser Typen ein.

Schauen wir uns den Grasser an: Ein neoliberales Fossil, dessen Einstellung mit „Die Armen sollen verrecken, sind selber schuld, und die Reichen sollen reich werden, vor allem ich“, zusammengefasst werden kann. Dem eigenen Reichtum hat er – vermutlich – durch Steuerhinterziehung, Staatsschädigung im massiven Stil (BUWOG zu billig verkauft, damit er und seine Freunde fest an den Schiebungsgeldern verdienen, usw), nachgeholfen.

Aber wer weiß? Vielleicht hat er recht? Jeder Mensch liebt es, sich kleine Vorteile zu verschaffen, die einen arbeiten kürzer, gehen früher nach Hause, oder gleich in Frühpension, die BILLA-Hackler nehmen manchmal abgelaufene Lebensmittel nach Hause, wieder andere machen in der Arbeit 3-stündige Kaffeepausen, und jeder schaut nach, dass er es nicht nur sich selbst, sindern auch den Freunden richten kann.

Na und was hat der Grasser anderes getan? 7 Millionen für den den Spezl da, 10 Millionen für den Spezl dort, das nennt man Freundschaft! Dabei immer lässig und cool – der Mann hat alles erreicht! Ein Leben zwischen Velden und Kitzbühel – Gratulation!

Man kennt das: sobald man „oben“ ist, sind einem „die da unten“ wurscht. Man glaubt, man hätte seine Stellung durch eigene Arbeit, durch Können, Leistung, etc. erreicht. Und vergessen dabei, dass sie vor allem eines gehabt haben: Glück. Sie waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Frank Stronach. Der glaubt allen Ernstes, jeder könnte nach Gutdünken einen zweiten Magna-Konzern aufbauen. Und übersieht dabei: Diese anderen hätten aber einen Konkurrenten, den Stronach noch nicht gehabt hat: Nämlich den Magna-Konzern. Und dieser Konzern würde sie fertig machen. Mit allen Mitteln.

Und auch Grasser ist hoch oben, also sind ihm folgerichtig fast alle wurscht. Glaubt auch er, dass er alles „aus eigenem Willen geschafft“ hat? Ein solcher Glaube hat freilich Vorteile: Man kann sich den anderen gegenüber als moralisch überlegen wähnen, weil es ja der eigene Wille war, der zum Erfolg geführt hat. Man kann sich einreden, man hätte sich dieses Leben redlich verdient.

Aber wie groß ist diese Sünde? Ist das Vergessen auf das eigene Glück-gehabt-Haben nicht nur eine Gedächtnisschwäche? Und wir alle werden einmal senil…..

Vielleicht ist das auch alles falsch. Vielleicht hat der Grasser überhaupt nicht gedacht, sondern einfach nur getan. Und das fordern sie ja alle, die Wirtschaftsgurus: „Nicht reden, sondern tun!“ Vielleicht kann der Grasser überhaupt nicht ethisch denken, und es ist ihm schlicht gar nichts vorzuwerfen.

Oder vielleicht sind Grasser und alle anderen großen und kleinen Bonzen einfach nur charakterschwach. So lange sie „unten“ sind, sind sie gegen das System, sind links, gesellschaftlich engagiert, und haben einen tatsächlich unbestechlichen Gerechtigkeitssinn. Irgendwann dann wachsen diese Jungbonzen in das System hinein, und kommen drauf: „Na eigentlich ist das System eh nicht schlecht“, und sind auf einmal ganz geil auf alles, was mit dem „System“ zu tun hat. Ja und weil das System auf einmal sooo gut ist, sind alle, die es nicht ins System geschafft haben, selber schuld.

Aber wie groß ist deren Sünde? Ich kann es nicht sagen. Wenn man ehrlich ist, waren diese Menschen immer schon schwach, haben immer schon ein System gebraucht, um sich sicher zu fühlen. Nur haben sie halt das „linke“ mit dem „rechten“ System getauscht. Das sind im Grunde Menschen, die nur im Meinungsgeflecht anderer überleben können.

So was gibts auch im christlichen Bereich. Kaum haben sie am staatlichen System, das sie auffängt und trägt, Lust gefunden, suchen sie ihr Heil in der Anbetung der vatikanischen Kurie. Auf einmal empfinden sie diese erzkonservativen alten Männer als „weitblickend“, wenn sie Pädophile zu Kardinälen ernennen, oder wenn sich der Vatikan mit der südamerikanischen Mafia einläßt, um die Macht der Kirche zu sichern.

Auf die Gegenfrage, dass das mit wahrem Christentum nichts zu tun habe, kommt dann die Antwort, dass man das als Laie überhaupt nicht verstehen könne, was die Kurie in ihrer jahrhundertealten Weisheit wirke. Da müsse man eben Schlechtes in Kauf nehmen, damit sich „im Großen und Ganzen“ das Gute durchsetze. Ich hätte zwar gesagt, dass dieses Verwenden von Leid und Schmerz Gottes Monopol ist, aber für solche Kirchenbonzen macht das vermutlich keinen Unterschied, weil sie die Kurie schon mit Gott verwechseln. Zumindest ein bisschen.

Und weil sie eben selbst schon Teil des Systems sind, wähnen sie sich auch der Kurie zugehörig, und können in Übereinstimmung mit ihr ein bisschen Gott spielen. Cool und lässig schupfen sie mit „Gut“ und „Böse“ herum, weil sie ja angeblich schon derart den Durchblick haben, dass sie es schon fast so gut können wie der Herr im Himmel.

Aber wer weiß? Es gibt solche Menschen, also hat Gott sie gewollt. Vielleicht ist es gerade die Aufgabe solcher primitiver Menschen, tatsächlich die Drecksarbeit zu tun, mit Bösem Böses zu entfernen, mit Dreck den Dreck wegzuschaffen. Vielleicht sind die Bonzen in der Tat die Drecksarbeiter Gottes, und alles hat seine Ordnung. Dann müssen sie primitiv sein, und im organisatorischen Filz das Göttliche suchen, sonst könnten sie ihre niedere Arbeit nicht erledigen.

Aber: Was ist „niedrig“, was ist „hoch“? Haben wir das Recht, auf einen Straßenkehrer herabzuschauen? Sicher: Bei vielen solcher Bonzen vermuten wir ein ungeheures Maß an Überheblichkeit, wenn sie sich in ihren Intrigenspielchen Gott gleich wähnen.  Aber wer sagt, dass nicht auch ein als Bonze Geborener Gutes tun kann? Ich bin davon überzeugt, sehe aber immer die Gefahr der Überheblichkeit.

Kommen wir zum letzten: Den erzkonservativen Leistungsdenkern, für die der Sozialstaat das Böseste vom Bösen ist. Von denen hört man „Leistung muß sich lohnen“, und: „Wer nicht arbeitet, soll auh nicht essen“, usw. Auf den ersten Blick schaut das wie ein Horrorszenario aus:  Wer versagt, hat kein Recht auf Leben. Elende, die auf der Straße verhungern.

Aber vielleicht sind es gerade jene konservativen Knacker, die Gnade üben? Die den Menschen im Notfall helfen? Alles schon erlebt.
Und umgekehrt ist es ja auch präpotent, nichts zu arbeiten und überhaupt nichts zu tun, und trotzdem Geld einzufordern. Die ganzen Punks, die nach dieser Devise leben, haben ein ungeheuer präpotentes und aggressives  Geschau. Es ist schon gut, wenn man weiß, dass nichts selbstverständlich ist, und man Gnade auch als solche empfindet.

Andererseits sind auch die Reichen dieser Gnade bedürftig, und so wenig es selbstverständlich ist, fürs Nichtstun etwas zu bekommen, so selbstverständlich sollte es sein, dass jene was von ihrem Vermögen hergeben. Eh klar. Gnade hat eben zwei Seiten: Eine selbstverständliche und eine nicht-selbstverständliche.

Das ist dann eben wieder die Sache: Darf man mit dem Leiden herumschupfen? Darf man sich zum Herren des Unglücks machen? Darf man darauf vergessen, dass man selber Glück gehabt hat?

Aber, wie gesagt, vielleicht sind das alles Drecksarbeiter, die nicht anders können.

Nur: Je länger ich an diesem Text geschrieben habe, desto unwohler war mir. Begebe ich mich nicht, wenn ich so was NICHT beurteile, nicht automatisch in die Rolle des pseudo-Überlegenen?

Wirklich gute Seelenführer haben sich nie um ein Urteil verlegen gezeigt.

Was Oarsch ist, soll auch gesagt werden. Das werde ich in Hinkunft wieder tun…….

30
Jun
10

ein katholischer Obstsalat

Ja, die Situation in der katholischen Kirche lässt sich mit einem Obstsalat vergleichen.

Da gibt es die eingeweichten Bananen mit leichter Schleimschicht in der Obstsauce schwimmend, die Äpfel, die immer zu hart sind und, trotz stundenlangen Dümpelns, zu sauer, oder aber die schon braun vergammelten Apfelstückerln, die mehligen Birnen, während von Seiten der Snobisten Mangos und Litschis hineingeworfen werden, und manche Perverse wollen sogar Rosinen, diese braunen Schlatzhaufen, im Obstsalat gesehen haben.

Und ganz besonders abartig wirds, wenn wir darüber noch Joghurtsauce kippen……..die Früchte scheinen sich zu widersprechen, ja mehr noch, die Unmöglichkeit der Existenz der jeweils anderen Frucht zu diagnostizieren.

Die Kirche hat freilich noch viel mehr Früchte und viel mehr Saucen in noch viel abstrakteren Aggregatszuständen parat, hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier eine Liste der Zutaten:

Kardinal Schönborn schreibt seine Predigten in der Kronen Zeitung, ausgerechnet in jenem Blatt, in dem Gedichte auf Führers Geburtstag geschmiedet werden.

Die alten Klosterschwestern im einen Kloster sind politsch am rechten Rand des Rechtsaußenflügels der rechten Fraktion im konservativen Lager der ÖVP zu suchen. Sie sind aber irrsinnig lieb und fürsorglich und geben wirklich jedem Sandler was. Es ist von vornherein klar, dass eine politische Diskussion mit diesen alten Damen einfach nur eine Themenverfehlung wäre. Vollkommen sinnlos. Jetzt freuen sie sich wie verrückt auf den Weihbischof, der kommt sie besuchen, ein abgeschlatztes Bubi, dass um 40 Jahre jünger ist als die jüngste Schwester dort.

Ein anderer Weihbischof macht Yoga und sein Motorrad steht draußen vor der Tür, die Messe als chill-out, freilich regt sich der Priester auf, dass die Predigt nicht „katholisch strukturiert“ war.

Die ÖVP-Granden (zb. Andreas Khol), die jahrzehntelang der neoliberalen „Gier ist gut“-Doktrin gehuldigt haben, und damit eher der Gewissenskirche der „Scientology“ zuzurechnen waren, betreiben nach der Pensionierung eine seltsam softe “ katholische Laieninitiative“. Jetzt neu, gegen den Papst! Altersdemenz oder Schizophrenie?

Undank ist der Welten Lohn. Derselbe Papst Benedikt hat für G. W. Bush, Berlusconi und Konsorten Wahlempfehlungen abgegeben.
Derselbe Papst ist aber auch gegen den Mörderkapitalismus, wie er jetzt fröhliche Urständ feiert.
Und interessant: Ich glaube dem Papst beides.

Und jetzt eine Sauce: 20 000 Seiten Karl Rahner zum Einweichen. Der menschgewordene Kompromiss. Wenn es einem gelingen kann, eine Ökumene zwischen Margret Thatcher und Leonid Breschnew zu bauen, dann ihm.

Kardinal Schönborn hat freilich recht: Um den Menschen zu predigen, braucht man die auflagenstärkste Zeitung. Und dann muß man halt dem Dichand ein Requiem halten, jenem Lustgreis, der noch mit 70 Jahren kleine Mäderl (volljährig, keine Sorge!) in seine Döblinger Absteige verzaaht hat…..

Aber: Ist nicht auch Jesus ins Puff gegangen? Hat nicht auch er den Huren gepredigt? Oder seh ich da jetzt was falsch?

Die heilige Afra war Hure und liebes Mädchen zugleich, nach der Taufe freilich nur noch liebes Mädchen. (Jedenfalls: „Jungfrau“, wie in zensierten Darstellungen zu lesen, war sie nicht.)

Warum werden HEUTE immer nur Habsburger, und nie Huren heilig gesprochen? Ist man als Degenerierter automatisch heilig?

Derselbe Sandler, der gestern von den ÖVP-Klosterschwestern versorgt worden ist, wird heute vom TransFemiGender-Bobo mit linksSozioAktiver MultiIntegrationsKulturInnen so richtig abgeschaselt. Dabei kann er genauso widerlich arrogant dreinschauen wie der Herr Komm.Rat Dkfm. Christian Braunhauff-Romaniani, der für Leistungsgesellschaft, Elite und Zwangslager für Arbeitslose eintritt; und gerade aus der Sonntag-9-Uhr-Messe (die einzige Messe für den wahren Christenmenschen, früher gehen nur die Fanatiker, später nur der linke Abschaum!) kommt, und überhaupt gegen den sozialistischen Sozialstaat ist.

Also der linke Abschaum, das sind diese Zottelhaar-Christen die a) entweder mit irgendwelchen Gitarren herumlaufen und Sonnenblumen sammeln oder b) Kant, Marx oder Adorno lesen oder Handke, Jonke, Bernhard, Wittgenstein, Mayröcker, Beckett (ja ich hör eh schon auf) oder c) sich mit so komischem Zeug wie Meister Eckhart und der Kontemplation beschäftigen, und dabei noch irrer werden, als sie eh schon sind. Die sitzen zwischen den Stühlen, sind für die Atheisten schwachmatische Reaktionäre, und für Komm.Rat Dkfm. Christian Braunhauff-Romaniani stalinistische Verräter.

Und wissts ihr was? Dieser Abschaum und die ÖVP-Klosterschwestern sind die besten Freunde! Nach der Messe tragen diese Abschaum-Christen die Bibelkisten in die Sakristei, dafür gibts von den Klosterschwestern Himbeersaft und Guglhupf. Und dann sitzen sie zammen und reden so weltfremdes Zeug wie über die innere Freude, die Gelassenheit, über das unfassbare Opfer Christi, und über die Auferstehung.

Und jetzt eine weitere Sauce:lumen gentium“, das Konzilskompendium. Über diese Sauce vermag ich nichts zu sagen. Denn wer Zeit hat, das zu lesen, hat entweder noch nie gelebt, oder heißt Karl Rahner.

Durchdrungen von den Saucen sind die „Halleluja-Schlümpfe„. Sie sind der weichste Teil des Obstsalates, sie sind EXTREM GUT. Sie sind tatsächlich SO GUT, dass sie überhaupt nicht mehr wissen, was das Wort „Böse“ heißt. Darum sind sie auch zu dauerndem Lächeln verpflichtet. Sie hören nur Kinderlieder, wo dieses häßliche Wort (und ähnliches) nicht vorkommmt. Nur hin und wieder halten sie es nicht mehr aus, und dann kotzen sie – nur für Sekunden, versteht sich – eine Gift-und Galle-Mischung heraus, gegen die jede nukleare Verseuchung ein Kräuterheilbad darstellt. Aber dann lächeln sie wieder. Süßlich. Künstlich. Ihre Lieblingsbibelstelle ist übrigens jene vom barmherzigen Samariter.

Während sie zum linken Abschaum-Christen des Typs a) gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, wirkt der Abschaum-Christ des Typs c) eher als Katalysator auf sie, nämlich die Gift-und-Galle-Mischung direkt auf jene loszulassen.

Der Schönborn ist zweifelsohne mit den Halleluja-Schlümpfen verwandt (so windelweich, wie er im Fernsehen rüberkommt, ist er nicht), aber nicht nur. Da sind tatsächlich auch Genmaterial vom Abschaum-Christ Typ a) und b) vorhanden, aber auch eine Verwandtschaft zu den ÖVP-Klosterschwestern. Ja, der Schönborn kanns ordentlich, der kann wüten. Leute absetzen, Briefe schreiben, Briefe vor die Tür legen! Na serwas! Aber der Furor hat auch sein Gutes. Jetzt hat er mit seinem Laserschwert in die Popoöffnung Vatikan hineingeleuchtet, diesen für Laien undurchsichtigen Intrigantenstadl, und tatsächlich eine Eiterbeule entdeckt. Eine sodanoische Eiterbeule. Vorname: „Engel“. Ja, ganz kardinalsrot ist sie, diese Beule, und liefert unserem Obstsalat die Macht-und Eitersauce.

Ganz ehrlich, der Schönborn ist in meiner Achtung gestiegen. Und zwar gewaltig.

Jetzt hat der Papst, nächste Zutat, Angst gekriegt, weil man so tief in das Popoloch hineinschauen kann, er hat Angst gekriegt, das Popoloch könnte mißbraucht werden – womit er ja recht hat!- und hat es ganz schnell wieder zugemacht. Und mit Wachs versiegelt. Er ist, das meine ich ernst, tatsächlich gegen Mißbrauch! Aber es ist halt etwas anderes, ob ich chirurgisch einen Abszess entferne, oder schlicht zum Grund niedrigster Befriedigung irgendwas dort hineinstecke. Das eine gibt die Würde wieder, das andere nimmt sie.

Aber damit beende ich die Zutatenliste NICHT!

Sondern mit dem Christen ohne Eigenschaft, der irgendwie ausschaut, irgendwas tut, der sich als Teil des Narrenhauses Erde begreift, und darum zugleich über den anderen Narren steht, der von allem etwas hat (Typus a) bis z)), und das auch weiß.

Und der versucht, in dieses Narrenhaus ein bisschen Gott herunter zu bitten.

21
Jun
10

Andreas Khol – ein Pharisäer in Action

Jetzt schreibt der Andreas Khol, der alte ÖVP-Grande, auf:

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/andreaskhol/575302/index.do?from=suche.intern.porta

dass man bei der Mindestsicherung SEHR aufpassen muss, weil ja bis dato alle Sozialleistungen schamlos mißbraucht worden sind!

Meint er damit er damit die Milliarden, die den Banken zugeflossen sind? Die Mindestsicherung, die ERSTE BANK, RAIFFEISEN, etc… zugeflossen sind, damit ihre armen Manager mindestens so fette Boni kassieren wie im Vorjahr (darum das Wort: Mindestsicherung)?

Nein, natürlich nicht. Er meint die 780 Euro, die jene Arbeitslosen, die durch das segensreiche Wirken der Hochfinanz erst zu solchen, nämlich zu Arbeitslosen, geworden sind, vor dem Verhungern retten sollen.

Was? In Österreich kann man nicht verhungern? Na dann fragen Sie mal die Caritas, Herr Khol. Die kann Ihnen Auskunft geben. (Auch wenn Sie die Caritas nicht mögen, weil Sie Ihnen allezeit Ihr eigenes Pharisäertum vor Augen hält, aber dazu später.)

Herr Khol betätigt sich nämlich als Exeget : „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen!“ (2. Thess. 3,3), und, völlig klar, die bösen Arbeitslosen wollen alle nicht arbeiten, weil: alle Sozialleistungen schamlos mißbraucht worden sind!

Zwar meint Khol, der Paulus-Satz habe heute keine Geltung mehr, warum er ihn dann aber überhaupt hinschreibt, bleibt eigentümlich offen.

Weiter unten wird er dann deutlicher: Die Mindestsicherung, sagt er, geht nicht, weil es von Leuten nicht geglaubt wird, dass sie nicht zu Missbrauch führt.

Lieber Herr Khol, die Menschen glauben das, was Demagogen wie Sie ihnen sagen, und das wissen Sie nach 40 Jahren Politik natürlich auch. Und was sagen Sie?

dass alle Sozialleistungen schamlos mißbraucht worden sind!

Na und so ein Zufall: Das Volk plapperts nach.

Abgesehen davon, was ist das bitte für eine Argumentation: Weil irgendjemand glaubt, die Mindestsicherung könnte mißbraucht werden, dürfen wir sie nicht einführen? Wenn jemand glaubt, der Herr Meier von der 8er-Stiege ist ein Mörder, muß er dann sofort gelyncht werden? Ist das Ihr Rechtsverständnis?

Diese Argumentation ist einfach nur lächerlich. Und dann schreibt Khol gegen Vermögenssteuern unter Verwendung des „Bibelwortes“: „jedem das Seine!“ Also: Die Reichen sollen gefälligst reich sein, und die Armen bitteschön verhungern. Sehr christlich, Herr Khol!

Sie wissen aber schon, dass das kein Bibelwort ist?! Das haben der Cicero und ein paar andere Rechtsverdreher Ihres Schlages verwendet,

Und nicht zuletzt: Die Nazis, als Toraufschrift im KZ Buchenwald.

Es mag Menschen geben, die die Mindestsicherung mißbrauchen werden.

Aber Sie, Herr Khol, tun weit Schlimmeres: Sie mißbrauchen das WORT GOTTES für Ihre niedrigen Beweggründe. Leute wie Sie gehören zu den Pharisäern der schlimmsten Sorte, die nicht nur tatsächliche Bibelworte pervertieren, sondern dem Christentum auch gleich noch Nazi-Weisheiten beimischen.

Ich will auf diese Widerwärtigkeit gar nicht näher eingehen.

Nur so viel: Wie viele werden die Mindestsicherung missbrauchen? 10%? 20%? Und abgesehen davon: Wie viel „Mißbrauch“ kann man sich um 780 Euro leisten? Die Heizkosten zahlen? Einmal auch ein Rindflesich essen?

In der Hochfinanz haben praktisch ALLE ihre Freiheit mißbraucht, und ganze Staaten ins Elend gestürzt. Wo ist hier Ihre Missbrauchs-Angst geblieben? Wann haben Sie hierzu einen Artikel geschrieben?

Natürlich nie. Es geht Ihnen nämlich nicht um Mißbrauch, es geht Ihnen nicht um Gerechtigkeit. Es geht Ihnen ausschließlich um die Befriedigung der Interessen Ihrer Klientel, der 0,01% der Bevölkerung in der Hochfinanz. Ganz nach Pharisäer-Manier packeln Sie mit den Mächtigen, weil Sie der Meinung sind, dass sich die Gnade Gottes in Form von Geld über die Menschen ergießt. Gnade ist gleich Geld. Die Reichen haben die Gnade, die anderen nicht.

Ums Geld gehts Ihnen, glaub ich, also gar nicht, Sie wollen nur schlicht die Gnade Gottes (=Geld) mit niemandem teilen!

Das ist aber eigentlich noch schlimmer. Wer so denkt, hat das Christentum nicht verstanden, der kriecht auf allen Vieren, um die 30 Silberlinge aufzuklauben, während Judas  tot am Baum hängt……